Russland
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Russische Regierung weist Verdacht im Fall Skripal zurück – schon wieder 

Die russische Regierung hat Verdächtigungen im Fall des vergifteten Ex-Agenten Sergej Skripal erneut zurückgewiesen. Russland habe keine anderen Kampfstoffe besessen als jene, die der Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) gemeldet worden seien, sagte der stellvertretende Industrieminister Georgi Kalamanow am Donnerstag in Moskau.

Sie seien alle bis 2017 unter Aufsicht der OPCW vernichtet worden, bekräftigte er.

Der britische Außenminister Boris Johnson sagte allerdings dazu, es gebe keinen Zweifel mehr über das Gift. "Es gibt keine andere Erklärung, wer dafür verantwortlich ist - nur Russland hat die Mittel, ein Motiv und die Erfahrung".

Die Organisation für ein Verbot der Chemiewaffen (OPCW) hat nach dem Attentat auf den russischen Ex-Spion Sergej Skripal und dessen Tochter Julia deren Blutproben analysiert.

Dabei kamen die Experten zu dem Schluss, dass bei dem Attentat tatsächlich das russische Nervengas Nowitschok verwendet wurde. Die Zusammenfassung des Berichts ist öffentlich einsehbar.

Nowitschok war in der Sowjetunion entwickelt worden. Die OPCW benannte keinen Verantwortlichen für das Attentat, da dies nicht ihre Aufgabe war.

Auszüge aus dem OPCW-Bericht

Ein vollständiger Bericht, der allerdings geheim ist, soll den Unterzeichnerstaaten der OPCW zur Verfügung gestellt werden. Die britische Regierung berief für den 18. April ein Treffen der OPCW ein, um über das weitere Vorgehen zu beraten.

Was war passiert?

Der frühere Doppelspion Sergej Skripal und seine Tochter Julia waren am 4. März bewusstlos auf einer Parkbank in Salisbury gefunden worden. Sie sollen mit dem, in der ehemaligen Sowjetunion entwickelten, Kampfstoff Nowitschok vergiftet worden sein. London bezichtigt Moskau als Drahtzieher des Attentats. Russland dementiert dies und pocht wegen der unklaren Beweislage auf eine unabhängige Untersuchung, an der auch russische Ermittler beteiligt sein sollten.

Russland weist jede Verantwortung zurück. Der Fall führte zu einer schweren diplomatischen Krise zwischen den führenden westlichen Staaten und Russland.

(pb/hd/dpa/jd)

Mehr Infos zum Streit zwischen den beiden Ländern:

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