Justiz

13 Tote bei Anschlägen auf Kirchen in Indonesien – Familie unter Verdacht

Bei einer Serie von Selbstmordanschlägen auf Kirchen in Indonesien sind mindestens 13 Menschen getötet und 40 verletzt worden. Ziel in der Großstadt Surabaya waren nach Polizeiangaben Christen, die Sonntagsgottesdienste besuchten. Der vor allem in Syrien und dem Irak aktive sogenannte "Islamischer Staat" (IS) übernahm über ihr Sprachrohr Amak die Verantwortung dafür ohne Belege zu liefern. Befürchtet wird, dass die Zahl der Opfer noch weiter steigt.

Laut Polizei wurden drei Kirchen attackiert. Bei den Selbstmordattentätern handele es sich um Angehörige derselben Familie, die aus Syrien ins Land zurückgekehrt seien. Dazu gehörten neben den Eltern auch vier Kinder. In einem Fall sei ein Motorrad, in einem anderen ein Auto benutzt worden.

Hinter den Anschlägen steckt vermutlich eine einzige Familie. 

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Bild: picture alliance /AP/dpa

Ein Sprecher des Geheimdienstes hatte gesagt, verantwortlich sei wohl die Gruppe Jemaah Ansharut Daulah (JAD), die dem IS nacheifert. Seinen Worten zufolge stehen die Anschläge wahrscheinlich in Verbindung zur jüngsten Geiselnahme in einem Hochsicherheitsgefängnis in der Nähe der Hauptstadt Jakarta, bei der inhaftierte Islamisten fünf Mitglieder einer Anti-Terror-Einheit getötet hatten.

Staatspräsident Joko Widodo verurteilte die Anschläge in der zweitgrößten Stadt des Landes als "barbarisch". Der indonesische Kirchenverband rief die Regierung dazu auf, für mehr Sicherheit zu sorgen.

In Indonesien sind fast 90 Prozent der Bevölkerung Muslime. Das größte muslimische Land der Erde kämpft seit längerem mit einem erstarkenden Islamismus. Bereits im Jahr 2000 waren mehrere Kirchen das Ziel von Angriffen. Damals wurden an Weihnachten etwa 20 Menschen getötet.

(hd/ czn/ hd/ reuters/ dpa-afxp)

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