Meinung
20th February 2019, Wanda Metropolitano, Madrid, Spain; UEFA Champions League football, Atletico Madrid versus Juventus; The referee requests review of Morata s goal via VAR PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxHUNxSWExNORxDENxFINxONLY ActionPlus12107066 LeonardoxPrieto

Schiedsrichter Felix Zwayer hatte es gestern in einem Spiel mit vielen Unterbrechungen nicht leicht. Bild: imago/Action Plus/leonardo prieto

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In 1½ von 6 Fällen lag der Videobeweis am Mittwoch in der Champions League daneben

Philipp Reich / watson.ch

Der Fußball soll mit der Einführung des Video Assistant Referees (VAR) die Emotionen verlieren? Der gestrige Abend beweist das Gegenteil. Der in der K.O.-Runde auch in der Champions League neu eingeführte Videobeweis sorgte in den letzten beiden Achtelfinal-Hinspielen gleich mehrfach für hitzige Diskussionen. Wir haben die sechs kniffligen Fälle nochmals genau unter die Lupe genommen.

Atlético vs. Juventus

Dreimal stand der VAR beim 2:0-Sieg Atléticos im Zentrum des Geschehens.

Kein Elfmeter für Atlético

Mein Fazit: Korrekte Entscheidung! Hier gibt's wirklich nichts zu diskutieren.

Kein Tor von Morata

Mein Fazit: Korrekte Entscheidung! Zwar ist auf den ersten Bildern nicht zu sehen, wie Morata Chiellini stößt. Die 100 Meter entfernte Kamera hinter dem Atlético-Tor liefert dann aber den Beweis, dass sich Morata mit einem Schubser den nötigen Platz verschafft. Kein hartes Foul, aber ein Foul.

Kein Foul vor dem 1:0

Mein Fazit: Heikle Entscheidung! Wie üblich wird im Strafraum auf beiden Seiten gehalten und gestoßen. Gimenez trifft Bonucci leicht im Gesicht und auch Alex Sandro wird von Morata an der Grenze des Erlaubten bearbeitet. Ich hätte den Treffer nicht gegeben, aber natürlich kann man hier auch anders entscheiden. Hinter dem VAR stehen Menschen und Menschen haben unterschiedliche Ansichten und machen manchmal auch Fehler.

Schalke vs. ManCity

Ebenfalls dreimal stand der VAR beim 3:2-Sieg von ManCity im Zentrum des Geschehens.

Agüeros 1:0 zählt

Mein Fazit: Korrekte Entscheidung! Klar war das ein Foul an Uth, aber der Treffer erfolgt erst in einer neuen Spielszene. Deshalb darf der VAR das Foul auch nicht ahnden.

Handspiel von Otamendi

Mein Fazit: Ein Fehlentscheid! Der Ball ist zwar erwartbar, doch die Bewegung des Arms geht nicht zum Ball. Im Gegenteil: Otamendi versucht sogar noch, den Arm wegzuziehen. Absicht kann dem Argentinier sicher nicht unterstellt werden. Der VAR hat offenbar die unnatürliche Armstellung von Otamendi als elfmeterwürdig taxiert. Zum Glück will die Fifa die viel zu unklare Handspiel-Regel bald anpassen …

Fast am ärgerlichsten war, dass es so lange dauerte, bis endlich die Entscheidung stand. ManCity-Trainer Pep Guardiola outete sich nach dem Schlusspfiff dennoch als großer Fan des Videobeweises. "Die Aktion von Otamendi war ein klares Handspiel", erkärte er beispielsweise. Ob er das auch gesagt hätte, wenn seine "Citizens" nicht 3:2 gewonnen hätten?

Foul von Fernandinho

Mein Fazit: Korrekte Entscheidung! Der gefoulte Sané steht zwar im Abseits, aber gemäß den Fifa-Regeln greift er damit nicht aktiv ins Spielgeschehen ein, weshalb nur das Foul taxiert werden kann.

Das International Football Association Board (Ifab) sagt dazu:

"Ein Spieler in einer Abseitsposition bewegt sich zum Ball, mit der Absicht ihn zu spielen, wird aber im Strafraum gefoult, bevor er den Ball spielt oder einen Gegner daran hindert. Wie lautet die Entscheidung?"

"Es ist Penalty. Das Foul wird geahndet, weil es vor dem Abseits passiert ist."

Disclaimer:

Zum Schluss noch einmal der Hinweis: Der VAR ist kein Roboter, auch vor den Bildschirmen im Video-Keller sitzen Menschen und die treffen subjektive Entscheidungen. Trotz aller Diskussionen ist der Videobeweis eine gute Sache – wenn das Prozedere schnell genug vonstatten geht – und er macht die Spiele fairer.

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