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Die Stadt Gaza. Bild: Ashraf Amra/AA/picture alliance

Neuer Beschuss aus dem Gazastreifen: Israel reagiert mit Luftangriff

Einen Tag nach der gezielten Tötung eines Anführers der Palästinensermiliz Islamischer Dschihad im Gazastreifen durch die israelische Armee haben militante Palästinenser erneut Raketen auf Israel abgefeuert. Die israelische Armee reagierte am Mittwoch mit Vergeltungsangriffen. Dabei wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums im Gazastreifen 13 Palästinenser getötet. Die Zahl der Toten erhöhte sich damit auf 23 seit Beginn der Eskalation am Dienstag.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu drohte dem Islamischen Dschihad mit weiteren Angriffen, sollte die Miliz ihre Attacken nicht einstellen. Israel werde "ohne Gnade" auf die Angriffe aus dem Gazastreifen reagieren. "Sie haben die Wahl", sagte der Regierungschef mit Blick auf den Islamischen Dschihad, der nach der regierenden Hamas die zweitmächtigste Miliz im Gazastreifen ist.

In mehreren israelischen Städten in Grenznähe zum Gazastreifen war am Morgen Raketenalarm zu hören. Seit Dienstag wurden nach Angaben der israelischen Armee mindestens 220 Rakten aus dem Gazastreifen abgefeuert. 90 Prozent davon wurden demnach vom israelischen Luftabwehrsystem abgefangen. Auf israelischer Seite gab es keine Toten.

Viele Menschen leiden unter dem Konflikt

48 Menschen wurden aber mit leichten Verletzungen ins Krankenhaus gebracht, auch Wohnhäuser wurden beschädigt. Öffentliche Einrichtungen im Umkreis von 40 Kilometern zum Gazastreifen blieben geschlossen. Viele Israelis suchten Schutzräume auf.

Durch die israelischen Angriffe wurden mehrere Kämpfer des Islamischen Dschihad getötet, wie die Miliz mitteilte. Israels Armee erklärte, sie habe eine Reihe von Zielen des Islamischen Dschihad attackiert, darunter auch eine Raketenabschussbasis. Schulen im Gazastreifen blieben auch am Mittwoch geschlossen.

Wie die Nachrichtenagentur AFP erfuhr, war der UN-Gesandte Nickolay Mladenov auf dem Weg zu Gesprächen über eine Beilegung des Konflikts nach Kairo. Der Sprecher des Islamischen Dschihad, Musab Al-Barayem, erklärte jedoch, die Miliz habe kein Interesse an einer diplomatischen Vermittlung, da sie mit den Angriffen auf die Tötung eines ihrer Anführer reagiere.

Wer ist für den Konflikt verantwortlich?

Am Dienstagmorgen waren der prominente Miliz-Anführer Baha Abu Al-Ata und seine Frau Asma bei einem Angriff der israelischen Armee im Gazastreifen getötet worden. Israel machte Ata für Raketenangriffe auf Israel in den vergangenen Monaten verantwortlich und erklärte, der 41-Jährige habe weitere Anschläge "gegen israelische Zivilisten und Soldaten" geplant.

Sowohl der Islamische Dschihad als auch die mit ihm verbündete regierende Hamas kündigten nach dem Angriff Vergeltung an. Seit die Hamas 2007 die Kontrolle im Gazastreifen übernahm, gab es bereits drei kriegerische Auseinandersetzungen zwischen der radikalislamischen Miliz und Israel. Die jüngste Gewalt vollzieht sich vor dem Hintergrund einer verfahrenen politischen Situation in Israel.

Weil es Netanjahu nach der Parlamentswahl im September nicht gelang, eine stabile Regierung zu bilden, beauftragte Präsident Reuven Rivlin Ende Oktober seinen Rivalen Benny Gantz mit der Regierungsbildung.

(afp/lin)

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