Gewalt

"Ich wurde von Fußballfans zusammengeschlagen und keiner hat mir geholfen"

katharina reckers

Es ist Samstagnachmittag, der 21-jährige Noah Sari ist auf dem Weg zu seiner Familie nach München. Als er in die U-Bahn steigt, schlägt ihm ein ungewöhnlich hoher Geräuschpegel entgegen. Fans des 1. FC Nürnberg sind auf dem Weg ins Stadion. Die Stimmung ist geladen, denn das Bayern-Derby, Bayern München gegen den Club, steht an. Als neben ihm zwei Nürnberg-Fans anfangen zu grölen, spricht Noah sie an und bittet sie, damit aufzuhören.  

So beschreibt es Noah auf seiner Facebookseite und erzählt es watson. Die angesprochenen Fans sollen Noah daraufhin sofort beleidigend haben. Noah schreibt: "Die beiden Typen meinten dann, ich solle mich doch verpissen und aussteigen, wenn es mich stören würde."

Der 21-Jährige aber steigt nicht aus. Er hat, laut eigener Aussage, "die Schnauze voll von besoffenen Fußballfans, die die öffentlichen Verkehrsmittel regelmäßig zu No-Go-Areas machen und die niemand in ihre Schranken weist." 

Dann sei die Situation eskaliert.

Noah beschreibt, dass die beiden Fans beginnen, ihn zu beschimpfen. Sie sollen sich an seiner Tasche, seinen Ohrringen und seinem Septum-Piercing gestört haben. Noah will daraufhin Kontra gegeben haben. Zwei weitere Nürnberg-Fans sollen schließlich in das Wortgefecht eingestiegen sein. 

Noah dokumentierte seine Verletzungen:

Bild

Noah nach dem Angriff.  facebook/noah sari

Erst soll Noah als "Transe" beschimpft worden sein. Dann soll ihm einer der Vier ins Gesicht geschlagen haben. Schließlich schlagen und treten alle vier Noah zu Boden, beschreibt er. Die anderen Mitreisenden sollen nicht eingeschritten sein. 

Noah schreibt:

"Die U-Bahn war voll mit kräftigen, erwachsenen Männern. Sie haben zugesehen."

Doch Noah hat Glück im Unglück – zwei junge Passanten ziehen ihn aus der Bahn, nachdem Noah eine Bierflasche am Kopf getroffen haben soll. Er muss ins Krankenhaus. Sein Schneidezahn ist abgebrochen, er hat einige Prellungen und eine leichte Gehirnerschütterung.

So steht es in dem Krankenhausbericht:

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Noahs Krankenhausbericht facebook/Noah sari

Das eine sind die körperlichen Folgen. Noch schlimmer ist für Noah aber etwas anderes: Was ihn nach dem Vorfall am meisten bedrücke, sei die fehlende Zivilcourage, sagt Noah watson.

"Die Passanten hätten eingreifen und das Schlimmste verhindern können. Aber keiner hat etwas getan. Ich bin immer noch fassungslos."

Nachdem Noah aus der Bahn gezogen wurde, rief er die Polizei, erzählt er. Diese sei gleichzeitig mit dem Rettungsdienst in der U-Bahnstation eingetroffen. Auf der Wache stellte er eine Anzeige wegen Körperverletzung gegen Unbekannt, so bestätigt es die Münchener Polizei. Bislang blieben die Ermittlungen jedoch ohne Erfolg.

Noah wolle das Geschehene jetzt erst einmal sacken lassen, erzählt er. "Bisher weiß ich nur: Ich fange mit Kampfsport oder Selbstverteidigung an und werde das auch meiner Familie raten. Denn wenn ihnen was passiert, kann ich mich nicht darauf verlassen, dass ihnen geholfen wird."

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Der 21-Jährige zeigt seine Prellungen im Gesicht. facebook/Noah sari

Und auch am Ende seines Facebook-Posts bezieht er noch einmal Stellung:

"Wir müssen verstehen, dass wir in unserer Gesellschaft nicht nur eine Verantwortung für unsere Familien oder Freunde tragen, sondern für ALLE unsere Mitmenschen! Wir müssen uns darauf verlassen können, dass wir uns in der Not gegenseitig helfen und nicht tatenlos zusehen!"

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