Gesundheit
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Eine Krankenschwester oder Aerztin in OP Kleidung vor einer Operation. Symbolfoto fuer arbeiten im Krankenhaus. McPBBO McPBBO

a Nurse Or Doctor in OP clothes before a Operation Symbolic image for Work in Hospital

Achtung, Symbolfoto-Spritze! Bild: imago

Hallo, Impfgegner – diese 7 Antworten zur Grippe sind speziell für euch

Daniel Huber / watson.ch

Viele Leute wollen sich nicht impfen lassen – aus unterschiedlichen Gründen. Die hoch ansteckende Grippe ("Influenza") wird allerdings oft unterschätzt, denn man verwechselt sie gern mit einem bedeutend harmloseren grippalen Infekt ("Erkältung"). Die Grippe schwächt das Immunsystem stark und kann lebensbedrohliche Komplikationen verursachen. 

Die Grippe in Deutschland:

Nach Einschätzung des Robert-Koch-Instituts erkrankten zwischen Ende Dezember 2017 und Anfang April 2018 hierzulande nachweislich 333.567 Menschen an einer Grippe. Die Zahl der tatsächlich Erkrankten dürfte weit darüber liegen. Nachweislich 1665 Patienten sind in diesem Zeitraum durch Influenza-Viren gestorben – auch hier dürften die tatsächlichen Todeszahlen tatsächlich höher liegen, da sich Grippeerreger nicht bei allen Gestorbenen feststellen lassen. Bei einer bakteriellen Lungenentzündung als Todesursache sind sie zum Beispiel oft nicht mehr nachzuweisen.

dpa

Die Impfung schützt zwar nicht hundertprozentig vor einer Infektion, aber sie ist das beste Mittel gegen Grippe. Am wirksamsten ist die Impfung, wenn sie vor Beginn der Grippewelle erfolgt – am besten zwischen Mitte Oktober und Mitte November. Sie wird allen empfohlen, die sich selbst schützen und andere nicht anstecken wollen. Falls man zu einer Risikogruppe (siehe Punkt 5) gehört, ist eine Impfung dringend geboten. 

Wie wirksam ist die Grippeimpfung?

Einen absoluten Schutz kann die Impfung nicht bieten, denn die Influenzaviren mutieren, so dass das Immunsystem sie nicht immer zuverlässig erkennen und bekämpfen kann. Die Wirksamkeit hängt daher auch davon ab, welche Viren zirkulieren und ob der Impfstoff sie abdeckt. Die Abdeckung ist von Jahr zu Jahr unterschiedlich gut, liegt aber häufig über 90 Prozent.

Zudem beeinflussen auch weitere Faktoren wie das Alter der Geimpften die Wirksamkeit – bei älteren Personen ist sie geringer. Deshalb kann die Wirksamkeit der Impfung für eine bestimmte Saison nicht genau beziffert werden – nach Angaben des Bundesamts für Gesundheit (BAG) senkt sie bei gesunden jüngeren Erwachsenen das Erkrankungsrisiko um 70–90 Prozent, bei Senioren um 30–50 Prozent. 

Falls es trotz der Impfung zu einer Erkrankung kommt, sind deren Symptome jedoch oft abgeschwächt. Zudem treten seltener schwere Komplikationen auf.

Kann der Impfstoff Nebenwirkungen haben?

Ja. Bei rund einem Drittel der Geimpften treten an der Einstichstelle eine Rötung sowie eine leichte Schwellung oder Schmerzen auf. Sie klingen nach wenigen Stunden bis zwei Tagen ab und erfordern keine Behandlung. 

Sehr viel seltener kommt es zu Nesselausschlag, Ödemen, allergischem Asthma oder – meist bei bereits bestehender Allergie – zu einer schweren allergischen Reaktion. Wer unter starken Nebenwirkungen leidet, sollte einen Arzt aufsuchen.

Extrem selten kommt es zu einem Guillain-Barré-Syndrom (GBS) – ungefähr bei einem Fall auf eine Million Geimpfte. GBS tritt aber viel häufiger als Folge einer Komplikation bei einer Grippe-Infektion auf. Die Impfung schützt damit mehr vor GBS, als sie es auslöst. Ohnehin ist das Risiko, dass die Grippe schwere Komplikationen verursacht, sehr viel höher als jenes von schwerwiegenden Nebenwirkungen der Impfung. 

Impfspritze mit Schatten Grippe, Grippeimpfung *** Injection syringe with shadow flu flu shot

Bild: imago

Kann die Impfung die Grippe auslösen?

Nein, das ist nicht möglich. Der Impfstoff, der das Immunsystem zur Produktion von spezifischen Antikörpern anregt, besteht aus Fragmenten von inaktivierten Viren verschiedener Influenza-Virenstämme. Sie können keine Grippe verursachen. 

Warum haben Geimpfte manchmal grippeartige Symptome?

Fünf Gründe können dazu führen: 

Ungenügende Abdeckung: Wenn der Impfstoff die aktuell zirkulierenden Virenstämme nicht vollumfänglich abdeckt, bietet er nur teilweisen Schutz.

Geringe Schutzwirkung: Vornehmlich bei älteren oder immungeschwächten Personen entsteht nach der Impfung nur eine schwache körpereigene Immunabwehr und sie sind dann nur teilweise geschützt. Falls sie an Grippe erkranken, sind die Symptome aber geringer und es kommt seltener zu Komplikationen. 

Zeitpunkt der Impfung: Bis die Immunabwehr des Körpers sich ausgebildet hat, dauert es etwa zwei Wochen. In dieser Zeit kann man angesteckt werden. 

Nebenwirkungen der Impfung: Fünf bis zehn Prozent der Geimpften können mit Fieber, Muskelschmerzen oder einem leichten Krankheitsgefühl reagieren. Diese Symptome sind meist harmlos und verschwinden nach kurzer Zeit wieder.  

Erkältung: Oft wird eine harmlose Erkältung mit der Grippe verwechselt, denn die Symptome ähneln sich. Erkältungen verursachen jedoch nur selten Komplikationen. 

Wer sollte sich impfen lassen?

Wer zu einer Risikogruppe gehört, sollte sich unbedingt impfen lassen. Dies betrifft: 

Soll man sich impfen lassen, obwohl man keiner Risikogruppe angehört?

Wenn du zuhause oder bei der Arbeit regelmäßig in Kontakt mit Personen kommst, die ein erhöhtes Risiko für eine Komplikation haben, solltest du dich impfen lassen. So verhinderst du, dass du solche gefährdeten Personen ansteckst. 

Bei gesunden Kindern und gesunden jüngeren Erwachsenen verläuft die saisonale Grippe meistens ohne Komplikationen. Ihre Symptome sind allerdings unangenehm. Überdies kann eine Impfung im Herbst verhindern, dass man beispielsweise in den Winterferien an einer Grippe erkrankt. 

Grippeimpfcheck

Der Grippeimpfcheck auf impfengegengrippe.ch klärt mit fünf Fragen, ob für dich eine Impfung gegen die saisonale Grippe empfohlen wird: 

>>> Zum Grippeimpfcheck

Achtung: Der Impfcheck ersetzt keinesfalls die individuelle ärztliche Beratung!

Wann darf man sich NICHT impfen lassen?

Wer bei einer früheren Grippeimpfung eine schwere allergische Reaktion auf einen Bestandteil des Impfstoffs hatte, sollte sich nicht impfen lassen. Dies gilt auch für Personen, die stark allergisch auf Hühnereiweiß sind. 

Wer hohes Fieber hat, sollte mit der Impfung warten, bis es abgeklungen ist. Sonst könnte der Impfschutz vermindert werden. 

Während der Schwangerschaft und in der Stillzeit kann die Grippeimpfung dagegen ohne Bedenken vorgenommen werden. Sie wird empfohlen, um die Mutter und das Neugeborene vor der Grippe-Infektion zu schützen. 

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