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CNN-Moderatorin Christiane Amanpour (l.) interviewt Jens Spahn. Bild: CNN Screenshot

Jens Spahn avanciert zum Star im US-Fernsehen

Deutschland bringt die Welt zum Staunen. Seit das Coronavirus sich von China ausgehend über die ganze Welt verbreitet hat, schauen ausländische Regierungschefs mit Bewunderung auf die Zahl der Corona-Todesopfer in der Bundesrepublik. Die Sterblichkeitsrate ist hierzulande vergleichsweise gering. Während sie in Italien bei über 13 Prozent liegt, beträgt sie in Deutschland laut offiziellen Angaben weniger als drei Prozent.

Auch in den USA gilt Deutschland als Vorzeigeland. Vor allem ein bekannter deutscher Politiker wird da zum begehrten Gesprächspartner: Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU). In dieser Woche war der 39-Jährige gleich zwei Mal ins US-Fernsehen eingeladen. Am Montag bei CNBC und am Donnerstag bei CNN.

Immer wieder muss Spahn da die Frage beantworten: Warum steht Deutschland besser da in der Corona-Pandemie als andere Länder? Der Gesundheitsminister hat schon schwierigere Fragen beantworten müssen.

Spahn kann Deutschland als Vorzeigeland präsentieren

"Was hat Ihnen einen solchen Vorsprung beim Testen gegeben?", fragt Amanpour etwa. Die USA haben hier versagt, wochenlang gab es keine funktionierenden Testkits.

Die Testkapazitäten seien schon anfangs hoch gewesen, die Zahl der Intensivbetten sei ebenfalls hoch in Deutschland, sagt Spahn dann.

Und in bester Oberlehrermanier schiebt er hinterher: "Man muss schnell die Kontaktpersonen erkennen und isolieren." Dann erreiche man nie eine zu hohe Zahl von täglichen Infektionen. Das Gesundheitssystem werde so nie überlastet. "Das ist für mich die Top-Priorität."

Am Ende des Gesprächs gibt es aber doch noch eine kritische Frage für Spahn. "Was sagen Sie dazu, dass sie den Test der Einheit in Europa nicht bestanden haben?", fragt Amanpour zur Kritik an der EU in der Corona-Krise.

"Das ist eine sehr aufreibende Zeit für die EU", antwortet Spahn. Zu Beginn der Krise habe die EU chaotisch gewirkt, jetzt aber hätten sich die EU-Staaten zusammengerissen.

Im Interview mit CNBC erklärt Spahn den deutschen Erfolg so: "Der Grund für den Erfolg ist unser Gesundheitssystem. Wir haben ein gutes Netzwerk an Ärzten in Deutschland, die sich um die weniger drastischen Fälle kümmern. Sie entlasten die Krankenhäuser, die sich dann um die Intensivfälle kümmern können."

Die Kritik bekommt Spahn in Deutschland ab

Auch wenn Spahn diese Interviews nicht in seiner Muttersprache halten kann, dürften sie doch zu den angenehmeren Terminen seines Tages gehören. In Deutschland muss er sich sonst Kritik anhören, ausreichend Schutzmaterial sei nicht schnell genug in Deutschland verfügbar gewesen, oder das Robert-Koch-Institut habe erst von Masken abgeraten, aber empfehle sie mittlerweile.

Auch Fragen zu Einsparungen im deutschen Gesundheitssystem muss der Minister im US-Fernsehen nicht beantworten. Er kann stattdessen glänzen.

(ll)

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