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Bild: iStockphoto/imago/watson montage

"Ende Gelände": Gab es Gewalt gegen die Polizei? Die Erzählungen widersprechen sich

Wie viele Polizisten wurden bei den "Ende Gelände"-Demos am Wochenende verletzt? Erst sprach die Polizei in Aachen von acht Beamtinnen und Beamten. Am Montag verbesserte eine Sprecherin gegenüber watson: "Die Zahl hat sich nach oben korrigiert, wir ermitteln das gerade".

In den Nachzügen zu den Großdemonstrationen von "Fridays For Future" und "Ende Gelände" gibt es aber nicht nur Ungenauigkeiten, was die Zahlen betrifft. Interessanter noch scheint die Frage zu sein, wie die Polizisten sich denn eigentlich verletzt haben?

Konservative und Rechte sprechen von gezielter Gewalt gegen die Einsatzkräfte

Zu den meisten Unruhen war es gekommen, als Demonstranten versuchten, durch eine Absperrung der Polzei zu brechen. Auch bei der Räumung von Schienen und später während der Besetzung des REW-Geländes gab es Zwischenfällen.

Konservative und Rechte nahmen das zum Anlass, sofort den Angriff der Demonstranten auf die Polizei auszurufen:

Auch die FAZ schreibt, die Polizei sei bei der späteren Räumung des RWE-Geländes, auf "massiven Widerstand" gestoßen. "Es ist nicht überall friedlich zugegangen. Dort, wo es Polizeiketten gab, sind diese teilweise gewaltsam durchbrochen worden", sagte der Sprecher der Polizei Aachen Andreas Müller gegenüber der Zeitung. Schließlich sprach dann auch der Innenminister von NRW, Herbert Reul (CDU), selbst von "gewalttätigen Aktionen".

Aber gab es wirklich Angriffe auf die Polizei?

Die als friedlich angekündigten "Ende Gelände"-Demonstrationen könnten dann also in der Gemengelage mit der Polizei doch nicht so friedlich abgelaufen sein. Zur unübersichtlichen Besetzung des RWE-Geländes würde auch der ein oder andere Übergriff auf die anwesenden Polizeibeamten passen.

Allerding, zahlreiche Anwesende zeichnen ein gänzlich gegensätzliches Bild.

Journalist Jürgen Döschner etwa schrieb:

Auch Georg Kurz, Bundesvorstand der "Jungen Grünen", postete:

Die Initiative für Buir formuliert vorsichtiger, übt aber genauso Kritik:

Die Demonstranten werfen im Gegenteil vor allem der anwesenden Polizei Übergriffe und unterlassene Hilfeleistung vor. Sowohl in Verbindung mit der oben erwähnten morgendlichen Blockade, als auch bei der Besetzung des RWE-Geländes sei es zu unnötiger Gewalt seitens der Polizei gekommen:

So schreibt Kurz:

Die Sprecherin von "Ende Gelände", Katrin Henneberger, sagte zur morgendlichen Blockade: "Die Beamten hatten eine Gruppe eingekesselt, obwohl alle Beteiligten wie verabredet und angekündigt gegen 10.00 Uhr den Bereich räumen wollten".

Und Europa-Abgeordneter Erik Marquardt beschreibt, wie er und andere 13 Stunden im Kessel saßen, ohne anständige Versorgung:

Was die Polizei selbst sagt:

Auf Anfrage wollte die Polizei in Aachen nicht über die Art und Weise sprechen, wie sich ihre Beamten verletzt haben. Im Vergleich zu den harschen Aussagen von Sprecher Andreas Müller vom Wochenende gibt man sich jetzt plötzlich wesentlich vorsichtiger.

"Die Kollegen kommen aus ganz NRW und wir brauchen einfach noch Zeit, um ein genaues Lagebild abzugeben", sagte eine Sprecherin. Sie versprach aber: "Wir werden auch die Hintergründe der Verletzungen in unserem baldigen Abschlussbericht aufführen."

Bis zu diesem Bericht werden sich die unterschiedlichen Versionen über die "Gewalt" am Demo-Tag noch durchs Netz ziehen. Vor allem rechte und konservative Politikern und Medien nutzen sie offenbar, um die Proteste in Aachen zu diffamieren.

Mittlerweile geht in diesem Sinne übrigens schon das nächste Gerücht herum:

So schreibt der konservative Journalist Andreas Hallaschka:

Grünen-EU-Parlamentarier Marquardt hält dagegen:

Schulstreik für das Klima

Sag mir nicht, dass ich nicht nachhaltig genug lebe

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