Coronavirus
NEW YORK, NY - MARCH 24:  Doctors test hospital staff with flu-like symptoms for coronavirus (COVID-19) in set-up tents to triage possible COVID-19 patients outside before they enter the main Emergency department area at St. Barnabas hospital in the Bronx on March 24, 2020 in New York City. New York City has about a third of the nation’s confirmed coronavirus cases, making it the center of the outbreak in the United States. (Photo by Misha Friedman/Getty Images)

Ärzte in New York testen Corona-Patienten teilweise auch in Zelten vor den Krankenhäusern. Bild: Getty Images North America / Misha Friedman

New York: Krankenschwestern in Müllsäcken sorgen für Aufsehen

Das neuartige Coronavirus trifft derzeit vor allem die amerikanischen Großstädte: New York ist das Epizentrum.

Dabei versprach US-Präsident Donald Trump noch vor zwei Wochen: "Es wird vorübergehen. Bleibt einfach ruhig." Gar nicht ruhig ist das medizinische Personal New Yorks, das tagtäglich um das Überleben hunderter Menschen kämpfen muss. Ein Foto von New Yorker Krankenschwestern in Müllsack-Arbeitskleidern befeuert die Sorgen, dass die USA eine heftige Corona-Katastrophe erleben werden.

Mit "13 Toten am Tag" betitelt die "New York Times" einen Artikel am Mittwoch. Der Bericht beschreibt die "apokalyptische" Lage der acht Millionen Einwohner. Seit dem Ausbruch der Krankheit gibt es hier mehr als 20.000 Infizierte und mittlerweile 280 Tote. Mit 3922 Coronavirus-Patienten sind New Yorks Krankenhäuser vollkommen überlastet.

Eine Ärztin berichtet der "New York Times", dass einige Patienten schon in der Notaufnahme gestorben seien, während sie auf ein freies Bett warteten. Mittlerweile sprechen Politiker schon davon, Hotels und Arenen zu Krankenstationen umzubauen. Das medizinische Personal trägt hier die größte Last.

Ein Post sorgt für Aufregung

Gegen Trumps Annahme, "es wird schon alles gut gehen", sprechen nicht nur die Zahlen, sondern auch ein Bild, das gerade auf Twitter viel diskutiert wird. Auf dem Bild sollen drei Mitarbeiter des New Yorker Mount-Sinai-Krankenhauses zu sehen sein. Statt medizinischer Schutzkleidung tragen sie Müllsäcke. Offenbar, weil es an Schutzkleidung fehlt.

Zusammenfassung des ursprünglichen Posts:

"Das sind medizinische Fachkräfte, die gerade an vorderster Linie um das Leben deiner Familie, Freunde und Liebsten kämpfen. Als ihnen gesagt wurde, es gäbe keine Schutzkleidung mehr, mussten sie mit dem auskommen, was sie haben. Sie machten Schutzkleidung aus Müllsäcken."

Die "New York Times" versuchte, die Hintergründe des Fotos zu überprüfen. Eine Sprecherin der Krankenhausverwaltung sagte, der Vorfall sei nicht bekannt. "Die Sicherheit unseres Personals und unserer Patienten war noch nie so wichtig wie heute, und wir treffen alle erdenklichen Vorsichtsmaßnahmen, um alle zu schützen."

Was nun der genaue Auslöser für das Bild in Müllsäcken war, bleibt weiterhin ungeklärt. Auf Twitter wird das Foto natürlich rege diskutiert.

Hillary Clinton twitterte über das Foto:

Hier einige Kommentare:

"Guten Morgen reichstes Land der Welt – indem Krankenschwestern Müllsäcke tragen, um sich selbst gegen ein tödliches Virus zu schützen."

twitter

"Wir geben 1,5 Billionen US-Dollar für einen unnötigen F-35-Jäger aus, der nicht funktioniert, während Notärzte und Krankenschwestern gegen eine Epidemie in Müllsäcken und Bandanas kämpfen, weil wir keine Vorräte auf Lager haben. Wie gefällt euch diese Priorität bei der nationalen Verteidigung?"

twitter

"Das kann nicht so weitergehen. Der Präsident muss zurücktreten."

twitter

Allerdings werden Müllsäcke nicht nur in den New York benutzt:

Spanien:

Philippinen:

Kalifornien:

Man kann davon ausgehen, dass es wohl in vielen Corona-Krisenherden gerade an Material für medizinische Angestellte mangelt.

(joey)

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