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Oskar Lafontaine und Ines Geipel am Donnerstagabend bei "Markus Lanz". zdf-screenshot

Lanz und Lafontaine streiten über Merkels DDR-Biografie – dann wird Moderator deutlich

Auf Markus Lanz ist Verlass. Regelmäßig geht es bei ihm in der Sendung hoch her. So auch am Donnerstagabend. Der Moderator hatte Ex-Linkenchef Oscar Lafontaine eingeladen. Lanz begrüßte ihn gleich mit einem Zitat des früheren Bundeskanzlers Willy Brandt.

Lafontaine sah im Sieg von Linken-Politiker Bodo Ramelow und den Aufstieg der AfD bei der Thüringen-Wahl ein Wechselspiel: "Beides gehört zusammen." In Berlin seien die Verantwortlichen "irre" geworden, die eigentlichen Bedürfnisse der Bevölkerung könnten Union und SPD nicht mehr verstehen. Die Mitte sei "ausgekehrt".

Dass die Autorin Ines Geipel in der ZDF-Sendung der Linkspartei vorwarf, ihre Vergangenheit als SED-Nachfolgerpartei nicht aufgearbeitet habe, ließ Lafontaine nicht gelten: "Das Gegenteil ist der Fall." Geipel warf ihm vor: "Da ist die Linke selbst unglaubwürdig."

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Am Donnerstagabend ging es im ZDF um die Vergangenheit des früheren Linken-Chefs Oskar Lafontaine. zdf-screenshot

Markus Lanz: Lafontaine kritisiert Merkel für DDR-Vergangenheit

Auch Lanz attestierte Lafontaine Kurzsichtigkeit auf dem linken Auge. Der ZDF-Moderator meinte wenig später: "Sie sind einer, der immer sehr hart mit Angela Merkel beispielsweise ins Gericht gegangen ist. Sie haben sich sogar verstiegen, dazu zu sagen 'Ihr habt da eine Jung-Kommunistin zur Kanzlerin gewählt'. Sie haben ihr vorgeworfen, das FDJ-Hemdchen getragen zu haben."

Lafontaine erklärte daraufhin, dass Merkel bei dem kommunistischen Jugendverband der DDR ja in "leitender Funktion" gewesen sei.

Auch Lanz erinnerte in der Sendung an Merkels Erklärung. Für den ZDF-Moderator war klar: "Mit anderen gehen Sie da deutlich weniger hart ins Gericht."

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Lafontaine und Geipel am Donnerstagabend im ZDF. zdf-screenshot

Lafontaine ärgerte sich, verwies auf seine Geschichte als Unterstützer von DDR-Bürgerrechtlern und sprach von "falschen Behauptungen und falschen Vorwürfen", die Lanz ihm da mache. Nun war auch Lanz verärgert: "Es ist nicht in Ordnung, mir jetzt vorzuwerfen, dass ich jetzt mit falschen Vorwürfen komme. Sie haben das ja bestätigt, was ich sage."

In der Linkspartei weigert man sich bis heute, die DDR als "Unrechtsstaat" zu bezeichnen – eine Bezeichnung für die sozialistische Diktatur, die in anderen Parteien üblich ist. Die Autorin Geipel ärgerte sich bei Lanz über die Weigerung der Linken: "Wo ist diese Partei, die sagt 'Ja, wir erkennen dieses Unrecht'?"

Lafontaine wollte sich mit "dieser Unrechtsfrage" nicht weiter beschäftigen. Das sei schließlich 30 Jahre her und auf verschiedenen Parteitagen ja auch aufgearbeitet worden.

Geipel wollte das nicht so stehen lassen: "Was ist mit diesen ganzen Opfergruppen? Tausenden und Abertausenden? Ich möchte, dass diese Partei sich endlich bewegt. Sie hat auch eine Verantwortung." Verhärtete Fronten im ZDF.

Lafontaine wollte die DDR an dem Abend nicht als "Unrechtsstaat" bezeichnen. Der wahre Unrechtsstaat seien die USA, erklärte der Linkenpolitiker – und stürzte sich in eine Wutrede über die Vereinigten Staaten von Amerika.

(pb)

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