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bild: imago/ZUMA/Keystone/martin müller/unsplash/watson montage

Nach Interview-Eklat im ZDF: Höcke oder Hitler – wer hat's gesagt?

Björn Höcke gilt als Wortführer der AfDler, die immer wieder die Grenzen des Sagbaren verschieben. Über seine Wortwahl wollte das ZDF mit dem 47-Jährigen sprechen. Das Interview endete mit einem Eklat.

Zu Beginn des Interviews zeigte das ZDF Höcke ein Video, in dem AfD-Abgeordnete mit Zitaten von ihm konfrontiert wurden. Sie wurden anschließend gefragt, ob das jeweilige Zitat von Höcke oder Hitler stammte. Das Ergebnis: Die AfD-Abgeordneten konnten nicht sagen, ob die Zitate von Höcke oder aus "Mein Kampf" stammenten.

Nach rund zehn Minuten der Fragen über Höckes Sprachgebrauch interveniert dessen Pressesprecher:

"Ich würde sagen, das sollten wir einfach nochmal wiederholen. Das geht so nicht. […] Sie haben jetzt Herrn Höcke mit Fragen konfrontiert, die ihn stark emotionalisiert haben, und diese Emotionen möchte… glaube ich, sollte man so nicht im Fernsehen bringen. Man sollte es nochmal von vorne machen. Er weiß dann ungefähr, zu welchen Fragen er sich äußern muss. Und dann kann er in Ruhe…"

Eine Wiederholung lehnte der ZDF-Redakteur ab:

"Aber Herr Lachmann [Höckes Sprecher], Sie wissen doch, das machen wir nie. […] Ich habe noch nie ein Interview fürs Fernsehen wiederholt, weil irgendwann es hieß, es läuft nicht entsprechend, wie wir uns das vorstellen."

Dieser Ausschnitt zeigt die Diskussionen zwischen dem ZDF-Redakteur, dem AfD-Politiker und dessen Sprecher:

Einige Minuten später endet die Diskussion so:

Höcke: Passen Sie auf. Wir beenden das Interview, nur, dann ist klar… Wir wissen nicht, was kommt… Dann ist klar, dass es mit mir kein Interview mehr für Sie geben wird.

ZDF: Ist das eine Drohung?

Höcke:
Nein. Das ist nur eine Aussage, weil ich auch nur ein Mensch bin. Ich bin auch nur ein Mensch, verstehen Sie?

ZDF:
Und was könnte kommen? Wenn Sie sagen, wir wissen nicht, was kommt.

Höcke:
Vielleicht werde ich auch mal eine interessante persönliche, politische Person in diesem Lande. Könnte doch sein.

ZDF:
Gut, Herr Höcke.

Höcke:
Dann machen wir das so. Alles klar. Dann wünsche ich Ihnen noch viel Erfolg in Ihrer Karriere. Tschüss.

AfD-Sprecher (aus dem Off):
Das Interview wird nicht verwendet. Oder?

ZDF:
Natürlich wird das Interview verwendet.

Höcke hatte sich zuvor noch beschwert, dass er den Einspieler mit dem Höcke-Hitler-Quiz "nicht wirklich redlich" gefunden habe. So so.

Und jetzt darfst du ran: Höcke oder Hitler – erkennst du, von wem die Zitate stammen?

Quiz
1."Ein paar Korrekturen und Reförmchen werden nicht ausreichen, aber die deutsche Unbedingtheit wird der Garant dafür sein, dass wir die Sache gründlich und grundsätzlich anpacken werden."
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2."Wenn einmal die Wendezeit gekommen ist, dann machen wir Deutschen keine halben Sachen, dann werden die Schutthalden der Moderne beseitigt."
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3."Man vergesse niemals, dass alles wirklich Große auf dieser Welt nicht erkämpft wurde von Koalitionen, sondern dass es stets der Erfolg eines einzelnen Siegers war."
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4."Die Sehnsucht der Deutschen nach einer geschichtlichen Figur, welche einst die Wunden im Volk wieder heilt, die Zerrissenheit überwindet und die Dinge in Ordnung bringt, ist tief in unserer Seele verankert."
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5."Unsere geistigen Schichten sind besonders in Deutschland so in sich abgeschlossen und verkalkt, dass ihnen die lebendige Verbindung nach unten fehlt. […] Sie sind zu lange schon aus diesem Zusammenhang herausgerissen, als dass sie noch das nötige psychologische Verständnis für das Volk besitzen könnten. Sie sind volksfremd geworden."
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6."Denn niemals sind wir [die Deutschen, Anm. d. Redaktion] in unserer Geschichte durch die Kraft unserer Gegner besiegt worden, sondern immer nur durch unsere eigenen Laster und durch die Feinde in unserem eigenen Lager."
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7."Es braucht eine starke Persönlichkeit und eine feste Hand an langer Leine, um die zentrifugalen Kräfte zu bändigen und zu einer politischen Stoßkraft zu bündeln."
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8."Wer für sein Volk wirklich Wertvolles schafft, bekundet damit eine ebenso wertvolle Gesinnung, während ein anderer, der bloß Gesinnung heuchelt, ohne in Wirklichkeit seinem Volke nützliche Dienste zu verrichten, ein Schädling jeder wirklichen Gesinnung ist."
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9."Die Weißen und die Schwarzen setzten sich vor ihrer Amerikanisierung aus mehreren hochdifferenzierten Völkern mit eigenen Identitäten zusammen. Jetzt sind sie in einer Masse aufgegangen. Diesen Abstieg sollten wir Europäer vermeiden und die Völker bewahren."
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10."Tatsächlich bleibt mir gegenwärtig oft nur das Schwelgen in Erinnerungen, wenn ich spätabends zu Hause vor dem Kaminfeuer sitze."
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(mlu)

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  • StayClean 17.09.2019 07:30
    Highlight Highlight Das "Interview" war eine Farce, wie kann man so Werbung für die AfD machen?! Man kann sich das ja komplett auf YouTube ansehen und selbst der dümmste erkennt hier die Intention, sorry. Ich frage mich wie man Leute über ein Buch fragen kann das in Deutschland verboten ist? Was glauben die wird ihnen da wohl geantwortet... Das ZDF hat der AfD damit einen Bärendienst erwiesen.
    • Thorsten 18.09.2019 10:53
      Highlight Highlight Wieso,is doch egal,ob das Buch verboten ist,die Sätze wurden grafisch dargestellt,die Leute dann nach ihrer Meinung gefragt. Den Bärendienst hat sich die braune Soße AFD selbst erwiesen

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