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"Halt mir zwei Finger an den Kopf und mach Peng! Peng! Peng!" Gefährliche Drohung oder nicht? Das ist hier die Frage! Bild: screenshot youtube

Bedrohen diese Rapper Andreas Gabalier? Er findet ja...

Die Aufregung um Andreas Gabalier reißt nicht ab!

Wie mehrere Medien berichten, erstattete der selbst ernannte "Volks-Rock'n'Roller" offenbar Anzeige gegen das Rap-Duo Kroko Jack und Kid Pex. Anlass ist der bereits im Herbst des Vorjahres erschienene Song "So viel Polizei".

Hier das Video:

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Ab Minute Eins könnte das Video justiziabel sein. Video: YouTube/KidPexTV

Im Song heißt es über Gabalier: "eigentlich gehört er dasch...". Dabei könne es sich um eine "gefährliche Drohung" handeln, so der Volksmusiker. Im Video ist Rapper Kroko Jack zu sehen, wie er mit den Fingern eine Pistole formt und diese gegen eine Pappmaske von Gabalier hält.

Dies sei eine "Aufforderung zu mit Strafe bedrohten Handlungen und die Gutheißung mit Strafe bedrohter Handlungen", wird vonseiten Gabaliers argumentiert. Die Rapper, die im Song auch mit Politikern hart ins Gericht gehen und vor einem Überwachungsstaat warnen, wurden vergangene Woche in Linz "einvernommen".

Was heißt "einvernommen"?

Deifiniert ist das in §282 des österreichischen Strafgesetzbuches als "Aufforderung zu mit Strafe bedrohten Handlungen und Gutheißung mit Strafe bedrohter Handlungen".

Dort steht:

(1) Wer in einem Druckwerk, im Rundfunk oder sonst auf eine Weise, dass es einer breiten Öffentlichkeit zugänglich wird, zu einer mit Strafe bedrohten Handlung auffordert, ist, wenn er nicht als an dieser Handlung Beteiligter (§ 12) mit strengerer Strafe bedroht ist, mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren zu bestrafen.

(2) Ebenso ist zu bestrafen, wer auf die im Abs. 1 bezeichnete Weise eine vorsätzlich begangene, mit einer ein Jahr übersteigenden Freiheitsstrafe bedrohte Handlung in einer Art gutheißt, die geeignet ist, das allgemeine Rechtsempfinden zu empören oder zur Begehung einer solchen Handlung aufzureizen.

Der Anwalt der Musiker, Arthur Machac, bestätigte gegenüber den Zeitungen "Standard" und "Salzburger Nachrichten" die Anzeige, sieht aber keinen der erwähnten Punkte erfüllt.

"Das kann ich ausschließen. Dass Andreas Gabalier sich durch das Video in Furcht und Unruhe versetzt fühlt, kann ich mir nicht vorstellen. Strafrechtlich ist da sicher nichts relevant."

Die Debatte um das Musik-Video war erst vor wenigen Wochen hochgekocht, als es von der "Kronen Zeitung" thematisiert wurde.

Gabalier ist außerdem öfter in den Schlagzeilen. Zuletzt hatten zwei Auszeichnungen für ihn für Kritik gesorgt. Neben dem Valentin-Orden der Münchener Faschingsgesellschaft Narrhalla, den der steirische Musiker Anfang Februar in Empfang genommen hat, soll er auch das Goldene Ehrenzeichen der Stadt Graz erhalten. Nach diesem Beschluss des Grazer Stadtsenats hat der Fotograf Manfred Willmann mitgeteilt, seine Auszeichnung zurückzugeben. Er sprach von "Kommerzialismus und Volksverdummung" in Bezug auf Gabalier.

Und auch für die Amadeus Awards, die am 25. April im Wiener Volkstheater vergeben werden und für die Gabalier dreifach nominiert ist, zeichnen sich Auswirkungen ab: Musikerin Anja Plaschg alias Soap&Skin, die mit Gabalier in der Kategorie "Album des Jahres" nominiert ist, teilte auf ihrer Facebook-Seite mit, nicht an der Veranstaltung teilnehmen zu wollen.

Hier das ganze Statement:

Sie nannte Gabalier zwar nicht beim Namen, möchte sich aber nicht:

"in derselben Kategorie sowie in derselben Veranstaltung mit einem Möchtegern-Magnat wissen, der sein reaktionäres, nationalistisches, chauvinistisches und sexistisches Lebenskonzept zu kommerzialisieren weiß und hier Anklang findet."

Soap&Skin war bereits 2009 sowie 2013 gemeinsam mit Gabalier für einen Amadeus nominiert gewesen.

Wie es nun für Gabalier weitergeht, wird die Staatsanwaltschaft entscheiden.

(aeg/hd)

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