Kunst

Notre-Dame vor totaler Zerstörung gerettet – was über das Inferno bekannt ist

Den Parisern bricht das Herz: Am Montagabend stand ihr Wahrzeichen in Flammen. Feuerwehrleute konnten das Schlimmste verhindern.

sarah serafini

Wann und wo ist der Brand ausgebrochen?

In der weltberühmten Kathedrale Notre-Dame in Paris ist am frühen Abend ein Feuer ausgebrochen. Laut diversen Nachrichtenagenturen entzündete sich das Feuer gegen 18.50 Uhr auf dem Dachboden der Kathedrale.

Stundenlang sah man, wie dichter Rauch aus dem Turm des historischen Gebäudes aufstieg. Flammen schossen aus dem Dach der Kirche, das eines der wichtigsten Wahrzeichen von Paris ist. Innerhalb kürzester Zeit hatten sich die Flammen im Dachstuhl ausgebreitet, dicke Rauchwolken hingen über dem Pariser Abendhimmel.

Bis zu 500 Feuerwehrleute standen die ganze Nacht im Einsatz und versuchten das Feuer unter Kontrolle zu bringen. Gegen 4 Uhr meldete ein Sprecher der Feuerwehr, das Feuer in der Notre-Dame sei gelöscht.

Was war die Brandursache?

Laut der französischen Nachrichtenagentur AFP könnte der Brand mit Renovierungsarbeiten zusammenhängen. Ermittler behandeln das Feuer als Unfall. Brandstiftung wurde am Montagabend ausgeschlossen, teilte das Büro der Staatsanwaltschaft am Montagabend mit. Darunter fielen auch mögliche terroristische Hintergründe. Die Polizei werde in Richtung "ungewollte Zerstörung durch Feuer" ermitteln, hieß es.

Was wurde in den Flammen zerstört?

Der gesamte Dachstock der Notre Dame stand in Flammen. Zuerst war unklar, ob man das Gewölbe der Kathedrale retten kann. Verzweifelt sagte der Sprecher von Notre-Dame André Finot:

"Alles brennt. Vom Dachstuhl, der zu einem Teil aus dem 19. Jahrhundert und zum anderen Teil aus dem 13. Jahrhundert stammt, wird nichts übrig bleiben."

Um circa 21 Uhr stürzte das Dach und ein Spitzenturm ein. Ein Feuerwehrmann wurde laut Meldungen ernsthaft verletzt.

Der Moment, als die Spitze von Notre-Dame fällt

Was konnte vor den Flammen gerettet werden?

Im Verlaufe des Brandes ging die Feuerwehr dazu über, Kunstwerke aus der Kathedrale zu retten. Einsatzkräfte versuchten, Kunst und andere historische Sachen in Sicherheit zu bringen.

Eine der wichtigsten Reliquien der katholischen Kirche konnte gerettet worden. Es handelt sich dabei um die Dornenkrone, die Jesus Christus bei seiner Kreuzigung getragen haben soll, sagte Patrick Chauvet, Direktor der Kathedrale am späten Montagabend vor Journalisten. Sie gilt als eine der wertvollsten Reliquien, die in der Kathedrale aufbewahrt werden.

Um 23 Uhr meldete der Sprecher der Feuerwehr, dass die beiden Haupttürme der Notre-Dame gerettet werden konnten. Auch die Gebäudestruktur sei "vor der vollkommenen Zerstörung bewahrt worden". Die gotische Kirche könne "in ihrer Gesamtheit erhalten" werden.

Notre-Dame gehört zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten der französischen Hauptstadt. Jedes Jahr besuchen zwischen zwölf und 14 Millionen Menschen die Kathedrale. Der Grundstein des katholischen Gotteshauses wurde im Jahr 1163 gelegt. Berühmt wurde die Kathedrale auch durch den Roman "Der Glöckner von Notre-Dame" des Schriftstellers Victor Hugo von 1831.

Wie reagieren die Bewohner von Paris?

An den Quais und auf den Brücken bildeten sich große Zuschauermengen. Sichtlich geschockte Pariser und Touristen versammelten sich, einige weinten, andere beteten.

"Es gibt keine Worte, diesen Schmerz zu beschreiben": Die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalogo sprach in ihrem Tweet wohl vielen Menschen aus dem Herzen.

Wie reagiert der französische Präsident?

Der französische Präsident Emmanuel Macron musste seine für 20 Uhr geplante Fernsehansprache als Antwort auf die Proteste der "Gelbwesten" verschieben. Er begab sich vor Ort und traf sich an der brennenden Kathedrale mit Einsatzkräften.

Das Feuer werde wie ein nationaler Notstand behandelt, sagte er am Montagabend. Zuvor hatte er getwittert, mit der Kirche stehe "ein Teil von uns" in Flammen. Er sei wie alle seine Landsleute sehr traurig und denke an alle Katholiken und Franzosen.

Um 23.30 Uhr richtete sich der französische Präsident Emmanuel Macron an die Medien. Er sagte, was heute Abend in Paris passiert sei, sei eine fürchterliche Katastrophe. Er bedankte sich bei den Feuerwehr-Leuten, die stundenlang im Einsatz standen. "Das schlimmste konnte vermieden werden, auch wenn der Kampf noch nicht vorüber ist."

Wie geht es jetzt weiter?

Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron sagte am späten Montagabend am Ort des Geschehens: "Wir werden Notre-Dame wieder aufbauen." Mit Blick auf das historische Bauwerk sagte der 41-Jährige: "Es ist das Epizentrum unseres Lebens."

Die französische Kulturerbe-Stiftung Fondation du Patrimoine hat eine Spendensammlung für den Wiederaufbau der Notre Dame gestartet. Diese "nationale Sammelaktion" war bereits in der Nacht zum Dienstag auf der Internetseite der Stiftung zugänglich.

Die Familie um den französischen Milliardär François-Henri Pinault versprach, 100 Millionen Euro für den Wiederaufbau der von Flammen verwüsteten Kathedrale zu spenden. Das gab der Chef des Luxusmodekonzerns Kering (Gucci, Saint Laurent, Balenciaga) in der Nacht auf Dienstag bekannt.

(Mit Material von dpa/afp/ap)

Notre-Dame in Flammen

Das könnte dich auch interessieren:

ZDF-"Fernsehgarten": Jetzt ist klar, was hinter Mockridges Skandal-Auftritt stecken soll

Link zum Artikel

Erzieherin: "Was viele Kollegen in Kitas tun, ist eigentlich Kindesmisshandlung"

Link zum Artikel

Jede Menge Regelverstöße bei "Promi Big Brother" – doch der Sender ahndet das nicht

Link zum Artikel

Coutinho verrät seine Lieblingsposition – und bringt die Bayern damit in ein Dilemma

Link zum Artikel

Nach Tod von Ingo Kantorek: RTL 2 schneidet einige Szenen aus "Köln 50667"

Link zum Artikel

Segler-Paar über Gretas Segelreise: "Als würde man sich in eine Rakete setzen"

Link zum Artikel

"Promi Big Brother": Zlatko ist raus – warum er scheiterte und was er über Jürgen sagt

Link zum Artikel

Wie Salihamidzic die Transfers des FC Bayern vergeigte – und die Spieler dies ausnutzten

Link zum Artikel

Greta Thunberg liest auf dem Segelboot "Still" – was das über sie aussagt

Link zum Artikel

"Promi BB": Kollege von Bewohnerin stirbt – so wird Janine vom Tod erfahren

Link zum Artikel

Zuschauer stellt Höcke NPD-Frage – bei seiner Antwort schmunzelt er

Link zum Artikel

Warum der FC Bayern derzeit an sich selbst scheitert – und was das mit Sané zu tun hat

Link zum Artikel

Kuss bei "Promi Big Brother" war peinlich? Von wegen: Hier kommt Stalker Joey Heindle

Link zum Artikel

BVB-Doku auf Amazon zeigt Trauma des Anschlags – so nah waren wir noch nie dran

Link zum Artikel

PR-Desaster Sané: Ex-Bayern-Coach Hitzfeld kritisiert die Bosse

Link zum Artikel

Heidi Klum postet Grotten-Foto – und muss nach Shitstorm den Beitrag ändern

Link zum Artikel

Perisic richtet Worte an Sané – und erklärt, was er nach dem Bayern-Anruf tat

Link zum Artikel

Warum Whatsapp für das iPhone massiv überarbeitet werden muss

Link zum Artikel

FC Bayern stellt Perisic auf Instagram vor – viele Fans sind wütend

Link zum Artikel

"Promi Big Brother": Beliebter Kandidat sollte keine Sendezeit bekommen

Link zum Artikel

Sané-Ersatz: Warum der FC Bayern mit Perisic alles richtig gemacht hat

Link zum Artikel

"Steh da wie ein Spacko" – Lena Meyer-Landrut kotzt sich bei ihren Fans aus

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Was wollen die "Gelbwesten"? Wir haben sie gefragt

"Wir wollen leben, nicht nur überleben": "gilets jaunes" in Paris sprechen mit watson Klartext.

In Frankreich strömten auch diesen Samstag tausende "gilets jaunes" die Straßen und ließen ihrer Wut auf Präsident Macron freien Lauf. Die Stimmung war aufgeladen, viele wollten nicht mit Journalisten sprechen. 

Auf unserem Streifzug durch Paris haben wir Paul, Yves, Claire, Mégane, Yannik, Jessica und Marc kennengelernt. Sie alle erzählen Geschichten von sozialer Ungerechtigkeit, von prekären Lebensumständen. Es sind zum großen Teil Menschen, die kaum von ihrem Lohn leben können – …

Artikel lesen
Link zum Artikel