Saudi-Arabien
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Yasin Aktay, an advisor to Turkey's President Recep Tayyip Erdogan, speaks during an event organized to mark the 40th day of the death of Saudi writer Jamal Khashoggi, in Istanbul, late Sunday, Nov. 11, 2018. Officials from Saudi Arabia, the United States, Germany, France and Britain have listened to audio recordings related to the killing of journalist Jamal Khashoggi at the Saudi Consulate in Istanbul, Erdogan said Saturday, Nov. 10. in the first public acknowledgement of the existence of tapes of the slaying.(AP Photo/Neyran Elden)

Yasin Aktay, Berater des türkischen Präsidenten Erdogan, während einer Medienkonferenz zum Mord an Jamal Khashoggi. Bild: AP

"Ich kann nicht atmen": Skript von Tonaufnahmen belegt Khashoggis letzte Worte

"Ich kann nicht atmen". Das sollen die letzten Worte des ermordeten saudischen Dissidenten Jamal Khashoggi gewesen sein. Er besuchte am 2. Oktober das saudische Konsulat in Istanbul und wurde von einem Killer-Kommando überwältigt und getötet. 

Türkische Medien haben mehrfach von Tonaufnahmen berichtet, die den Mord belegen sollen. Diese stammen vom türkischen Geheimdienst. Es ist allerdings ungeklärt, wie die Audio-Dateien aufgenommen wurden und wie sie in den Besitz des Geheimdienstes gelangt sind.

CNN wurde ein Transkript von einer anonymen Quelle zugestellt. Ein US-Senator bestätigte gegenüber dem Sender, dass dieses inhaltlich mit den Informationen, die bei einem Treffen mit dem US-Geheimdienst genannt wurden, übereinstimmt.

FILE - In this Dec. 15, 2014 file photo, Jamal Khashoggi, then general manager of a new Arabic news channel speaks during a press conference, in Manama, Bahrain. Khashoggi was a Saudi insider. He rubbed shoulders with the Saudi royal family and supported its efforts to nudge the entrenched ultraconservative clerics to accept reforms. He was a close aide to the kingdom’s former spy chief and was a leading voice in the country’s prominent dailies. In a dramatic twist of fate, Khashoggi disappeared on Tuesday, Oct. 2, 2018, after visiting his country’s consulate in Istanbul and may have been killed there. (AP Photo/Hasan Jamali, File)

Jamal Khashoggi. Bild: AP

"Du kommst zurück!"

Khashoggi soll beim Betreten des Konsulats sofort bemerkt haben, dass etwas nicht stimmte, als er einen der Männer erkannte, die ihm begegneten.

Dabei soll es sich laut  CNN um Maher Abdulaziz Mutreb handeln. Khashoggi fragte den früheren Diplomaten und Geheimdienstmitarbeiter, den er aus ihrer gemeinsamen Zeit auf der saudischen Botschaft in London kannte, was er hier mache. 

Mutreb: "Du kommst zurück!"

Khashoggi: "Das könnt ihr nicht machen. Draußen warten Leute."

Khashoggi meinte damit seine türkische Verlobte, die vor dem Gebäude auf ihn wartete. Ohne weitere Konversation wurde er überwältigt. Er soll verzweifelt nach Luft gerungen haben. 

Khashoggi: "Ich kann nicht atmen! Ich kann nicht atmen! Ich kann nicht atmen!"

Aus dem Transkript, in welchem auch Geräusche wie eine Art Untertitel für Gehörlose vermerkt sind, geht weiter hervor, dass Khashoggi zu jenem Zeitpunkt noch nicht tot war. 

"Schrei"
"Schrei"
"Keuchen"
"Säge"
"Schneiden"

Neben Mutrebs Stimme wurde nur diejenige von Salah Muhammad al-Tubaiqi, Leiter der Rechtsmedizin in Saudi-Arabien, eindeutig identifiziert. Während dem Zerteilen des Körpers soll er Anweisungen gegeben haben.

Tubaiqi: "Setz deine Kopfhörer auf, oder hör einfach Musik wie ich."

Mutreb soll zudem eine Reihe von Telefonaten geführt haben. Türkische Beamte sind sich sicher, dass dadurch hochrangige Regierungsmitglieder in Riad über den Fortschritt der Tat informiert wurden. 

Mutreb: "Sag deinem, dass die Sache erledigt ist, es ist vorbei."

CNN geht nach Angaben von verschiedenen Geheimdiensten davon aus, dass sich "deinem" auf den Auftraggeber der Aktion bezieht. Es wird vermutet, dass Mutreb diese Aufforderung an den ebenfalls anwesenden Saud al-Kahtani, einen engen Vertrauten des Kronprinzen, gerichtet hat. 

Mord nach Plan

Eines wird aus dem Transkript klar: Es handelt sich um eine geplante Tötung. Saudi-Arabien hat zuvor von einem "Schurken-Mord" gesprochen, der aus den Fugen geraten sei. So soll Khashoggi "versehentlich" erwürgt worden sein.

Saudi Arabia's Crown Prince Mohammed bin Salman talks with Saudi Arabia's King Salman bin Abdulaziz Al Saud during the Gulf Cooperation Council's (GCC) Summit in Riyadh, Saudi Arabia December 9, 2018. Bandar Algaloud/Courtesy of Saudi Royal Court/Handout via REUTERS   ATTENTION EDITORS - THIS PICTURE WAS PROVIDED BY A THIRD PARTY

Mohammed bin Salman mit seinem Vater, König Salman ibn Abd al-Aziz. Bild: reuters

Allerdings liefert die anonyme Quelle keinen konkreten Hinweis auf einen bestimmten Auftraggeber. Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman, der hinter dem Mord vermutet wird, wird nicht namentlich erwähnt. Zudem wurde während der kurzen Konversation nicht gesagt, warum Khashoggi "zurückkommen" soll. 

Laut CNN dürfte der Druck auf US-Präsident Donald Trump weiter steigen. Er hat bislang den Erkenntnissen des US-Geheimdienstes widersprochen, dass bin Salman an der Tat beteiligt gewesen sein könnte. Trump gewichtet die geschäftlichen Beziehungen zum Wüstenstaat höher als die Aufklärung des schrecklichen Vorfalls und macht indes weitere Milliarden-Geschäfte mit dem Wüstenstaat.

(vom)

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