Spanien
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und die Werbung von watson und Werbepartnern zu personalisieren. Weitere Infos: Datenschutzerklärung.
Bild

Bild: screenshot youtube/euronews (deutsch)

Hitlergruß und Gewalt gegen Nacktaktivistinnen in Madrid – das steckt dahinter

Am Dienstag jährt sich zum 43. Mal der Todestag Francisco Francos. Noch immer hat der Diktator in Spanien zahlreiche Anhänger. Dies zeigt sich besonders rund um den 20. November, wenn sich Franco-Anhänger versammeln und auf den Straßen den "Caudillo" hochleben lassen.

Das Tal der Gefallenen

Nach dem Sieg der rechten Putschisten im spanischen Bürgerkrieg (1936 bis 1939) hatte Diktator Franco bis zu seinem Tod 1975 in Spanien geherrscht.

Im Bürgerkrieg kamen bis zu einer halben Million Menschen um. In der nachfolgenden Diktatur wurden Oppositionelle systematisch verfolgt. 100.000 Gegner des Regimes wurden hingerichtet, von vielen fehlt bis heute jegliche Spur.

Deklariert als Akt der Versöhnung, ließ er die Überreste von mehr als 30.000 Toten des Bürgerkrieges, Nationalisten und Republikaner, ins Tal der Gefallenen überführen – meist ohne die Angehörigen darüber zu informieren.

Bereits am Sonntag war die Stimmung in der Innenstadt von Madrid angespannt. Über 100 Franco-Anhänger fanden sich auf dem Plaza del Oriente in der spanischen Hauptstadt ein. Dies nicht nur, um dem General zu gedenken, sondern auch, um ihrem Unmut Luft zu machen. 

Verstörende Bilder:

Bild

Bild: screenshot youtube/euronews (deutsch)

Wird Franco exhumiert?

Denn die spanische Regierung unter Pedro Sanchez hat die Exhumierung von Francos Gebeinen angekündigt. Diese liegen bisher unter einer Granitplatte im sogenannten Tal der Gefallenen begraben. Das Grab, nur wenige Kilometer nordöstlich von Madrid gelegen, ist zu einer Pilgerstätte Rechtsextremer avanciert.

Das ganze Jahr kommen Faschisten aus ganz Europa ans Grab des Diktators. Sie legen Blumen nieder und zeigen regelmäßig den Hitlergruß. Dieser ist in Spanien im Gegensatz zu Deutschland nämlich erlaubt. Besonders groß ist der Ansturm auf Francos Überreste jeweils am 20. November. 

Doch damit soll nun Schluss sein. Ohne einen genauen Zeitpunkt zu nennen, hat Spaniens Regierungschef angekündigt, die Gebeine an einen öffentlich nicht zugänglichen Ort zu verlegen. Sanchez plant stattdessen eine Gedenkstätte für die Opfer des Faschismus einzurichten.

"Im Jahr 2019 wird es kein Mausoleum mehr geben, mit dem Franco geehrt wird", kündigte er an. Vermutet wird, dass die Velergung der Gebeine nachts und ohne Kamera passieren wird. 

Wüste Bilder aus Madrid

Mit Hitlergrüßen und faschistischen Liedern hielten sich die Anhänger Francos auch am Wochenende in Madrid nicht zurück. Doch mitten in der Kundgebung passierte Unerwartetes. Drei Mitglieder der Gruppierung Femen stürmten die Veranstaltung. 

abspielen

Femen-Mitglieder stürmen Franco-Veranstaltung in Spanien. Video: YouTube/euronews (deutsch)

Die Aktivistinnen hielten ein Banner mit der Aufschrift "Wahrheit, Gerechtigkeit und Entschädigung für die Opfer von Franco" und riefen "Wir werden nicht vergeben, wir werden nicht vergessen". Auf ihre nackten Oberkörper hatten sie "legaler Faschismus" und "nationale Schande" geschrieben.

Die Anhänger Francos reagierten umgehend und mit aller Gewalt. Auf Videos ist zu sehen, wie sie auf die Frauen eintreten, sie bespucken und sie als "Hure" bezeichnen. Die drei Frauen wurden von der Polizei sofort abgeführt. Ein Mann wurde verhaftet.

FEMEN activists reading illegal fascism. National Shame burst into a rally to mark the anniversary of the death of Spanish dictator Francisco Franco, in Oriente Square, downtown Madrid, Spain, 18 November 2018. Spanish ruler Francisco Franco died 20 November 1975. FEMEN activists protest against a rally to mark the anniversary of the death of Spanish dictator Francisco Franco !ACHTUNG: NUR REDAKTIONELLE NUTZUNG! PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY Copyright: xVICTORxLERENAx GRAF1253 20181118-636781477578968180

Bild: imago stock&people

(cma/afp)

Das könnte dich auch interessieren:

WLAN auf dem Mars? Bibis Beauty Palace liefert TV-Blamage für die Ewigkeit

Link zum Artikel

Hauptsache weiterhin männlich – die verzweifelte Suche der Kirche nach Priestern

Link zum Artikel

"Wenn's dir gefällt, mach es einfach" – wieso Alexander in die sibirische Kälte zog

Link zum Artikel

Nach rassistischem Pullover – Rapper nehmen Entschuldigung von Gucci nicht an

Link zum Artikel

"Aber so ist es halt grad" – wir haben 3 Obdachlose an ihre Schlafplätze begleitet

Link zum Artikel

9 Promis, die gerne (un)heimlich im Foto-Hintergrund rumlungern

Link zum Artikel

Ja, ich gestehe, ich habe Modern Talking gehört

Link zum Artikel

Teste den Sound von DOCKIN und sag uns deine Meinung!

Link zum Artikel

Netflix macht's einfach selbst – und will 3 Filme mit deutschen Stars drehen

Link zum Artikel

Das Wunder von Montana: Gefrorene Katze Fluffy wurde aufgetaut und überlebt

Link zum Artikel

Wenn du deinen Job auch so im Griff hast wie diese 17 Menschen, darfst du heute früher heim

Link zum Artikel

Rechtsextremismusverdacht: Bundeswehr suspendiert offenbar Elitesoldaten

Link zum Artikel

Stelle dich unserem ultimativen GNTM-Quiz für Superfans!

Link zum Artikel

Spieler selbst aufstellen – dieser Verein ist der Traum jedes FIFA-Fans

Link zum Artikel

Kartellamt schränkt Facebook beim Datensammeln ein

Link zum Artikel

Kartellamt verpasst Facebook blaues Auge – muss Zuckerberg das Datensammeln einstellen?

Link zum Artikel

"Weißbier trinken und die Klappe halten" – Assauers 14 ikonischste Zitate

Link zum Artikel

Real gratuliert Ronaldo nicht zum Geburtstag – und die CR7-Fans sind empört

Link zum Artikel

Jetzt erkennen die Briten langsam den Brexit-Irrsinn – Panik kommt auf

Link zum Artikel

Jodel: Auf einer Party rast sie aufs Klo – und merkt zu spät, dass es gar keins war...

Link zum Artikel

Weil 5 Pfarrer Geflüchteten halfen, wurden nun ihre Häuser durchsucht

Link zum Artikel

Die Karriere von Rudi Assauer in 15 bewegenden Bildern

Link zum Artikel

Suche nach Fußballer Sala –  Erste Leiche aus Flugzeugwrack geborgen

Link zum Artikel

Kartellamt gegen Facebook: Steht der "Gefällt mir"-Button auf der Kippe?

Link zum Artikel

Wenn du Andrea Nahles heißt, dürften dir diese Umfrage-Ergebnisse nicht gefallen

Link zum Artikel

Trump nominiert Ökonom Malpass als Weltbank-Chef – sein Idee ist an Ironie kaum zu toppen

Link zum Artikel

"Kritische Schwelle" erreicht: So heiß wird die Erde in den nächsten 5 Jahren

Link zum Artikel

Gasexplosion in San Francisco – Flammen schießen meterhoch aus dem Boden

Link zum Artikel

Zigaretten rauchen erst ab 100 Jahren und 7 weitere kuriose Gesetze

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Ich möchte das Wort Vulvalippen etablieren!

abspielen

Video: watson/Gunda Windmüller, Lia Haubner

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Sie stoppten einen Vergewaltiger – und müssen sich jetzt gegen die AfD wehren

Da beweist man Zivilcourage und schon landet man als Postermädchen der AfD auf Facebook. So ist es Linda Cariglia und Karolina Smaga passiert.

Die zwei Frauen aus NRW stoppten einen Vergewaltiger in Bielefeld, den sie auf frischer Tat ertappten, zogen ihn vom Opfer runter und rannten sogar hinter ihm her, als er flüchtete – während eine Gruppe männlicher Augenzeugen keinen Finger rührte. Auch watson.de berichtete am Wochenende über das Engagement der Frauen.

Was zwar für den Tathergang …

Artikel lesen
Link zum Artikel