Geschichte
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Bildnummer: 59955078  Datum: 01.01.1900  Copyright: imago/United Archives International
The fifth victim of the Whitechapel murderer Jack the Ripper kbdig 1900 quer 1880 s 1880s 1888 Body Corpse Discovery Victorian London rescan  PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY 

 59955078 Date 01 01 1900 Copyright Imago United Archives International The Fifth Victim of The Whitechapel murderer Jack The Ripper Kbdig 1900 horizontal 1880 S 1880s 1888 Body Corpse Discovery Victorian London  PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY

Bild: imago/united archives international

Seine Mordserie begann vor 130 Jahren: Jack the Ripper und die Faszination des Bösen

Kurz vor vier Uhr morgens am 31. August 1888 machte ein Kutscher eine grausige Entdeckung. Die Leiche von Mary Ann Nichols lag in einer engen Gasse im Londoner Armenviertel Whitechapel auf dem Rücken mit durchschnittener Kehle, die Röcke hochgeschoben, mit aufgeschlitztem Bauch. Das erste Opfer des bekanntesten Serienmörders der Weltgeschichte, Jack the Ripper.

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Die Leiche von Mary Ann Nichols lag in einer engen Gasse im Londoner Armenviertel Whitechapel Bild: imago stock&people

Wo heute Hipster ihren Filterkaffee mit Avocado-Toast und pochierten Eiern genießen, Touristen Street-Art bewundern und Modeschüler ihre Kreationen ausführen, herrschte damals das Gesetz des Stärkeren. Wer überleben wollte, verdingte sich als Tagelöhner am Großmarkt oder Hafen oder als Gelegenheitsprostituierte. Die Gegend um Whitechapel und Spitalfields war verrufen als Einwanderungsviertel, in dem Deutsche, Hugenotten, Iren und jüdische Flüchtlinge vor osteuropäischen Pogromen seit Jahrhunderten eine erste Unterkunft fanden – oftmals in Armenhäusern mit Suppenküchen, die von der Heilsarmee unterhalten wurden.

Mindestens fünf Morde

Ein Labyrinth von engen Höfen und Gassen mit vielen Herbergen und kleinen Werkstätten, in dem Jack the Ripper unbehelligt morden konnte. Zwar gab es viele Verdächtige, doch bis heute wurden die fünf Morde nicht gelöst, die ihm sicher zugerechnet werden.

Eine Woche nach dem ersten Mord wurde sein zweites Opfer entdeckt, Annie Chapman. Ein Teil ihrer Eingeweide war entfernt worden.

Drei Wochen später dann zwei Morde in einer Nacht: Elizabeth Stride um ein Uhr nachts – dabei schien der Mörder überrascht worden zu sein – und 45 Minuten später Catherine Eddowes, deren linke Niere und Gebärmutter fehlten. Zusätzliche Polizisten liefen Streife auf den Straßen, Zivilbeamte mischten sich unter Betrunkene und Obdachlose.

Doch es half nichts: Am 10. November beendete der Killer seine Serie mit dem Mord an Mary Kelly, die im Bett in einer schäbigen Unterkunft gefunden wurde, ein Teil ihrer Organe neben ihr auf einem Tisch.

Erfolglose Ermittler

Die Polizei tappte im Dunkeln; moderne Kriminaltechniken wurden erst Jahre später erfunden und eingesetzt. Polizisten selbst beseitigten mögliche Spuren, darunter ein Schriftzug an einer Wand, den vielleicht der Mörder hinterlassen hatte. Die Presse berichtete über alle grausigen Details und verdammte die erfolglose Ermittlungsarbeit der Polizei – auch aus Rache dafür, dass Scotland Yard keine Informationen herausgab.

Bildnummer: 60004964  Datum: 17.11.1888  Copyright: imago/United Archives International
Jack the Ripper Cover of the Police News - 17th November 1888 The murder of 25 year old Mary Kelly at 13 Miller s Court, Whitechapel - 9th November 1888. Note: Kelly was the 6th (not the 7th) and final victim. kbdig 1888 quer Law & Order Crimes Murder Jack the Ripper victorian london  PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY 

 60004964 Date 17 11 1888 Copyright Imago United Archives International Jack The Ripper Cover of The Police News 17th November 1888 The Murder of 25 Year Old Mary Kelly AT 13 Miller S Court Whitechapel 9th November 1888 Note Kelly what The 6th Not The 7th and Final Victim Kbdig 1888 horizontal Law & Order CRIMES Murder Jack The Ripper Victorian London PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY

Mary Kelly war das letzte Opfer, das dem Ripper zugeordnet wurde. Bild: imago/united archives international

Der Modus Operandi des unbekannten Mörders war klar: Die meisten seiner Opfer waren Ende 30 oder über 40, sie alle waren Prostituierte gewesen oder arbeiteten noch in dem Gewerbe. Der Täter tötete am Wochenende oder an Feiertagen, schnitt ihre Kehlen durch und verstümmelte sie auf groteske Art und Weise. Möglicherweise hatten Passanten ihn einmal sogar zu Angesicht bekommen: Das vierte Opfer, Catherine Eddowes, wurde in Begleitung eines Mannes gesehen, noch zehn Minuten vor der Entdeckung der Leiche. In der "Times" beschrieb ein Zeuge ihn als "etwa 30 Jahre alt, 1,75 Meter groß, heller Teint, mit kleinem blondem Schnurrbart, rotem Halstuch und spitzer Mütze".

Verdächtige gab es zur Genüge

Hunderte Bekennerschreiben gingen bei Polizei und Medien ein, darunter auch einer von einem "Jack the Ripper", der dem unbekannten Serienmörder seinen Namen gab. Seine Echtheit wird heute bezweifelt, aber er beflügelte die Fantasie vieler Reporter, Trittbrettfahrer und Hobby-Detektive.

Verdächtige gab es zur Genüge. Sie reichten von Ex-Liebhabern, Kriminellen mit guter Ortskenntnis, Freimaurern, Einwanderern, dem Enkel oder doch vielleicht Leibarzt von Queen Victoria, Scharlatanen und Zauberern bis hin zu einer Gruppe von Anarchisten, die angeblich unter dem Einfluss eines teuflischen russischen Genies standen, das außerdem für die britische Regierung spionieren sollte. Auch Schlachter, Ärzte und Hebammen standen wegen ihres anatomischen Wissens unter Verdacht. Es half nichts – der Mörder wurde nicht gefasst.

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Auch Spürhunde konnten den Ripper nicht finden. Bild: imago stock&people

Weltweit sorgte das Monster aus dem East End 1888 für Schlagzeilen. Kein Wunder, dass innerhalb von Monaten der erste Roman über den Serienmörder erschien und seine Taten in Literatur, Film und Theater aufgegriffen wurden. Frank Wedekind ließ 1904 seine "Lulu" vom Ripper ermorden, und der Maler George Grosz posierte 1918 als Lustmörder in einem Selbstporträt.

Bis heute fasziniert er als personifiziertes Böses selbst Rechtsmediziner wie die Kriminalautorin Patricia Cornwell, die versuchte nachzuweisen, dass es sich bei dem Mörder um den Künstler Walter Sickert handelt – aber wenige überzeugte. Und fast jeden Tag führen Geschichtenerzähler Gruppen von Touristen aus aller Welt durch Whitechapel, auf den Spuren des mysteriösen Londoner Serienkillers.

(dpa/ds)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Chefredakteur_Knuellmueller 05.09.2018 00:53
    Highlight Highlight Hallo!

    Jack the Ripper wurde sehr wohl gefasst, nur
    wurde es nicht an die große Glocke gehängt,
    wenn herauskam, das ein Arzt der Königin
    Victoria behandelt, sich als "Jack the Ripper"
    herausstellt. Um einen Skandal zur vermeiden,
    der Täter heimlich verhaftet, vor Gericht gestellt,
    von der gewählten Jury für schuldig befunden,
    zum Tode durch den Strang verurteilt, hin -
    gerichtet und heimlich begraben. Danach wurde
    alle Beteiligten einschließlich die Mitglieder der
    Jury zum stilschweigen verpflichtet.

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