Weltall
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und die Werbung von watson und Werbepartnern zu personalisieren. Weitere Infos: Datenschutzerklärung.
Menschen klettern auf Globus PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY KevinxO Keefe 10790024

People Climbing on Globe PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY KevinxO Keefe 10790024

Müssen wir ins All ausweichen, wenn die Erde irgendwann zu voll wird? Und wie ist eigentlich die Rechtslage da oben? Bild: imago stock&people

Gilt Rechts vor Links? Und wer wirft den Müll weg? Was man im Weltraum darf – in 8 Punkten

Im All ist mächtig was los. Hunderte Satelliten schwirren da durch die unendlichen Weiten – und noch viel mehr Weltraumschrott. Wertvolle Rohstoffe auf bestimmten Himmelskörpern wecken Begehrlichkeiten. Weltraumtourismus könnte der Fallschirmsprung der Zukunft werden. Und manch ein Staatenlenker würde das All gern militärisch nutzen.

Aber, Moment mal: Wer darf eigentlich was im Weltraum? Gilt dort auch rechts vor links? Und wer bringt den Müll raus?

Ein Überblick über die Rechtslage im All.

Internationale Abkommen

Da der Weltraum zu keinem Hoheitsgebiet eines Staates gehört, sind die Grundlagen des gesamten Weltraumrechts fünf Abkommen der Vereinten Nationen, wie der Leiter des Instituts für Luftrecht, Weltraumrecht und Cyberrecht der Universität Köln, Stephan Hobe, erläutert.

Das wichtigste dieser Abkommen ist der Weltraumvertrag von 1967.

Er regelt zum Beispiel, dass jede Nation freien Zugang zum All hat und kein Land Gebietsansprüche auf andere Himmelskörper erheben darf. Der UN-Weltraumvertrag wurde von mehr als 100 Staaten ratifiziert, in Deutschland gilt er seit 1971. Der Mondvertrag von 1979 hat das Ziel, den Mond und andere Himmelskörper zum gemeinsamen Erbe der Menschheit zu erklären. Er wurde bislang allerdings von nicht einmal 20 Staaten ratifiziert, auch wegen möglicher wirtschaftlicher Interessen am Rohstoffabbau im All.

Zunehmender Mond, aufgenommen in Berlin, 19.03.2019. Berlin Deutschland *** Growing Moon recorded in Berlin 19 03 2019 Berlin Germany PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY Copyright: xFlorianxGaertner/photothek.netx

Der Mond, der einzige natürliche Satellit der Erde. Bild: www.imago-images.de

Rohstoffe

Viele Himmelskörper bieten verlockende Rohstoffvorkommen, beispielsweise seltene Metalle. Um sich wirtschaftliche Interessen zu sichern, haben die USA und Luxemburg Gesetze erlassen, die Unternehmen, die so einen Weltraumbergbau wagen wollen, das Eigentum an derart gewonnenen Rohstoffen zusprechen.

Das ist nach Auffassung von Hobe "schlicht und ergreifend rechtswidrig". "Sie können nur Gesetze über etwas erlassen, über das Sie verfügen", erläutert der Jurist. Und andere Himmelskörper können gemäß des Weltraumvertrags nicht unter die Hoheit eines Nationalstaats fallen.

Müll

Bislang verpflichtet kein Abkommen die Raumfahrtnationen zur Müllvermeidung oder gar -entsorgung. Das Bewusstsein für das Müllproblem ist zwar in den vergangenen Jahren gewachsen. So hat etwa die Esa technische Richtlinien entwickelt, deren Einhaltung von den jeweiligen Staaten zur Bedingung für eine Startlizenz gemacht werden kann. Auf einem Esa-Workshop beschäftigten sich in Darmstadt gerade Juristen, Ingenieure und Wirtschaftsvertreter mit Regelungen zum Weltraumschrott.

Aber:

"Momentan ist niemand für den Müll im Orbit verantwortlich"

Stephan Hobe.

Eine rechtliche Regelung sei eine große Herausforderung, weil sie versuchen müsse, nachträglich Verantwortung für bislang erlaubtes Handeln zu definieren. Immerhin haben sich nach Esa-Angaben die Raumfahrtinstitutionen – rechtlich unverbindlich – darauf geeinigt, besonders wichtige Umlaufbahnen von Müll frei zu halten.

Verkehrsregeln

Wer muss ausweichen, wenn zwei Raumfahrzeuge auf Kollisionskurs sind? Vorfahrts- oder andere Verkehrsregeln gibt es im All bislang nicht, erläutert der Leiter des Esa-Büros für Raumfahrtrückstände, Holger Krag, Co-Organisator des Esa-Workshops. "Im Betrieb hat sich ein gesunder Pragmatismus entwickelt", sagt der Experte.

Space vehicles on planet surface, illustration Space vehicles on planet surface, illustration. PUBLICATIONxINxGERxSUIxHUNxONLY VICTORxHABBICKxVISIONS/SCIENCExPHOTOxLIBRARY F022/8714

Leute, Abstand halten! Bild: imago stock&people

Rund 95 Prozent der potenziell gefährlichen Begegnungen spielen sich demnach ohnehin mit inaktiven Objekten wie Trümmerteilen oder abgeschalteten oder antriebsfreien Satelliten ab, so dass sich die Vorfahrtsfrage nicht stellt. In den restlichen Fällen stimmen sich die Betreiber der jeweiligen Satelliten untereinander ab. Im Schnitt muss ein aktiver Satellit etwa einmal im Jahr ausweichen, berichtet Krag.

Haftung

Die UN-Abkommen verpflichten Staaten zur Haftung für Schäden, die durch ihre Raumfahrtaktivitäten entstehen. Dabei lassen sich zwei Fälle unterscheiden, wie Esa-Weltraumrechtsexperte Alexander Soucek, der den Workshop in Darmstadt mitorganisiert hat, erklärt:

"Bei Schäden im All, etwa dem Zusammenstoß zweier Satelliten, gilt die sogenannte Verschuldenshaftung."

Alexander Soucek.

RocketMan, USA 1997 Director: Stuart Gillard Actors/Stars: Harland Williams, Jessica Lundy, William Sadler Copyright: IFTN UnitedArchives1181401362822

Rocketman USA 1997 Director Stuart Gillard Actors Stars Harland Williams Jessica Lundy William Sadler Copyright  UnitedArchives1181401362822

Immer gut aufeinander aufpassen, das gilt auch im All. Szene aus dem Film "Rocket Man", USA 1997. Bild: imago stock&people

Ein Staat muss also nur dann für den Schaden haften, wenn ihm eine Schuld an dem Crash nachgewiesen werden kann. "Für Schäden auf der Erde, etwa durch den Absturz eines nicht vollständig verglühten Satelliten, gilt dagegen die Gefährdungshaftung", sagt der Weltraumrechtsexperte. Das heißt, der Staat, aus dem der abgestürzte Satellit stammt, muss auf jeden Fall für den Schaden einstehen, weil er bereits mit dem Start eine allgemeine Gefährdung erzeugt hat.

Rüstung

Der Weltraum ist durch die UN-Abkommen weitgehend demilitarisiert. Das heißt, es dürfen im Orbit und auf anderen Himmelskörpern keine Waffen stationiert werden. Trotzdem wächst die Sorge vor einem Wettrüsten. So treibt die US-Regierung ihre Pläne zur Schaffung von eigenen Streitkräften im Weltall voran.

Bildnummer: 51698673  Datum: 15.05.1999  Copyright: imago/UPI Photo
Schauspieler Liam Neeson (li., GBR/Jedi Master Qui-Gon Jinn), Ray Park (Mitte, GBR/Sith Lord Darth Maul) und Ewan McGregor (GBR/Obi-Wan Kenobi) in einer Szene aus dem Film - Star Wars: The Phantom Menace - PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxHUNxONLY, Personen , Kampf; 1999, Episode 1, Episode1, eins, Szene, Filmszene, Mc Gregor, MacGregor, Mac; , Kbdig, Gruppenbild, Film, Kunst, Vereinigte Staaten von Amerika, Aktion, People, quer

Krieg der Sterne? bisher nur im Film... bild: imago

Die bestehenden Regelungen gelten mittlerweile als nicht mehr zeitgemäß.

Russland und China haben der UN-Abrüstungskonferenz in Genf 2014 einen Vertragsentwurf vorgelegt, der bestimmte Waffen verbieten soll. Aber weil die Entwicklung von Waffen so rasant vorangeht, glauben viele, dass das nicht reicht – auch weil harmlose Satelliten bei böser Absicht zu Waffen werden können.

Forschung

Zu friedlichen Zwecken darf jede Nation Stationen im Orbit und auf anderen Himmelskörpern errichten. Dabei gilt das Prinzip der gegenseitigen Öffnung: Kein Staat darf seine Station komplett von anderen Staaten abschotten.

UFO beaming up cow, illustration UFO beaming up cow, illustration. PUBLICATIONxINxGERxSUIxHUNxONLY KTSDESIGN/SCIENCExPHOTOxLIBRARY F022/7065

DÜRFEN DIE DAS??? Bild: imago stock&people

Gericht

Wie können Staaten und Unternehmen ihre Rechte durchsetzen? Ein Weltraumgericht gibt es nicht. Staaten könnten bei Verstößen gegen die UN-Weltraumabkommen den Internationalen Gerichtshof in Den Haag anrufen, erläutert Esa-Experte Soucek. Firmen oder Privatpersonen könnten unter Umständen vor nationalen Zivilgerichten Ansprüche gegen Dritte einklagen – vorausgesetzt, es existiert eine den Streitfall betreffende gesetzliche Regelung.

(as/dpa)

Diese Schnecke führt ein cooleres Leben als du

Play Icon

Das könnte dich auch interessieren:

"Grenze überschritten": GNTM-Vanessa wehrt sich gegen ProSieben – Simone schaltet sich ein

Link zum Artikel

Youtuber Rezo greift die CDU an – so wehrt sich die Partei

Link zum Artikel

Heidi startet ins GNTM-Finale – und liefert gleich 3 peinliche Momente

Link zum Artikel

Capital Bra versucht sein Glück bei Helene Fischer – das ist ihre Reaktion

Link zum Artikel

Daenerys wer? Die 17 fatalen Probleme im Finale von "Game of Thrones"

Link zum Artikel

Oops, they did it again: Fans entdecken peinlichen Fehler im "GoT"-Finale

Link zum Artikel

"GoT": Doku zeigt, wie Kit Harington am Set in Tränen ausbrach – jetzt wissen wir, warum

Link zum Artikel

Diese 13 Memes über Bran in "Game of Thrones" bringen dich trotz allem zum Lachen

Link zum Artikel

Das "GoT"-Finale war meine allererste Folge der Show – das habe ich über die Serie gelernt

Link zum Artikel

ESC: Peinlich! Sisters geben zu, wo sie bei der Punktevergabe waren

Link zum Artikel

Herzzerreißende "GoT"-Szene mit Daenerys und Jon – Fans sind erschüttert

Link zum Artikel

So emotional nehmen die "GoT"-Stars nach dem Finale Abschied von der Serie

Link zum Artikel

"GoT": 8 Fehler, die dir genauso entgangen sind wie der Kaffeebecher

Link zum Artikel

Achtung, Spoiler! Die besten Reaktionen zum "Game of Thrones"–Finale

Link zum Artikel

"Game of Thrones"-Autor gibt Hinweis, wie es nach dem Ende der Serie weitergeht

Link zum Artikel

Vanessa rechnet nach "GNTM"-Aus mit ProSieben ab – jetzt antwortet der Sender

Link zum Artikel

Das sagt Lena Meyer-Landrut den S!sters vor dem ESC– ein großer Fan ist sie wohl nicht

Link zum Artikel

So sehen BTS als alte Männer aus – und wir haben Fragen

Link zum Artikel

Darum ist das neue Album nur zu 80 Prozent Rammstein – eine (kleine) Enttäuschung

Link zum Artikel

ESC 2019: Dieter Bohlen über Luca Hänni: "Ich hätte den Mut dazu nie gehabt"

Link zum Artikel

Der neue Song von Shirin David ist eine Abrechnung mit ihrem Vater

Link zum Artikel

Samra und Capital Bra: Neuer Song Wieder Lila ist schon jetzt ein Hit

Link zum Artikel

16 Cartoons, die unsere Gesellschaft auf den Punkt bringen

Link zum Artikel

Strache-Skandal in Österreich – Kanzler Kurz soll Neuwahlen wollen

Link zum Artikel

"Zweifel, Ängste, schlaflose Nächte" – Das sagen "die Lochis" zu ihrem Aus

Link zum Artikel

Lena Meyer-Landrut macht Fan mit Post bei Instagram glücklich

Link zum Artikel

Falscher Professor? Vorwürfe gegen einen AfD-Europakandidaten

Link zum Artikel

Pressekonferenz in Sonnenbrille: Loredana streitet Betrug ab und wird laut

Link zum Artikel

Warum sind wir manchmal traurig nach dem Sex?

Link zum Artikel

Ed Sheeran und Justin Bieber: "I Don't Care" kann der Song des Sommers werden

Link zum Artikel

16 peinlichen Instagram-Werbungen, die nach hinten losgegangen sind

Link zum Artikel

180 Staaten bekämpfen jetzt den Plastikmüll – mit einem globalen Pakt

Link zum Artikel

Dieser seltsame Vogel ist ausgestorben ... kommt aber immer wieder zurück von den Toten

Link zum Artikel

Ariana Grande und BTS: Insider verrät, dass gemeinsamer Song "nur eine Frage der Zeit" ist

Link zum Artikel

Sie soll ein Paar um 614.000 Euro betrogen haben – Rapperin Loredana festgenommen

Link zum Artikel

Helene Fischer lief weg und schrie: Luxus-Makler plaudert über den Hauskauf mit Flori

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Lena Meyer-Landrut über Artikel 13: "Man kann hier nicht pauschalisieren"

Lena ist auf der Seite von Artikel 13? Das denkt man zumindest, wenn man das Foto sieht, das die GEMA bei Twitter gepostet hat: Es zeigt die Sängerin Lena Meyer-Landrut, die für Copyrightrechte unterschreibt. Dazu gleich mehr.

Das Europaparlament hatte am Dienstag die umstrittene Urheberrechtsreform unter Dach und Fach gebracht. Ziel der Reform ist es, das EU-Urheberrecht an das Internet-Zeitalter anzupassen.

Zu den Unterstützern der Urheberrechtsreform gehört auch die Verwertungsgesellschaft …

Artikel lesen
Link zum Artikel