Islam

2 Wochen später: Warum gibt es nach den Brandanschlägen noch keine Festnahmen?

Als Dincer Celik den verkohlten Eingang der Koca-Sina-Camii-Moschee zum ersten Mal sah, war da nur Schweigen und Kopfschütteln. Hier ging er vier Jahre mit seinen Kindern zum Beten, saß auf den Bänken, die jetzt nur noch Asche sind, seit am 11. März Molotowcocktails in die Fenster flogen.

Über 2 Wochen ist dieser Anschlag her, aber die Täter wurden immer noch nicht gefunden. Und zu Dincers Trauer mischt sich nun auch Ärger. "Die Polizei muss doch langsam wissen, wer das war", sagt der 49-Jährige zu watson.de.

Das sagt Dincer Celik

"Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Polizisten noch keinen Verdächtigen geschnappt haben – es gab doch sogar Augenzeugen! Mir macht es Angst und ich traue der Sache auch nicht. Ich habe mich in Deutschland immer sicher gefühlt, aber vielleicht war das vorschnell."

Dincer steht mit diesem Gefühl nicht alleine da. Im Laufe nur eines Wochenendes Anfang März ereigneten sich ganze 5 Anschläge auf Moscheen, türkische Vereinshäuser und Gemüsehändler. Jedesmal waren 2-3 Täter gesichtet worden, doch geschnappt wurde keiner.  Auch der Ditib-Verband zeigt sich enttäuscht, dass die Ermittler nicht weiter sind. 

Das sagt Ditib

"Ditib fordert von Staat und Sicherheitsbehörden den Schutz der Moscheen zu gewährleisten und die Hintergründe der Angriffe so schnell wie möglich aufzudecken." Auch die Politik solle sich mit dem Thema befassen "bevor noch was Schlimmeres passiert".

Das sagt die Polizei

Ditib würde sich wünschen, dass die Anschläge nicht als Einzelfälle in den jeweiligen Bundesländern (Baden-Württemberg, Berlin, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen) behandelt werden, sondern die Ermittler deutschlandweit zusammenarbeiten.

Immerhin wurden die Staatsanwälte in Ahlen und Itzehohe inzwischen eingeschaltet. Doch von Festnahmen hört man nichts, nicht einmal das Motiv scheint klar. Weiß die Polizei wirklich noch nicht mehr? Wir fragen nach.

Ahlen 12.3.

Brandsätze beschädigen einen türkischen Kulturverein und ein davor parkendes Auto in Nordrhein-Westfalen.

Knappe Antwort, nichts Neues. Nur soviel: "Da ein politisch motivierter Hintergrund der Tat nicht ausgeschlossen werden kann, hat der Staatsschutz des Polizeipräsidiums Münster die Ermittlungen übernommen."

Berlin 11.3.

Die zwei Vorderräume einer Moschee brennen vollständig aus, nachdem Molotowcocktails hineingeworfen werden.

Zeugen sahen zwar drei Jugendliche direkt nach dem Anschlag vom Tatort davonlaufen, geschnappt wurden diese allerdings nicht. "Es gibt nichts Neues. Die Ermittlungen laufen noch", so die Polizei Berlin. Auch hier hat der Staatsschutz die Ermittlungen übernommen.

Itzehohe 11.3.

Zuerst werden die Fenster einer Moschee eingeschlagen, dann ein türkisch geführter Gemüseladen angezündet.

Die Staatsanwaltschaft hat den Fall von der Polizei Itzehohe übernommen. Neuigkeiten zu beiden Angriffen gibt es nicht. "Durch den engen zeitlichen und örtlichen Ablauf der Taten geht die Kripo von einem Zusammenhang aus. Für einen fremdenfeindlichen Hintergrund gibt es im Moment allerdings wenig Ansätze."

Lauffen 9.3.

Mehrere Brandsätze landen in einer Moschee und gefährden dabei auch den Imam, der dort schläft.

Da in diesem Fall sogar ein Mensch gefährdet war, wird hier auch wegen versuchten Mordes ermittelt. Das zuständige Polizeipräsidium Hellbronn sagt zum aktuellen Stand: "Wir haben eine Ermittlungsgruppe gebildet, aber bislang gibt es keine Tatverdächtigen. Die Kollegen sind dran."

Meschede 11.3

Im Sauerland fliegen drei Molotowcocktails durch die Scheibe eines deutsch-türkischen Freundschaftsverein.

Hier waren drei Tatverdächtige noch in der Nacht festgenommen – sie wurden allerdings schon am 12.3. wieder frei gesetzt. Das Präsidium Dortmund erklärt: "Nach den bisher durchgeführten Ermittlungen besteht kein dringender Tatverdacht mehr gegen sie." Die Ermittlungen dauern an.

Das könnte dich auch interessieren:

Whatsapp-Panne: Tochter schickt Eltern Urlaubs-Selfie – Wiedersehen dürfte peinlich werden

Link zum Artikel

"Die Bachelorette": Die beklopptesten Sprüche der ersten 15 Minuten

Link zum Artikel

Aldi startet neues Konzept in London – warum das in Deutschland nicht funktionieren würde

Link zum Artikel

"Bachelorette": Das Lustigste an Folge 1 waren die Memes, guck!

Link zum Artikel

"The Masked Singer": Dieser Promi steckt im Kudu-Kostüm!

Link zum Artikel

Autofahrer weichen aus: Gelbe Teststreifen plötzlich auf der A4 aufgetaucht

Link zum Artikel

"In meinen Kühlschrank geschaut": So dreist kontrolliert das Jobcenter Hartz-IV-Empfänger

Link zum Artikel

Ein Bobby-Car im Parkverbot – so reagiert die Polizei

Link zum Artikel

Hartz-IV-Empfängerin meldet sich bei Jobcenter krank – und wird trotzdem abgestraft

Link zum Artikel

Petition gegen beliebte dm- und Alnatura-Produkte: "Stoppt diesen ökologischen Irrsinn"

Link zum Artikel

McDonald's- und Burger-King-Mitarbeiter packen über dreisteste Kunden aus

Link zum Artikel

Foodwatch kritisiert Edeka: Zwei Produkte, zwei Preise – trotz gleichen Inhalts

Link zum Artikel

"The Masked Singer": Das Monster ist diese Promi-Frau und wir haben 5 Beweise

Link zum Artikel

"Wo ist es nur geblieben?": Fans rätseln über angekündigtes Interview mit Helene Fischer

Link zum Artikel

Ein Helene-Fischer-Song war für Florian Silbereisen gedacht – doch es kam ganz anders

Link zum Artikel

Samu Haber flirtet bei "The Masked Singer" mit dem Monster: "Ich schlafe gerne mit dir!"

Link zum Artikel

Ein Fehler veranschaulicht, worum es Plasberg beim EU-Streit wirklich ging

Link zum Artikel

Das denken Singles, wenn sie diese 5 Sprüche hören

Link zum Artikel

"The Masked Singer": Dieser Star ist der Grashüpfer, und wir haben 7 Beweise!

Link zum Artikel

"The Masked Singer": Mit seinem Helene-Fischer-Auftritt hat sich der Engel verraten

Link zum Artikel

"Masked Singer": Faisal Kawusi empört mit üblem Merkel-Witz – ProSieben reagiert patzig

Link zum Artikel

iPhone-Userin ruiniert besonderen Moment der Braut – so regt sich eine Fotografin auf

Link zum Artikel

Gleiches Produkt, dreifacher Preis? Jetzt reagiert Edeka auf die Vorwürfe

Link zum Artikel

9 Hochzeitsplaner erzählen, welche "tollen Ideen" sie nicht mehr sehen können

Link zum Artikel

Lidl provoziert Netto – und der Supermarkt kontert "a Lidl bit" später

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
1
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen

Jugendliche verprügelt Lehrer – kein Einzelfall

In Freiburg (Fribourg in der Schweiz) hat kurz vor Ostern eine Schülerin ihren Lehrer zu Boden geschlagen. Kein Einzelfall, die Gewalt in Klassenzimmern nimmt laut Experten zu – auch in Deutschland. Ein Lehrerverband will die Problematik nun in einer Studie untersuchen.

Die Schülerin stürmt ins Klassenzimmer, packt den Lehrer, wirft ihn zu Boden, und schlägt immer weiter auf ihn ein – bis ihre Klassenkameraden einschreiten.

Das ist kurz vor Ostern in einer Sekundarschule in Freiburg in der Schweiz passiert. Der 50-jährige Lehrer erleidet leichte Verletzungen an der Stirn. Psychisch macht ihm der Angriff stark zu schaffen. Er ist bis heute krank geschrieben, wie die Regionalzeitung "La Liberté" berichtet.

Die Schülerin war bereits vor dem Vorfall der Schule …

Artikel lesen
Link zum Artikel