Gesundes Leben
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Mit über 600 Muskeln und Knochen so stark wie Beton sind unsere Körper extrem belastbar. Bild: Stone Sub

17 Fakten über deinen Körper, von denen du vermutlich noch nie gehört hast

Daniel Huber / watson.ch

Wie sagt es Robert Gernhardt so schön in seinem Gedicht "Siebenmal mein Körper"?

"Mein Körper ist ein schutzlos Ding,
wie gut, dass er mich hat."

Gut ist aber auch, dass wir unseren Körper haben. Er ist ein Wunderwerk der Natur, das trotz seiner unfassbaren Komplexität in aller Regel perfekt funktioniert. Und uns mit unglaublichen Eigenschaften verblüfft – wie diese 17 willkürlich ausgewählte Beispiele zeigen.

Eine Frau verliert jeden Monat 1000 Eizellen.

Fangen wir beim Anfang an: beim menschlichen Ei. Eine Frau hat bei ihrer Geburt über 400.000 Eizellen in ihren Eierstöcken, in manchen Fällen sind es sogar bis zu sechs oder sieben Millionen. Diese unreifen Keimzellen verharren bis zur Geschlechtsreife in einem Ruhezustand. Nur etwa eine Promille von ihnen, etwa 400 bis 500, reifen während der fruchtbaren Jahre im Leben einer Frau heran. Vor den Wechseljahren verliert eine Frau im Durchschnitt jeden Monat rund 1000 Eizellen. Das ist ein natürlicher Vorgang.

Von 250 Millionen Spermien im Samenerguss erreichen nur 300 die Eizelle.

Was wäre eine Eizelle ohne Spermien? Ein Mann produziert in seinem Leben durchschnittlich etwa 525 Milliarden Spermienknapp 70-mal die gesamte Weltbevölkerung. In jedem Samenerguss befinden sich im Schnitt 250 Millionen Spermien. Die männlichen Keimzellen müssen in der Vagina zahlreiche Hindernisse überwinden. Nur 500 bis 800 von ihnen erreichen die Eileiter und nur etwa 300 die Stelle am Ende des Eileiters, an der sich das reife Ei befindet.

Ein Mann ejakuliert in seinem Leben bis zu 50 Liter Sperma.

Bei jedem Samenerguss werden rund zwei bis sechs Milliliter Sperma abgegeben, wobei die Spermien lediglich einen kleinen Anteil der Samenflüssigkeit ausmachen. Die Menge des ausgestoßenen Spermas variiert individuell. Aber auch beim selben Mann kann die Menge von Ejakulation zu Ejakulation unterschiedlich sein. Ein gesunder und sexuell durchschnittlich aktiver Mann hat zwischen dem 15. und dem 60. Lebensjahr etwa 8000 bis 15.000 Ejakulationen. Das ergibt eine Spermamenge von insgesamt 30 bis 50 Litern.

Das Ei ist die größte Zelle des Körpers.

Ein reifes Ei hat einen Durchmesser von 150 Mikrometern, das sind 0,15 Millimeter. Damit ist es die größte Zelle des Menschen. Es ist knapp mit dem bloßen Auge sichtbar und ein wenig kleiner als der Punkt am Ende dieses Satzes. Ein Spermium ist dagegen lediglich 60 Mikrometer (0,06 mm) groß, 50 davon nimmt die Geißel ein. Volumenmäßig ist ein Spermium damit mehrere zehntausendmal kleiner als die Eizelle. Das ist kein Wunder, denn die männliche Keimzelle liefert nur die Kern-DNA, während das Ei alle Bestandteile einer Zelle enthält.

Babys können gleichzeitig saugen und atmen.

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Babys können lange von der Brust trinken, ohne abzusetzen. Bild: getty images

Oft liest man, Babys könnten gleichzeitig schlucken und atmen. Das ist aber nicht wahr. Auch Babys müssen die Atmung kurz unterbrechen, wenn sie schlucken. Wahr ist aber, dass Babys gleichzeitig saugen und atmen können. Wenn das Baby saugt, wird das Gaumensegel abgesenkt, was die Nasenatmung während des Saugens ermöglicht. Nach ein paar Saugbewegungen schluckt das Baby dann die angesammelte Milch, wobei es die Atmung unterbrechen muss. Darum kann ein Baby lange an der Mutterbrust nuckeln, ohne dabei absetzen und Luft holen zu müssen.

Babys haben mehr Knochen als Erwachsene.

Neugeborene haben rund 350 Knochen, die noch weich sind. Während des Wachstums wird die Anzahl der Knochen aber geringer, da einige von ihnen zusammenwachsen. So bildet sich das Kreuzbein am unteren Ende der Wirbelsäule aus fünf ursprünglichen Rippen. Wenn dieser Prozess des Zusammenwachsens im Alter von 20 bis 25 Jahren abgeschlossen ist, besitzen die meisten Erwachsenen 206 bis 215 harte Knochen. Es gibt Menschen, die eine Rippe mehr oder weniger besitzen.

Ein Viertel aller Knochen befindet sich in den Füßen.

Die Füße tragen uns durchs Leben – kein Wunder, sind sie entsprechend stabil gebaut. Obwohl sie im Vergleich zum Rest des Körpers klein sind, enthalten sie fast genau einen Viertel aller rund 206 Knochen im Körper. 26 sind es in jedem Fuß, das macht 52 für beide zusammen. Bei Babys, die noch mehr Knochen haben als Erwachsene, liegt der Anteil der Knochen in den Füßen nur bei einem Fünftel.

Knochen sind stärker als Beton.

Die meisten menschlichen Knochen enthalten Traberkel – miteinander verbundene Platten und Stäbe, die ein inneres dreidimensionales Gerüst bilden und den Knochen stabilisieren. Im Vergleich zu ihrem Gewicht erreichen Knochen daher eine Tragfähigkeit, die jener von Granit gleichkommt, und eine Zugfestigkeit wie Stahl. Ein Knochen von der Größe einer Streichholzschachtel kann ein Gewicht von neun Tonnen tragen, ohne zu brechen – das ist viermal mehr als Beton. Der stärkste Knochen im Körper ist der Kieferknochen.

Der Kaumuskel ist der stärkste Muskel.

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Kräftiger als jeder andere Muskel: der Kaumuskel. Bild: Getty Images

Von den 639 Muskeln im menschlichen Körper sind etwa 400 Skelettmuskeln. Der stärkste Muskel ist nicht etwa die Zunge oder die Gebärmutter, wie gelegentlich behauptet wird, sondern der fürs Kauen zuständige Kiefermuskel, der am kurzen Hebel des Kieferknochens ansetzt: Im vorderen Bereich, bei den Schneidezähnen, beträgt der Beißdruck rund 200 Newton pro Quadratzentimeter. Im hinteren Bereich, bei den Backenzähnen, sind es etwa 800 Newton.

Die Augenmuskeln bewegen sich am meisten.

Sechs Muskeln sind daran beteiligt, das menschliche Auge zu bewegen. Sie sind wahre Schwerarbeiter: Die äusseren Augenmuskeln bewegen sich jeden Tag rund 100.000 Mal – sie sind damit die aktivsten Muskeln unseres Körpers. Dabei kommen Bewegungen vor, die bis zu 500 Meter pro Sekunde schnell sind. Trotz dieser Geschwindigkeit arbeiten die Augenmuskeln enorm präzise: Das Bild des rechten und des linken Auges liegen – unabhängig vom Blickwinkel – stets exakt übereinander.

Das Herz pumpt mit so viel Druck, dass es das Blut 10 Meter hoch spritzen könnte.

Das Herz, das während unseres ganzen Lebens etwa 250 Millionen Liter Blut durch die Adern pumpt, ist ein faustgroßer Hohlmuskel, der fast in der Mitte der Brust sitzt. Da es leicht schräg liegt, berührt ein Teil davon die linke Seite der Brust – davon kommt die Vorstellung, dass es links liege. Der "Motor ohne Ruhepause" hat einige bemerkenswerte Eigenschaften: So kann das Herz unter kontrollierten Bedingungen auch außerhalb des Körpers weiter schlagen. Und es erzeugt genug Druck, dass es das Blut direkt aus dem Körper bis zu zehn Meter hoch spritzen könnte.

Blut ist dicker als Wasser.

Unser Lebenssaft ist eine bemerkenswerte Flüssigkeit. Sie verhält sich nicht ganz nach denselben Regeln wie Wasser, sondern hat ein spezielles Fließverhalten. Ihre Viskosität – der Grad der Dickflüssigkeit – nimmt ab, wenn der Durchmesser der Blutgefässe abnimmt. Mit anderen Worten: Blut wird in engeren Gefäßen dünnflüssiger. Das ist der Grund dafür, dass es in den Kapillaren nicht stecken bleibt. Die Blutviskosität ist von verschiedenen Faktoren abhängig, unter anderem vom Geschlecht: Bei Männern ist sie höher als bei Frauen. Im Schnitt liegt sie bei etwa 4,5 Millipascal, jene von Wasser bei 1 Millipascal.

Alle roten Blutkörperchen eines Menschen würden aneinandergereiht den Äquator fünfmal umrunden.

Fünf bis sieben Liter Blut hat ein erwachsener Mensch. Darin schwimmen zwischen 24 und 30 Billionen Erythrozyten – besser bekannt unter der Bezeichnung rote Blutkörperchen. Jede Sekunde produziert der Körper zwei Millionen von ihnen. Könnte man sie alle nebeneinanderlegen wie in einer Kette, würde diese die Erde am Äquator fast fünfmal umrunden. Aufeinandergestapelt wie Münzen würden sie eine Höhe von 60.000 Kilometern erreichen – das entspricht einem Sechstel der mittleren Distanz zum Mond.

Der Nagel des Mittelfingers wächst am schnellsten.

Jeden Monat wachsen unsere Fingernägel durchschnittlich um 3,5 Millimeter. Ihre Geschwindigkeit ist jedoch unterschiedlich: Am schnellsten wächst in der Regel der Nagel des Mittelfingers. Derjenige des Zeigefingers wächst schneller als jener des kleinen Fingers. Das hat damit zu tun, dass die Geschwindigkeit des Wachstums proportional zur Länge des äußersten Fingerknochens ist. Die Zehennägel wachsen nur etwa halb bis einen Viertel so schnell wie die Fingernägel, da die Finger besser durchblutet sind und mehr Licht erhalten. Dass die Nägel nach dem Tod noch eine Weile weiterwachsen, ist übrigens ein Mythos: Sie erscheinen nur länger, weil die Haut dehydriert und sich etwas zurückzieht.

Die Hornhaut ist der einzige Körperteil ohne Blutversorgung.

Human eye with sun reflect, close-up.

Die Hornhaut liegt auf dem Auge auf. Bild: Getty Images

Die Hornhaut ist etwa einen halben Millimeter dick und übernimmt zusammen mit der Augenlinse den größten Teil der Lichtbrechung. Sie enthält zwar Nerven, aber keine Blutgefäße. Die Hornhaut ist der einzige Körperteil, der keine Blutversorgung hat. Ihre äußeren Schichten erhalten Sauerstoff und Nährstoffe via die Tränenflüssigkeit aus der Luft. Die inneren über das Kammerwasser und das sogenannte Randschlingennetz. Abfallstoffe werden auf dem gleichen Weg abgeleitet. Nach dem Tod trübt die Hornhaut ein. Die wird matt und undurchsichtig.

Frauentränen senken den Testosteronspiegel bei Männern.

Bis etwa zum 13. Lebensjahr weinen Mädchen und Jungen gleich oft, doch danach zeigt sich zusehends ein Unterschied: Während bei Frauen die Tränen 30 bis 64 Mal pro Jahr kullern, ist dies bei Männern nur 6 bis 17 Mal der Fall. Frauen weinen überdies im Schnitt deutlich länger. In der Tränenflüssigkeit, die beim emotionalen Weinen austritt, sind andere chemische Substanzen enthalten als in jener, die etwa beim Zwiebelschneiden aus den Augen quillt. Der Geruch der salzigen Tränen, die aus emotionalen Gründen vergossen werden, senkt bei Männern den Testosteronspiegel, was das Aggressionspotenzial, aber auch die Libido vermindert.

Unser Körper leuchtet.

Manche Lebewesen leuchten – Glühwürmchen zum Beispiel, aber auch verschiedene Tiefseefische oder einige Pilze. Bei höheren Pflanzen und Landwirbeltieren kommt diese sogenannte Biolumineszenz jedoch nicht vor. Das gilt allerdings nur, solange man davon ausgeht, dass das Leuchten von bloßem Auge sichtbar ist. Tatsächlich hat eine japanische Studie vor kurzem nachgewiesen, dass auch Menschen biolumineszent sind. Das Leuchten unseres Körpers ist freilich 1000 Mal zu schwach, als dass es vom Auge wahrgenommen werden könnte.

"Ich lag zwei Wochen im Koma" - Sportlerin nach Organspende

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