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ISTANBUL, TURKEY - OCTOBER 02: Amazon CEO Jeff Bezos attends a commemoration ceremony held in front of Saudi consulate on the first anniversary of his murder, in Istanbul, Turkey on October 02, 2019. Arif Hudaverdi Yaman / Anadolu Agency | Keine Weitergabe an Wiederverkäufer.

Jeff Bezos' Handy wurde gehackt – steckt der saudische Kronprinz dahinter? Bild: dpa/watson-montage

Hat der saudische Kronprinz Jeff Bezos' Handy gehackt?

Der Amazon-Gründer und reichste Mensch der Welt, Jeff Bezos, wurde Anfang 2019 Opfer einer Schmutzkampagne. Wie der britische "Guardian" schreibt, soll der saudische Kronprinz Mohammed Bin Salman dahinter stecken.

Amazon-Gründer Jeff Bezos und der saudische Kronprinz Mohammed Bin Salman sollen über Whatsapp einen freundlichen Austausch gehabt haben, wie der britische "Guardian" berichtet. Im Jahr 2018 soll Bezos' Handy gehackt worden sein – eine Nachricht soll eine Datei mit mutmaßlicher Spyware enthalten haben. Die Whatsapp-Nachricht sei von Bin Salman persönlich geschickt worden sein.

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Bin Salman soll Bezos' Handy gehackt haben. Bild: dpa

Durch die Spyware konnte Bezos' Handy anschließend überwacht werden, wie eine forensische Untersuchung offen legt. Es konnte eine große Datenmenge vom Mobilgerät des Amazon-Gründers "abgezogen" werden.

Neun Monate später – im Januar 2019 – nachdem das Handy gehackt worden ist, so wird vermutet, kamen intime Details von Bezos' Privatleben ans Tageslicht. Das amerikanische Boulevardmagazin "National Enquirer" machte eine angebliche außereheliche Affäre von Bezos publik. Dieser engagierte sofort Privatermittler, um in Erfahrung zu bringen, wie diese Informationen an den "Enquirer" gelangen konnten. Im Verdacht stand zunächst der Bruder seiner neuen Partnerin, doch diese Anschuldigung sollte sich als unwahr herausstellen.

David Pecker und der "National Enquirer"

Der Sicherheitschef des US-Milliardärs, Gavin de Becker, äußerte sich im März 2019 über "die enge Beziehung" von Bin Salman zum CEO der American Media INC (AMI), David Pecker. Dem Chef der AMI gehört auch der "National Enquirer". Doch sowohl die Saudis als auch Pecker bestreiten jegliche Vorwürfe: Sie hätten nichts mit der Schmutzkampagne gegen Bezos zu tun, geschweige denn mit der Überwachung des Handys.

FILE - In this Jan. 31, 2014 photo, David Pecker, chairman and CEO of American Media, addresses those attending the Shape & Men's Fitness Super Bowl Party in New York. The parent company of the National Enquirer said Wednesday, April 10, 2019, that it is exploring a possible sale as part of a

Wollte David Pecker dem Amazon-Gründer Jeff Bezos schaden? Bild: AP

Jeff Bezos selbst sagte aus, dass er vom "National Enquirer" mit Nacktbildern erpresst worden sei. Es ist nicht das erste mal, dass Pecker und sein Magazin in die Kritik geraten, wie "Der Spiegel" schreibt. Im US-Wahlkampf von 2016 ließ das Magazin negative Schlagzeilen zu Trump, einem Freund von Pecker, bewusst aus: Der "National Enquirer" kaufte sich Exklusivrechte an der Geschichte zu Trumps Affären – und hielt die Geschichte aus den Schlagzeilen.

Was der "Guardian" aufdeckt, ist auch insofern brisant, als es ein neues Licht auf die Ermordung des saudi-arabischen Journalisten Jamal Khashoggi wirft. Dieser lebte die letzten Jahre nämlich in den USA und schrieb für die "Washington Post", welche seit 2013 im Besitz von Bezos ist.

Khashoggi wurde fünf Monate nach dem Angriff auf Bezos' Handy in der saudi-arabischen Botschaft in Istanbul ermordet. Die "Washington Post" setzte nach dem Tod von Khashoggi ein Team ein, um Details über die Ermordung herauszufinden.

Der saudische Kronprinz soll ein möglicher Auftraggeber für den Mord an Khashoggi sein. Der Journalist kritisierte das saudische Königreich in der "Washington Post" regelmäßig. Das Königshaus sprach beim Mord jedoch von einer "Schurkenoperation" und ein saudi-arabisches Gericht verurteilte im Dezember acht Personen, die in den Mord verstrickt gewesen sein sollen. Der Prozess wurde im Geheimen abgehalten und von Menschenrechtsexperten kritisiert.

(mim/watson.ch)

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