18.06.2020, Baden-Württemberg, Karlsruhe: Beate Sost-Scheible, Vorsitzende des vierten Strafsenat beim Bundesgerichtshof (BGH), verkündet das Urteil zur Verhandlung über das Mord-Urteil gegen Berliner Autoraser. Foto: Uli Deck/dpa Pool/dpa | Verwendung weltweit

Beate Sost-Scheible, Vorsitzende des vierten Strafsenat beim Bundesgerichtshof (BGH), verkündet das Urteil zur Verhandlung über das Mord-Urteil gegen Berliner Autoraser. Bild: dpa Pool / Uli Deck

BGH bestätigt Mord-Urteil für Berliner Autoraser

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat ein Mordurteil im Berliner Raserfall bestätigt. Der BGH verwarf am Donnerstag die Revision eines der beiden Angeklagten gegen die Verurteilung des Landgerichts Berlin zu lebenslanger Haft, weil er bei einem illegalen Rennen einen tödlichen Unfall verursacht hatte. Das Mordurteil gegen den zweiten Angeklagten hoben die Bundesrichter dagegen auf. Vor zwei Jahren hatte der BGH ein erstes Mordurteil noch komplett gekippt.

Die damals 24 und 26 Jahre alten Männer waren Anfang 2016 nachts bei einem illegalen Autorennen über mehrere rote Ampeln gerast. Auf einer Kreuzung erfasste einer der beiden mit seinem Wagen das Auto eines 69-Jährigen, der noch am Unfallort starb.

Im Februar 2017 verurteilte das Landgericht Berlin sie deshalb wegen Mordes zu lebenslanger Haft. Der BGH hob dieses Urteil aber im März 2018 auf. Der neue Prozess in Berlin endete im vergangenen Jahr wieder mit einem Mordurteil, über das jetzt der BGH in Karlsruhe entscheiden musste.

Die Bundesrichter verwarfen nun die Revision des Unfallverursachers. Die Verurteilung wegen Mordes sei "tragfähig" begründet worden, sagte die Vorsitzende Richterin Beate Sost-Scheible. Im Fall des zweiten Rasers wurde das Urteil dagegen aufgehoben. Das Landgericht Berlin muss sich deshalb nun zum dritten Mal mit dem Raserfall befassen.

(om/afp)

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Querdenker und Rechtsextremisten: Dubiose Helfer im Ahrtal

Im Hochwassergebiet in Westdeutschland mischen sich aktuell Menschen unter die Rettungskräfte, die offenbar nicht wirklich den Betroffenen helfen wollen. Am Dienstag gab die Polizei Koblenz auf Twitter bekannt, dass sich Rechtsextremisten vor Ort als "Kümmerer" ausgäben und Falschmeldungen verbreiteten.

In einer Pressemitteilung des örtlichen Polizeipräsidiums heißt es: "Es liegen uns Informationen vor, wonach Fahrzeuge mit Lautsprecher unterwegs sind, die Ähnlichkeiten mit polizeilichen …

Artikel lesen
Link zum Artikel