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Adieu, Madame, Sie waren wunderbar! Zum Tod von Hannelore Elsner

Die Schauspielerin begleitete uns sechs Jahrzehnte lang. Sie starb am Ostersonntag in München. Ein Nachruf.

Simone Meier / watson.ch

Es gibt Gesichter, von denen nimmt man an, sie seien für die Ewigkeit. Oder wenigstens über den kurzen Abschnitt hinaus, den das eigene Leben der Ewigkeit abtrotzt. Gesichter, die von einer Schönheit sind, wie sie nur sehr viel und sehr großzügig gelebtes Leben erzeugt. Hannelore Elsner war eins dieser Gesichter, die Landschaft eines Lebens. Jetzt ist es nicht mehr. Jedenfalls nicht mehr im Leben. In all den Momenten, die Kameras eingefangen haben, wird es weiterhin für uns da sein.

Nach einem heftigen und kurzen Krebsleiden sei sie am Ostersonntag im Alter von 76 Jahren friedlich entschlafen, teilte der Anwalt ihrer Familie mit. Sie starb in einem Münchner Krankenhaus, wo sie bis zuletzt unter einem Pseudonym stationiert gewesen war. Sie hinterlässt einen Sohn und über 220 Rollen, die sie für Film und Fernsehen verkörperte. Von 1959 bis 2019.

Die deutsche Schauspielerin Hannelore Elsner bei einem Shooting, Ende 1960er Jahre. German actress Hannelore Elsner at a photo shooting, end 1960s. Copyright: Roba/SiegfriedxPilz UnitedArchives03190

the German Actress Hannelore Elsner at a Shooting End 1960 Years German actress Hannelore Elsner AT a Photo Shooting End 1960s Copyright roba  UnitedArchives03190

Hannelore Elsner bei einem Shooting, Ende der 1960er Jahre. Bild: imago stock&people

1959 debütierte sie als Partnerin von Freddy Quinn in "Freddy unter fremden Sternen", 2019 beschloss sie ihre Filmographie als nierenkranke Moderatorin im ARD-Film "Lang lebe die Königin". Sie hoffte vergeblich, noch einmal aus dem Krankenhaus ans Filmset zurückkehren zu können, um die letzten Szenen zu drehen.

Ihre Kindheit

1943 kam sie als Tochter eines Ingenieurs in Bayern zur Welt, kurz vor Kriegsende verlor sie ihren zwei Jahre älteren Bruder bei einem Tieffliegerangriff. Er war auf dem Weg zur Großmutter, der Zug wurde bombardiert, im Körper des Bruders fanden sich sechs Patronen. Als Hannelore Elsner acht war, starb ihr Vater an Tuberkulose, als sie 38 war, verunglückte ihr damaliger Partner tödlich bei einem Autounfall.

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Ein Bild aus den 70er Jahren. Bild: www.imago-images.de

"Ich erinnere mich an Wiesen und Bäche und den Waginger See, in dem ich als sechsjähriges Mädchen mit meinem Vater geschwommen bin", sagte sie in einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung", "an meine Oma, die so bäuerlich und liebevoll war und uns Zwetschgendatschi gebacken hat. Verstecke im Heuschober. Sommergewitter. Und hinter jedem Löwenzahn lauerte das Grauen, wie in jeder Idylle."

Ihre Rollen

Die Mutter schickte sie ins Kloster-Internat, wo sich Hannelore vorstellte, wie die Nonnen "etwas mit Priestern" hätten und tote Babys einmauerten. Nach ihrer Schauspielausbildung in München wurde sie zur sexy Verlockung des frivol-biederen deutschen 60er-Jahre-Films, etwa "Das Mädchen mit den schmalen Hüften". Im Alter zur Grande Dame der Komödie – wie in Dani Levys "Alles auf Zucker" oder als tyrannische Mutter des Münchner Modedesigners Rudolph Mooshammer 2018 in "Der große Rudolph".

Schauspielerin Hannelore Elsner (BRD)

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Zwölf Jahre lang war sie "Die Kommissarin", 2000 erntete sie Preise als "Die Unberührbare" von Oskar Roehler, sie gastierte im "Tatort" und im "Traumschiff", und wenn sie nicht selbst vor der Kamera stand, war sie die Synchronstimme von Liza Minelli und Fanny Ardant.

Die Kommissarin (ARD) Til Schweiger und Hannelore Elsner 06/94 am quer halb neutral TV-Produktion Fernsehen Schauspiel Serie Szene Krimi

Ihr blieb aber auch nichts erspart... bild: Imago

"Ich lerne den Text nicht auswendig, ich esse ihn auf, fotografiere ihn buchstäblich. Natürlich ist auch immer ein bisschen Technik und Erfahrung mit dabei", sagte sie einmal. Schauspiel war für sie rückhaltlose, schonungslose Selbstverschwendung:

"Du bist, wenn du einen Film drehst, die Knetmasse für den Regisseur. Du bist zu allem bereit, was die Rolle betrifft. Du verschenkst dich, du gibst alles, was du kannst."

Hannelore Elsner

"Ich will 120 werden – mindestens", war ihr Bonmot, es war ihr nicht gewährt. Ihre Autobiografie taufte sie "Im Überschwang". Sie liebte die Schriftstellerin Siri Hustvedt, das Alleinsein ebenso wie die große Gesellschaft. Sie lebte, wie sie spielte. Viel und großzügig. Und sie sei, sagen die nicht mehr ganz so jungen Redaktions-Herren von watson, "die attraktivste ältere Frau aller Zeiten" gewesen. Zum Glück haben wir das auf Film.

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