Fußball
Italy: Juventus vs Parma Federico Bernadeschi of Juventus during the Football serie A match Juventus FC vs Parma. The final score was 3-3 at the Allianz Stadium in Turin. Turin PIEMONTE Italy Allianz Stadium PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY AlbertoxGandolfo/PacificxPress

Feeedeeeeriiiiiicooooooo! bild: imago/pacific press agency/alberto gandolfo

Ronaldo lässt die Fußball-Welt jubeln – doch ein anderer ist der heimliche Juve-Held

Es war wieder einmal eine magische Ronaldo-Nacht in der Champions League. Dank drei Toren von "CR7" gegen Atlético Madrid steht Juventus im Viertelfinale. Doch Federico Bernardeschi hat genau so viel Lob verdient.

Adrian Bürgler / watson.ch

Einmal mehr standen wir nach einem Champions-League-Spieltag auf und dachten: Was für ein Fußball-Abend! Juventus Turin hat das scheinbar Unmögliche geschafft und dem defensiven Bollwerk von Atlético Madrid, das zuletzt in der Königsklasse über 300 Minuten ohne Gegentor blieb, drei Tore eingeschenkt.

"Dafür hat mich Juve geholt."

Cristiano Ronaldo

Oder besser gesagt: Ronaldo hat "Atléti" drei Tore eingeschenkt und Juve so ins Viertelfinale geschossen. Der 34-jährige Portugiese dominiert nach seinem Hattrick alle Schlagzeilen. "Cristiano Ronaldo eliminiert Altético Madrid ein weiteres Mal", schreibt die "Marca". "Cristiano verschlingt Atlético", titelt die "AS". "Ronaldo zur Rettung!", ruft die britische "Daily Mail" und "ein gewaltiger Ronaldo zieht das große Juve ins Viertelfinale", attestiert die italienische "La Repubblica".

March 12, 2019 - Turin, Italy - Juventus forward Cristiano Ronaldo (7) scores his goal by penalty kick during the Uefa Champions League Round of 16 football match JUVENTUS - ATLETICO MADRID on 12/03/2019 at the Allianz Stadium in Turin, Italy. Juventus v Club de Atletico Madrid - UEFA Champions League Round of 16: Second Leg PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY - ZUMAn230 20190312_zaa_n230_585 Copyright: xMatteoxBottanellix

CR7 wuchtet den Ball vom Punkt in die Maschen. Bild: imago/zuma press/Matteo Bottanelli

CR7 ist zweimal mit dem Kopf zur Stelle. Beim 3:0 beweist er Nervenstärke und versenkt in der 86. Minute einen Elfmeter eiskalt. Für den Superstar selbst ist das offenbar keine riesige Sache: "Dafür hat mich Juve geholt", sagt er nach dem Spiel. Dann fügt er doch noch an: "Es musste ein ganz besonderer Abend werden – und der ist es auch geworden. Wir haben die Mentalität eines Champions. Diese Nacht macht mich stolz, zu dieser Truppe zu gehören."

Doch das gestrige Spiel war nicht der Alleingang, den uns die Schlagzeilen glauben machen wollen.

Die ganze Mannschaft von Juventus zeigte einen starken Auftritt. Neben Ronaldo stach Federico Bernardeschi deutlich aus dem Kollektiv heraus.

Trainer Massimiliano Allegri pokerte, indem er den Argentinier Paulo Dybala auf der Bank ließ und dafür den 25-jährigen Italiener brachte. Das Risiko lohnte sich. War Bernardeschi vor dem Spiel einfach ein weiterer talentierter Spieler im Juve-Ensemble, so durfte man ihn nach dem Spiel als einen der Antreiber im bislang wichtigsten Saisonspiel bezeichnen.

Er war in der ersten Halbzeit der auffälligste Mann auf dem Platz. Beinahe jeder Angriff lief über den rechten Flügel, der als Anspielstation zwischen den zwei Madrider Reihen fungierte. Er alleine gab in 45 Minuten genau so viele Schüsse ab, wie das gesamte Team von Atlético.

Sein Selbstvertrauen war nach wenigen Spielminuten derart groß, dass er Ronaldo sogar einen Freistoß absprach, diesen allerdings knapp am Tor vorbei zirkelte und sich später an einem Fallrückzieher versuchte. In der 27. Minute belohnte Bernardeschi seine starke Leistung erstmals. Er schlug eine wunderbare Flanke, direkt auf den Kopf von Ronaldo, der ohne Mühe einköpfte.

Italy: Juventus vs Atletico Madrid Federico Bernardeschi of Juventus during the Champions League match: Juventus FC vs Atletico Madrid. Juvenwus won 3-0 in Turin, Italy 12th march 2019 Turin Piedmont/Turin Italy Allianz Stadium PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY AlbertoxGandolfo/PacificxPress

Auf und davon: Bernardeschi war der heimliche Held des Juve-Wunders. Bild: imago/pacific press agency/Alberto Gandolfo

Bernardeschi, der im Sommer 2017 für 40 Millionen Euro aus Florenz kam, bewies auch Biss und gewann fünf Zweikämpfe. Zudem hatte er drei erfolgreiche Dribblings zu verzeichnen, nur Ronaldo hatte mehr. In der zweiten Halbzeit nahm der Einfluss des Italieners etwas ab. Dennoch stand er am Ursprung der entscheidenden Szene des Spiels: Bernardeschi zog in der 84. Minute an Angel Correa vorbei – wie ein Ferrari an einem Trabbi.

Der offensive Mittelfeldspieler Atléticos ließ sich zu einem dummen Schubser im Strafraum hinreißen. Bernardeschi fiel und holte so den Elfmeter heraus, den Ronaldo zur Viertelfinal-Qualifikation verwandelte.

"Bernardeschi hat einen Schritt vorwärts gemacht."

Massimiliano Allegri

Auch Trainer Allegri war höchst zufrieden mit seiner Wahl: "Bernardeschi hat heute einen Schritt vorwärts gemacht. Wir brauchten eine großartige Vorstellung, um weiterzukommen und die hat er geliefert."

Und was sagt der Spieler selbst? "Das 0:2 im Hinspiel war ein Schlag ins Gesicht. Natürlich wäre es ohne dieses Defizit einfacher gewesen. Aber wir haben hart gearbeitet und der Glaube an die Mannschaft ist innerhalb des Teams gewachsen." Federico Bernardeschi ist das beste Beispiel dafür.

12 dramatische Finals der Champions League

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Deswegen bricht Lucien Favre mit seinen Teams immer wieder ein

Am Mittwochabend konnte Borussia Dortmund einen weiteren sportlichen Rückschlag gerade noch verhindern. Im Pokalspiel gegen Borussia Mönchengladbach drehte der BVB einen 0:1-Rückstand und zog durch zwei Tore von Julian Brandt in die nächste Runde ein. Doch trotz dieses Ergebnisses bleiben wieder einmal 70 schwache Spielminuten, in denen die Dortmunder sehr wenig zustande brachten. Der Druck auf Cheftrainer Lucien Favre ist weiterhin hoch.

Das Duell mit Favres Ex-Klub Gladbach ruft stets …

Artikel lesen
Link zum Artikel