Islam
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Bild: gettyimages / watson

Heute beginnt der Hadsch – 3 Fragen und Antworten zur muslimischen Pilgerfahrt

In Saudi-Arabien hat ein fünftägiges Großereignis begonnen. Der Hadsch startet, die große Pilgerfahrt der Muslime.

Am Sonntag werden über zwei Millionen Pilger aus aller Welt in Mekka erwartet. Die Pilgerfahrt ist eine der fünf Säulen des Islam und somit ein wichtiger Meilenstein für Muslime.

Saudi-Arabien hat bereits vor Tagen mit den Sicherheitsvorkehrungen begonnen, das Königreich setzt Tausende Sicherheitskräfte ein, um etwa einer Massenpanik vorzubeugen, wie es sie 2015 in Mekka gegeben hat. damals kamen mehrere hundert Menschen ums Leben.

Aber was ist überhaupt der Hadsch? Wir erklären die Pilgerfahrt in 3 Punkten

Der Hadsch ist die religiöse Pilgerfahrt für Muslime

Jeder Muslim muss während seiner Glaubenskarriere fünf religiöse Pflichten erfüllen. Diese fünf Pflichten werden "Säulen" genannt. Das sind:

Wer es sich leisten kann – sowohl finanziell als auch gesundheitlich – muss die Pilgerfahrt machen und zwar am besten im Zeitraum des Dhu l-Hidscha, dem zwölften und letzten Monat des islamischen Kalenders. Dann gilt die Pilgerfahrt auch als Hadsch, in allen anderen Monaten ist es die kleinere Pilgerfahrts-Variante Umra.

"Und die Menschen sind Gott gegenüber verpflichtet, die Wallfahrt nach dem Haus zu machen – soweit sie dazu eine Möglichkeit finden."

Sure 3, Vers 97: Übersetzung: Rudi Paret

Bei der Pilgerfahrt geht es nach Mekka, da dies der Ort ist, an dem der Prophet Mohammad geboren wurde.

Die Person, die den Hadsch vollzogen hat, trägt dann ganz offiziell den Ehrentitel "Hadsch".

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Bild: giphy.com

Während des Hadsch gibt es einige Dinge zu beachten

Nach der mehrtägigen Reise nach Mekka hüllen sich die Männer in zwei ungesäumte Tücher, Frauen müssen ihr Gesicht freilegen, falls es verdeckt war. Während der Hadsch-Zeit ist weder Nägel oder Haare schneiden, noch Rasieren oder Selbstbefriedigung erlaubt. 

Diesen spirituellen Zustand nennt man ihram.

Die eigentliche Pilgerreise ist ein mehrtägiges Event mit mehreren Stationen in und um Mekka, das strengen Regeln folgt.

Die Umkreisung (tawaf) der würfelförmigen kaaba in der heiligen Moschee erfolgt bereits am ersten Tag. Die kaaba ist nach muslimischem Glauben das erste Gebetshaus der Geschichte. Die Gläubigen umkreisen die kaaba sieben Mal gegen den Uhrzeigersinn.

So sieht die Kaaba aus:

(170830) -- MECCA, Aug. 30, 2017 -- Muslim pilgrims are seen around the Kaaba at the Grand Mosque in Mecca, Saudi Arabia, on Aug. 29, 2017. The annual pilgrimage officially started on Aug. 30. ) (gj) SAUDI ARABIA-MECCA-PILGRIMAGE WangxBo PUBLICATIONxNOTxINxCHN

Mecca Aug 30 2017 Muslim PilgrimS are Lakes Around The Kaaba AT The Grand Mosque in Mecca Saudi Arabia ON Aug 29 2017 The Annual Pilgrimage officially started ON Aug 30 GJ Saudi Arabia Mecca Pilgrimage WangxBo PUBLICATIONxNOTxINxCHN

Bild: imago stock&people

Es folgen dann in den nächsten zwei Tagen eine Übernachtung in der Zeltstadt Mina, eine Wanderung zum Berg Arafat, dann werden Steine gesammelt in Musdalifah zur Steinigung des Teufels und schließlich folgt das Opferfest Eid al-Adha.

Danach können die Gläubigen wieder in ihre normale Kleidung schlüpfen und sie umkreisen die kaaba noch einmal.

Übrigens: Frauen dürfen den Hadsch nur mit einem männlichen Begleiter vollziehen. Die Vorschrift leitet sich aus einem Hadith, einem Prophetenausspruch, ab.

Ob unser Innenminister das alles wohl gewusst hätte?

So sieht das Umkreisen der Kaaba aus:

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Video: YouTube/Abul Kaher

Doch nicht alle Muslime dürfen nach Mekka

Sunniten und auch schiitische Muslime (viele leben zum Beispiel im Iran) pilgern nach Mekka.

Die Muslime, die der Ahmadiyya-Gemeinde angehören, dürfen nicht nach Mekka in den heiligen Bezirk, in dem der Hadsch stattfindet, pilgern. Die islamische Weltliga (die übrigens von Saudi-Arabien finanziert wird), schloss Ahmadiyya bereits in den Siebzigerjahren aus, indem sie sie zu Nichtmuslimen erklärte.

Alawiten (auch Nusairier genannt und die Religion von Syrien-Oberhaupt Bashar al-Assad) sowie Aleviten (die zweitgrößte Religionsgruppe in der Türkei) und Drusen (eine Abspaltung der ismailitischen Schia) pilgern ebenfalls nicht nach Mekka, aus eigenen Gründen.

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