Hartz IV

Getty

Hartz IV: Jobcenter verhängten weniger Sanktionen als im Vorjahr

Die Zahl der Sanktionen gegen Bezieher des Arbeitslosengeld II, umgangssprachlich auch Hartz IV genannt, ist im letzten Jahr leicht gesunken.

So teilte die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Mittwoch mit: Im Jahr 2018 wurden rund 49.000 weniger Sanktionsfälle vermeldet als im Vorjahr – das entspricht einem Rückgang von etwa fünf Prozent. Somit beträgt die Anzahl ausgesprochener Sanktionen gegen Hartz-IV-Empfänger 904.000.

Was sind Hartz-IV-Sanktionen?

Wer Hartz IV bezieht und gegen bestimmte Regeln verstößt, kann vom Jobcenter sanktioniert werden. Das bedeutet, dass finanzielle Leistungen gekürzt oder vollständig gestrichen werden. Regelverstöße sind zum Beispiel, wenn man ohne Angabe von Gründen zu einem Termin beim Jobcenter nicht erscheint, oder wenn man sich weigert, eine Maßnahme, zum Beispiel eine Weiterbildung, anzutreten. Im schlimmsten Fall kann die gesamte Unterstützung, also auch die Miete, die das Jobcenter in der Regel trägt, auf Zeit gestrichen werden.

Der Großteil der Hartz-IV-Empfänger wurde noch nie sanktioniert

Der Großteil der Sanktionen wurde ausgesprochen gegen Leistungsbezieher, die ihren Termin versäumt haben – etwa 77 Prozent sind zum vereinbarten Zeitpunkt nicht im Jobcenter erschienen, ohne sich abgemeldet zu haben.

Auch die Zahl der Hartz-IV-Empfänger generell ist im Vergleich mit dem Vorjahresmonat gesunken: Aktuell beziehen knapp über vier Millionen erwerbsfähige Menschen in Deutschland Arbeitslosengeld II. Über 90 Prozent blieben von den Strafen des Jobcenters bisher unberührt.

(ak/dpa)

Gelbwesten in Frankreich

5 Grafiken zeigen, wie heftig die Mieten explodiert sind

0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!

Meinung

Hartz 4: Wie RTL 2 mit "Armes Deutschland" die Zuschauer manipuliert

Eine dreifache junge Mutter. Ein Vater, natürlich Raucher, der sich weigert, arbeiten zu gehen. Eine dreckige Wohnung, in der leicht verlotterte Kinder herumhüpfen. Dazu fallen Sätze wie: "Für 8,50 Euro pro Stunde geh ich nicht arbeiten."

Besser könnte man sich die Protagonisten von "Armes Deutschland" eigentlich nicht ausdenken. Muss man auch gar nicht, irgendwie finden die Produzenten von RTL 2 immer die richtigen Leute, die alle Klischees bedienen, die wir uns über Hartz-IV-Empfänger auch …

Artikel lesen
Link zum Artikel