NRW
Inferno im Krefelder Zoo am 01.01.2020 in Krefeld Inferno im Krefelder Zoo. Das Affenhaus ist in der Silvesternacht vollständig niedergebrannt. Alle Tiere sind tot. Eine Katastrophe für den Tierpark. Das Affenhaus aber brannte bis auf die Grundmauern ab. Mehr als 30 Tiere verloren nach Angaben der Polizei ihr Leben. In dem Haus lebten vor allem Orang-Utans und Schimpansen. Die Brandursache war in der Nacht noch unklar. Die Feuerwehr war in der Nacht noch mit Löscharbeiten beschäftigt. Die Stadt Krefeld wollte im Laufe des Mittwochs auf einer Pressekonferenz weitere Informationen bekanntgeben. *** Inferno at Krefeld Zoo on 01 01 2020 in Krefeld Inferno at Krefeld Zoo The monkey house was completely burned down on New Years Eve All animals are dead A catastrophe for the zoo The monkey house, however, burned to the ground More than 3 xHDx

An Silvester starben im Affenhaus des Krefelder Zoos über 30 Tiere. Ein Himmelslaternen-Hersteller nutzte die Tragödie danach für seine Werbezwecke. bild:imago images/revierfoto/screenshot twitter/watson montage

Hohn für tote Affen: Firma wirbt mit "sicheren Himmelslaternen" – Shitstorm!

Manchmal gibt es Sätze, die man einfach nicht aussprechen, sondern lieber für sich behalten sollte. Erst recht sollte man sie nicht twittern.

Diesen Rat hätte auch das britische Unternehmen "Night Sky Lanterns" befolgen sollen. Die Firma verkauft sogenannte Himmelslaternen. Eine solche Laterne ist nach derzeitigem Stand auch Auslöser des Brands im Affenhaus des Krefelder Zoos, bei dem in der Nacht auf Neujahr über 30 Tiere verendeten.

"Night Sky Lanterns" ließ es sich nicht nehmen, zwei Tage danach zwei zynische Tweets zu der Feuerkatastrophe abzusetzen. Zunächst postete das Unternehmen: "Deutscher Zoo: Himmelslaterne löst Brand aus und tötet 30 Affen. Nicht die Laterne ist Schuld, sondern diejenigen, die sie falsch angewendet haben."

Himmelslaternen-Hersteller verhöhnt Affen, die im Feuer starben

Ein Tweet, der der Waffenlobby-Logik "Guns don't kill people, people kill people" folgt. Nicht einmal eine Stunde verhöhnte "Night Sky Lanterns" dann mit einem weiteren Tweet die toten Affen von Krefeld: "Lasst uns 30 Himmelslaternen aufsteigen lassen, um an diese Tragödie zu erinnern." Das helfe hoffentlich dabei, jedem klarzumachen, wie wichtig es sei, "nur solche Himmelslaternen einzusetzen, die aus besonders hochwertigen Materialen gefertigt sind."

Offenbar nutzt die britische Firma die Tragödie für Werbung in eigener Sache. Das kam bei vielen Nutzern gar nicht gut an, wenig überraschend. Die meisten waren erschrocken von der Taktlosigkeit der Tweets, konnten es nicht glauben, was das Unternehmen da in die Welt gesetzt hatte: "Habt ihr zu viel Lack gesoffen?", "Wie könnt ihr es wagen?", "Glaubt ihr wirklich, dass das die richtige und vernünftigste Antwort auf diese Tragödie war?" – um nur einige wütende Reaktionen zu nennen.

Anstatt sich zu entschuldigen, oder die Situation irgendwie zu entschärfen, bedankte sich "Night Sky Lanterns" am nächsten Tag für die vielen Kommentare: "Wir sind allen Beteiligten dankbar, dass sie das Bewusstsein für diesen schrecklichen Unfall geschärft haben. Es überrascht uns nicht, dass die Menschen so leidenschaftlich an der Krefelder Tragödie interessiert sind, die nie hätte geschehen dürfen. Dieser Unfall hätte vermieden werden können, wenn diese schlecht gemachten Himmelslaternen nicht auf dem Markt erhältlich gewesen wären." Es sei außerdem wichtig, dass die Menschen im Umgang mit den Laternen wenige einfache, aber wesentliche Richtlinien befolgten.

Vielleicht sollte "Night Sky Lanterns" erstmal ein paar wesentliche Richtlinien in Sachen "Erst denken, dann twittern" befolgen...

(as)

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