Gesundheit
Daniela Kinkel, Globoli

Bild: twitter.com/DanielaKinkel Montage

Würdest du deine Globuli wegschmeißen? Eine Bonnerin hat's getan

Lars Wienand

Ein Foto von weggeworfenen Globuli-Fläschchen spaltet das Netz: Die Bonnerin Daniela Kinkel hat Globuli im Wert von 250 Euro weggeworfen – und das mit einem Foto getwittert. "Sehr befreiend!", schrieb sie dazu. "Es gab Zeiten, da glaubte ich an Homöopathie. Die sind (...) vorbei."

Daniela ist kein Einzelfall mehr

Homöopathie scheint gerade an Zauber zu verlieren: Obwohl 70 Prozent der Anwender laut einer Forsa-Umfrage zufrieden sind, ist der Absatz in Deutschland im 2017 erstmals zurückgegangen. Auch die Verordnungen beim Arzt gingen zurück: Bei Kassenpatienten um 14, bei Privatversicherten um 7 Prozent.

"Ich hatte gute Erfahrungen damit gemacht – wie das eben geht, wenn man daran glaubt..."

Daniela Kinkel über Globuli

Bei Daniela Kinkel flogen die Zuckerkügelchen raus, als sie ihr Leben aufräumte, sagt sie t-online.de. Globuli bestehen vor allem aus Zucker, der einmal etwas anderes berührt hat und diese Erinnerung in sich tragen soll. Auf dieses homöopathische Prinzip hatte auch die Bonnerin lange gesetzt.

"Ich habe meinen Kindern Globuli gegeben und sie selbst genommen. Ich hatte ja gute Erfahrungen damit gemacht – wie das eben geht, wenn man daran glaubt." Doch Kinkel glaubt nicht mehr daran.

Ein Arzt war der Wendepunkt für sie

Sie begann die Produkte zu hinterfragen, als sie auf Twitter HNO-Arzt Dr. Christian Lübbers entdeckt. Der Weinheimer Mediziner befasst sich dort, zusammen mit der gelernten Homöopathin Dr. Natalie Grams, kritisch mit alternativen Heilmethoden. 

Der Arzt gibt der Schulmedizin Mitverantwortung, wenn Menschen sich Hilfe beim Homöopathen suchen: Patienten würden sich dort oft stärker angenommen fühlen.

Bei Kinkel gab es keine besondere Enttäuschung durch Globuli, berichtet sie. "Das war nicht die Riesengeschichte, nach der ich sie nicht mehr genommen habe, es war eine intensive Auseinandersetzung damit". Auch wenn Homöopathen das anders darstellen, gibt es keinen anerkannten Nachweis für eine Wirkung über den Placebo-Effekt hinaus.

Globuli nur noch in den Kaffee

Für Kinkel kommen homöopathische Mittel nicht mehr in Frage. Dass ihr Tweet so starke Reaktionen auslösen wurde, ahnte sie jedoch nicht. Über 1000 Menschen unterstützen ihre Aktion, aber es gab auch viele, die der Schulmedizin kritisch gegenüber standen. 

Ein charmanter Vorschlag der Community wurde von Daniela Kinkel jedenfalls umgesetzt: Die Globuli nicht wegwerfen, sondern weiter zu verwenden – als Zucker im Kaffee.

Dieser Artikel erschien zuerst auf t-online.de.

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