Die Zalando-Zentrale in Berlin.
Die Zalando-Zentrale in Berlin. picture alliance/Bildagentur-online

"Stasi-Methoden": Mitarbeiter machen Zalando schwere Vorwürfe

19.11.2019, 18:0919.11.2019, 21:03

Forscher und Mitarbeiter werfen Zalando vor, mit einer Personalsoftware Mitarbeiter zu überwachen. Darüber berichtet die "Süddeutsche Zeitung" in ihrer Mittwochsausgabe.

  • Bei der Software mit dem Namen "Zonar" beurteilen Vorgesetzte und Mitarbeiter umfassend Stärken und Schwächen von 5.000 Kollegen.
  • Der Modehändler erzeuge damit ein Gefühl der Überwachung, Leistungsdruck und Stress, sagen Philipp Staab und Sascha-Christopher Geschke von der Berliner Humboldt-Uni in einer Studie, die der "SZ" vorliegt.
  • "Im Kern geht es darum, Beschäftigte permanent zu bewerten, zu kontrollieren und zu sanktionieren", heiße es in der Studie für die gewerkschaftsnahe Böckler-Stiftung.

Zalando-Mitarbeiter bestätigen die Vorwürfe

"Es ist eine 360-Grad-Überwachung", sagt ein Arbeitnehmer der "SZ". "Ich kann nicht einfach mal einen schlechten Tag haben." Monate später schlage sich eine Situation, an die er sich gar nicht mehr erinnere, in einer Beurteilung nieder.

"Ich find Zonar unmöglich", sagt ein anderer Beschäftigter. "Eigentlich sind es Stasi-Methoden."

Eine Führungskraft sagt: "Egal wie gut dein Feedback ist, der Chef kann es auslegen, wie er will. Wenn er dich nicht mag, ekelt er dich aus der Firma."

Das sagt Zalando zu den Vorwürfen

Zalando weist die Vorwürfe gegenüber der "Süddeutschen Zeitung" zurück. Es gebe ein berechtigtes Interesse des Arbeitgebers an Leistungskontrolle. Zonar werde nur im gesetzlich erlaubten Umfang genutzt. Die zitierten Arbeitnehmer seien nicht repräsentativ. Eine interne Umfrage zeige, dass 67 Prozent der Mitarbeiter Zalando als guten Arbeitgeber weiterempfehlen würden. Nur 13 Prozent erwägten einen Firmenwechsel.

"Zonar ist kein Instrument der Kontrolle", sagt Personalchefin Astrid Arndt der "SZ". "Wir glauben, dass wir den Mitarbeitern mit Zonar sehr entgegenkommen." Man unterstütze die Entwicklung jedes Mitarbeiters durch gelebte Feedback-Kultur.

(ll)

Nach öffentlicher Schmähung von Coca-Cola: Markenexperte schätzt ein, wie einflussreich Ronaldo ist - und wie gefährlich Stars sein können

Nach knapp einer Woche Fußball-Europameisterschaft gibt es schon über einige kuriose Momente zu berichten. Seien es Greenpeace-Aktivisten mit Fallschirmen oder das Eigentor gegen Frankreich. Ganz vorne dabei: Cristiano Ronaldo und der Kurssprung bei Coca-Cola. Bei einer Pressekonferenz rückte CR7 die bereitgestellte Colaflasche weit von sich weg und rief dazu auf, Wasser zu trinken – kurz darauf fällt der Aktienkurs der Firma um knapp vier Milliarden US-Dollar (rund 3,4 Milliarden Euro).

Zur Story