Geschichte
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So wurde die Pest nach Europa eingeschleppt

Nie traf eine Seuche Europa härter: Zwischen 1346 und 1353 raffte die Pest etwa einen Drittel der damaligen europäischen Bevölkerung hinweg – schätzungsweise 25 Millionen. Der Schwarze Tod, wie schon die Zeitgenossen den vernichtenden Seuchenzug nannten, wurde vom Erreger Yersinia pestis ausgelöst. Das tödliche Bakterium, so viel ist bereits seit einigen Jahren klar, stammte aus Asien

Der Pesterreger, Yersinia pestis

Enterobacteriaceae bacteria, illustration Enterobacteriaceae bacteria, computer illustration. These are Gram-negative rod-shaped bacteria. The family Enterobacteriaceae includes the genera Escherichia, Shigella, Salmonella, Klebsiella, Yersinia, Citrobacter, and Enterobacter. Some of these bacteria cause diarrheal infections (Salmonella, Shigella). Others are representatives of the normal microbiome of the intestines and other organs (Escherichia coli, Klebsiella spp.), but can also cause disease in certain locations (surgical wound infection, urinary tract infection) or in case of decreased immunity (pneumonia in postoperative patients). Yersinia pestis, the causative agent of plague, also belongs to Enterobacteriaceae family. PUBLICATIONxINxGERxSUIxHUNxONLY KATERYNAxKON/SCIENCExPHOTOxLIBRARY F021/7366

Bild: imago

Dagegen war bisher umstritten, auf welchem Weg der Schwarze Tod nach Europa gelangte. Und es war auch unklar, ob die Pest mehrmals von Neuem eingeschleppt worden war oder hier in Nischen überlebte und dann von dort aus erneut zuschlug.

Diese Fragen könnte nun ein internationales Team von Paläogenetikern gelöst haben. Amine Namouchi von der Universität Oslo analysierte mit seinem Team die DNA von Erregern, die sie auf Pesttoten des 14. Jahrhunderts in Südfrankreich, der Toskana, den Niederlanden und Oslo gefunden hatten. Die Resultate verglichen sie mit anderen, bereits untersuchten Pestfällen und mit zahlreichen Yersinia-pestis-Stämmen. Zudem zogen sie zeitgenössische Dokumente heran, um ihre Ergebnisse einzuordnen. 

Laut ihren Untersuchungen dürfte der Schwarze Tod wahrscheinlich über den Pelzhandel aus Russland und Zentralasien eingeschleppt worden sein. 

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Schematische Darstellung der Pelzhandelsrouten (weiss), Seidenstrasse (schwarz), Seehandelswege (blau) und Rückzugsgebiete des Pesterregers (gelb). Rote Punkte zeigen Orte, an denen das Genom des mittelalterlichen Pesterregers gefunden wurde. pnas

"Im Verlauf der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts spielten Bolgar und Nowgorod in Russland eine immer bedeutendere Rolle als Handelszentren für Pelze", schreiben die Wissenschaftler. "Schon seit dem ausgehenden 13. Jahrhundert hatte Nowgorod über die Hanse Zugang zu den westeuropäischen Märkten erhalten. Die Blüte der Hanse erlaubte Nowgorod, große Mengen von Pelzen über die Häfen von Hamburg und Lübeck nach London zu verschiffen."

Vermutlich war dies jedoch nicht die einzige Route, über die der Pesterreger nach Europa gelangte. Die Seuche wurde auch über weiter südlich verlaufende Handelswege eingeschleppt; über Sarai an der unteren Wolga und die Krim-Hafenstadt Caffa am Schwarzen Meer. Der Aufstieg dieser Pelz-Handelswege fällt nach Ansicht der Forscher zeitlich mit dem Beginn des Schwarzen Todes in Europa zusammen. 

Die Pest existiert bis heute

Die erste belegte Pestepidemie begann im 6. Jahrhundert. Allein im 14. Jahrhundert tötete der Erreger Yersinia pestis nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) 50 Millionen Menschen. 

Die Krankheit tritt in verschiedenen Formen auf, die alle zum Tod führen können: Die Beulenpest wird durch einen Floh verbreitet und äussert sich unter anderem in der Schwellung von Lymphknoten. Die Lungenpest gelangt über die Atemluft von Mensch zu Mensch.
Symptome sind unter anderem Husten und blutiger Auswurf. Zudem kann alleine oder als Komplikation der anderen Formen eine Pestsepsis entstehen, eine Blutvergiftung durch den Pesterreger, mit Verwirrtheit, Nierenversagen, Milz- und Lebervergrösserungen bis zum Herz-Kreislauf-Kollaps. 

1894 wurde das Bakterium Yersinia pestis entdeckt. Heutzutage sind bei früher Diagnose die Heilungschancen durch Antibiotika hoch. Die WHO zählte 2013 dennoch knapp 800 Erkrankte, von denen 126 starben.

(dhr)

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