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Bild: TNN/dpa

10 Verletzte nach Attacke in Lübecker Bus – Fahrer verhinderte wohl Schlimmeres

Bei einer Gewalttat in einem Linienbus sind am Freitag in Lübeck mehrere Menschen verletzt worden.

Was wir wissen:

Und zwar hier:

10 Verletzte, keine Toten

Die Polizei Schleswig-Holstein geht mittlerweile von 10 Verletzten aus. Schleswig-Holsteins Innenminister Hans-Joachim Grote (CDU) hatte am Nachmittag noch bekannt gegeben, dass insgesamt neun Menschen verletzt worden seien. Sechs Menschen seien durch Stiche, drei auf andere Weise verletzt worden.

Die Polizei hat ein Bürgertelefon eingerichtet:

Schnelles Handeln des Busfahrers hat bei der Messerattacke offenbar Schlimmeres verhindert. Der Busfahrer habe "schnell und couragiert gehandelt", sagte Schleswig-Holsteins Innenminister Hans-Joachim Grote (CDU) am Freitagabend in Lübeck. "Dem gebührt ein großer Dank." 

Laut Grote hatte der Fahrer im Rückspiegel Qualm bemerkt, den Bus gestoppt und alle Türen geöffnet. Anschließend soll der mutmaßliche Täter nach ersten Erkenntnissen der Ermittler wahllos auf Fahrgäste eingestochen haben. Unklar ist noch, ob er das noch im Bus oder erst draußen tat. Der Fahrer sei zu dem Tatverdächtigen geeilt und von diesem geschlagen worden, sagte Grote. "Dann hat es ein Handgemenge gegeben." Gemeinsam hätten Passagiere und Fahrer versucht, den Mann zu überwältigen.

Mitarbeiter des Kampfmittelraeumdienstes untersuchen Gegenstaende am Bus. Messerangriff in einem Linienbus in Luebeck Kuecknitz auf der Travemuender Landstrasse, 20.07.18 Luebeck Kuecknitz Schleswig-Holstein Germany Travemuender Landstrasse *** Staff of the ordnance service investigate objects on the bus Messerangriff in a bus in Luebeck Kuecknitz on the Travemuender road 20 07 18 Luebeck Kuecknitz Schleswig Holstein Germany Travemuender road Copyright: xAgentur54Gradx/xChristianxSchaffrathx

Polizei riegelt den Ort des Verbrechens ab. Bild: imago stock&people

Der Festgenommene soll laut Polizei Schleswig-Holstein ein 34-jähriger deutscher Staatsangehöriger mit Wohnsitz in Lübeck sein. Es liegen aktuell keine Hinweise auf eine politische Radikalisierung des Mannes vor. Auch gebe es derzeit keinerlei Anzeichen auf einen terroristischen Hintergrund.

Mutmaßlicher Täter verweigert die Aussage

Der mutmaßliche Täter verweigert bislang die Aussage zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen. "Der Tatverdächtige hat sich bisher zu den Vorwürfen nicht eingelassen", sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Lübeck, Ulla Hingst, am Freitag.

Der Mann sollte voraussichtlich am Samstagvormittag einem Haftrichter vorgeführt werden. Die Staatsanwaltschaft will einen Haftbefehl wegen versuchter vorsätzlicher Brandstiftung, gefährlicher Körperverletzung und Körperverletzung gegen den 34-Jährigen erwirken.

Der Rucksack sei durch Mitarbeiter des Munitionsräumdienstes überprüft worden. Es soll sich Brandbeschleuniger, aber kein Sprengstoff in dem Rucksack befunden haben. 

Das soll passiert sein

Die "Lübecker Nachrichten" berichteten ferner unter Berufung auf einen Augenzeugen, dass der Bus voll besetzt in Richtung Travemünde unterwegs war, als plötzlich ein Passagier einen Rucksack haben fallen lassen. Der Mann soll danach eine Waffe gezogen und Menschen angegriffen gaben. Der Fahrer habe den Bus sofort gestoppt und geistesgegenwärtig die Türen geöffnet. So konnten Passagiere flüchten.

Die "Lübecker Nachrichten" zitieren einen Zeugen mit den Worten:

"Die Passagiere sprangen aus dem Bus und schrieen. Es war furchtbar. Dann wurden Verletzte abtransportiert. Der Täter hatte ein Küchenmesser."

Nach Polizeiangaben hat der mutmaßliche Täter die Passagiere mit einem Stichwerkzeug angegriffen. "Wir wissen nicht genau, ob es tatsächlich ein Messer war", sagte ein Polizeisprecher.

Innenminister reist zum Tatort

Schleswig-Holsteins Innenminister Hans-Joachim Grote (CDU) und Lübecks Bürgermeister Jan Lindenau (SPD) sind zum Tatort gefahren. Mit Blick auf die am Freitagabend startende Travemünder Woche sagte Grote, die Hintergründe der Tat müssten geklärt werden. Die Sicherheitsmaßnahmen für die Segelveranstaltung seien nach derzeitigem Stand ausreichend.

(ts/fh/dpa)

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