(210516) -- GAZA, May 16, 2021 (Xinhua) -- A Palestinian man reacts as he inspects the rubble of a house destroyed by Israeli airstrike in the southern Gaza Strip city of Rafah, May 16, 2021. (Photo by Khaled Omar/Xinhua)

Die Menschen im Gazastreifen leiden unter dem Raketenbeschuss. Bild: XinHua / Khaled Omar

Eine Woche nach Beginn der jüngsten Eskalation im Nahost-Konflikt: Bereits über 200 Menschen gestorben

Eine Woche nach Beginn der jüngsten Eskalation im Nahost-Konflikt sind bereits mehr als 200 Menschen gestorben. Israel setzte auch in der Nacht zu Montag seine Luftangriffe im Gazastreifen fort. Die Armee erklärte, Kampfjets bombardierten dort "Terrorziele". Die radikalislamische Palästinenserorganisation Hamas feuerte ihrerseits aus dem Küstenstreifen weiter Raketen auf Israel ab.

Dabei wurden seit dem 10. Mai zehn Israelis getötet, weitere 280 wurden verletzt. Auf palästinensischer Seiten starben mindestens 197 Menschen, darunter mindestens 58 Kinder. Mehr als 1200 Menschen wurden dort verletzt.

Iron Dome funktioniert weiterhin als Schutzschild

In der Nacht zu Montag warfen israelische Kampfjets dutzende Bomben über dem dicht besiedelten Küstenstreifen ab, berichteten AFP-Reporter. Hunderte Gebäude wurden nach Angaben der örtlichen Behörden zerstört, Angaben über Tote und Verletzte lagen zunächst nicht vor.

Am Sonntag waren nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums mehr als 40 Menschen durch die israelischen Angriffe gestorben – darunter acht Kinder. Dies war den Angaben zufolge die bisher höchste Opferzahl binnen eines Tages seit Beginn der aktuellen Gewalteskalation am Montag vor einer Woche.

Radikale Palästinenser schossen ihrerseits seit Montag vor einer Woche mehr als 3000 Raketen auf Israel ab, wie das israelische Militär am Sonntag mitgeteilt hatte. Etwa 450 stürzten demnach auf dem Gebiet des Gazastreifens ab, rund 1150 wurden vom israelischen Raketenabwehrsystem Iron Dome (Eiserne Kuppel) abgefangen.

Es gab auch Angriffe auf Journalisten

Bei ihren Vergeltungsangriffen im Gazastreifen nehmen die israelischen Streitkräfte nach eigenen Angaben besonders die Infrastruktur der militanten Palästinenserorganisationen Hamas und Islamischer Dschihad ins Visier.

Am Samstag hatte vor allem die Zerstörung eines von internationalen Medien genutzten Gebäudes durch Israel international für Empörung gesorgt. Die Armee begründete den Angriff damit, dass sich darin auch militärische Anlagen des Geheimdienstes der Hamas befunden hätten. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bezeichnete das Gebäude im US-Sender CBS News als "perfekt legitimes Ziel". Es seien alle Vorsichtsmaßnahmen getroffen worden, um Zivilisten zu schützen.

António Guterres forderte ein Ende des Konflikts

Die Organisation Reporter ohne Grenzen rief wegen des Angriffs den Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) an. Der absichtliche Angriff auf Medienbüros stelle ein "Kriegsverbrechen" dar, erklärte der Generalsekretär der Organisation, Christophe Deloire. Dadurch werde nicht nur "inakzeptabler materieller Schaden" angerichtet. Auch werde durch diese Angriffe die Beichterstattung der Medien über einen Konflikt erschwert, "der direkt die Zivilbevölkerung betrifft".

UN-Generalsekretär António Guterres warnte bei einer Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats am Sonntag vor einer "unkontrollierbaren" Krise in der ganzen Region. "Dieser sinnlose Kreislauf aus Blutvergießen, Terror und Zerstörung muss sofort beendet werden", forderte Guterres bei der öffentlichen virtuellen Sitzung.

Auch die USA setzt sich für Frieden ein

Dem UN-Sicherheitsrat gelang es aber erneut nicht, sich auf eine gemeinsame Erklärung zu einigen. Diplomaten zufolge blockierten die USA wie auch schon in den beiden vorangegangenen nicht-öffentlichen Sitzungen eine gemeinsame Erklärung.

Washington ist der engste Verbündete Israels. Die USA arbeiteten "unermüdlich für ein Ende der Feindseligkeiten" und einen "dauerhaften Frieden", betonte UN-Botschafterin Linda Thomas-Greenfield.

(lfr/afp)

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