210215 Kontrolle. Nach dem Grenzchaos auf der A 17 entspannt sich die Lage nun so langsam. Über dem Tag reichte der Stau über 40 Kilometer nach Tschechien hinein. Bis zu 6 Stunden standen die Autofahrer im Stau viel zu lange. Es musste nach Lösungen gesucht werden. Am Nachmittag wurden dann die LKW an der Grenzkontrolle vorbeigelotst. Nur noch PKW werden kontrolliert. Die Autobahnmeisterei brachte hierzu neue Leittafeln für den Verkehr an. An der Grenzkontrollstelle sind nun auch der Katastrophenschutz und weitere Container eingetroffen. Ein Transportunternehmen brachte auf einem Auflieger weitere Container. Man richtet sich nun auf dem Autobahnrastplatz Am Heidenholz auf längere Kontrollen ein. Dennoch gibt es viele Autofahrer aus

Nach dem Grenzchaos auf der A 17 entspannt sich die Lage nun so langsam. Über dem Tag reichte der Stau über 40 Kilometer nach Tschechien hinein. Bild: imago images / Bernd März

Grenzschließungen: Industrieverband warnt vor Abreißen der Lieferketten

Der Bundesverband der deutschen Industrie (BDI) hat vor schwerwiegenden Folgen der Grenzschließungen zu Tschechien und Tirol gewarnt. "Die Gefahr ist groß, dass in den nächsten Tagen überall in Europa Lieferketten abreißen", sagte BDI-Hauptgeschäftsführer Joachim Lang den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Dienstagsausgaben). Grenzschließungen und Reisebeschränkungen im nationalen Alleingang beeinträchtigten auch den internationalen Güterverkehr und schadeten der deutschen Industrie massiv.

Schon jetzt verursachten die Grenzschließungen "chaotische Verhältnisse, die bei Unternehmen zu großer Unsicherheit in Bezug auf ihre Versorgungslage und Mitarbeiterverfügbarkeit führen", erklärte Lang. Er rief die Bundesregierung dazu auf, die von der EU empfohlene Regelung der "Green Lanes" zur Aufrechterhaltung des freien Güterverkehrs zu befolgen. "Grenzübergänge sollten weiterhin für alle Frachtfahrzeuge mit Gütern offenbleiben", forderte er.

14.02.2021, Tschechien, StráŽný: Hinweisschilder weisen auf die Corona-Testpflicht vor dem Grenzübergang nach Deutschland hin. Die verschärften deutschen Einreiseregeln an der Grenze zwischen Tschechien und Deutschland sind in Kraft getreten. Foto: Václav Pancer/CTK/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Hinweisschilder weisen auf die Corona-Testpflicht vor dem Grenzübergang nach Deutschland hin. Bild: dpa / Václav Pancer

Um Transport und Produktion aufrechtzuerhalten, müssten für das Transportwesen "praxistaugliche Testmöglichkeiten in ganz Europa" bereitgestellt werden, verlangte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Industrie. Negative Tests bei Einreise von im Transportwesen und Güterverkehr tätigen Personal zu verlangen, ohne für ausreichende Testinfrastrukturen an den Grenzen zu sorgen, sei kurzsichtig und beeinträchtige die Versorgung von Bevölkerung und Industrie.

Altmaier lädt zu Wirtschaftsgipfel

Der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) forderte ebenfalls freie Fahrt für den Güterverkehr. Die Kontrollen bei Lastwagen-Fahrern seien "Blödsinn", sagte Vorstandssprecher Dirk Engelhardt dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND, Dienstagsausgaben). "Wenn ein Lkw-Fahrer im Transit durch Tirol isoliert im Fahrerhaus fährt, warum muss er sich dann negativ testen lassen?", fragte Engelhardt, der an diesem Dienstag an dem Wirtschaftsgipfel teilnimmt, zu dem Bundesminister Peter Altmaier (CDU) mehr als 40 Organisationen eingeladen hat.

Altmaier müsse sich dafür einsetzen, dass die Bundesregierung Grenzkontrollen für Lastwagenfahrer sofort aufhebe, forderte Engelhardt. Sollten dennoch Corona-Tests als notwendig erachtet werden, müssten Selbsttests der Fahrer akzeptiert werden. Die Fahrer hätten unterwegs und an ihren Zielorten keinerlei Kontakt zu anderen Personen. Bei Tests von Lkw-Fahrern vor Weihnachten im englischen Dover seien nur 0.15 Prozent positiv getestet worden, sagte er.

Seit Sonntag finden an den Grenzen zu Tschechien und Tirol in Österreich strenge Kontrollen statt. Die Einreise für Berufspendler etwa im Gesundheits- und Pflegebereich bleibt aber weiter möglich. Am Donnerstag hatte sich die Bundesregierung darauf verständigt, Tschechien, die Slowakei und das österreichische Bundesland Tirol als "Virusvarianten-Gebiete" einzustufen.

(lau/afp)

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