Donald Trump
United States President Donald J. Trump speaks at the Republican National Convention in Charlotte, NC Monday, Aug. 24, 2020. The GOP convention was scaled back this year because of the coronavirus pandemic. PUBLICATIONxNOTxINxUSA Copyright: xRepublicanxNationalxConventionxviaxCNPx/MediPunchx

Bei einem Überraschungsauftritt vor den Delegierten des Parteitags warnte Trump am Montag, die Demokraten wollten die Wahl manipulieren. Bild: www.imago-images.de / Republican National Convention

Republikaner schüren auf Parteitag Angst vor Demokraten – Trump-Sohn verspottet Biden

Die US-Republikaner haben bei ihrem Parteitag zweieinhalb Monate vor der Präsidentschaftswahl Amtsinhaber Donald Trump gepriesen und dessen Herausforderer Joe Biden scharf attackiert. Redner warfen dem Kandidaten der oppositionellen Demokraten am Montagabend (Ortszeit) eine schwache Haltung bei der Kriminalitätsbekämpfung, eine unternehmerfeindliche Politik und Nachgiebigkeit gegenüber China vor. Bei einem Wahlsieg Bidens drohten "Anarchie" und wirtschaftlicher Niedergang. Trump dagegen sei ein Garant für innere Sicherheit, Wirtschaftswachstum und das Recht auf Waffenbesitz.

Der Abgeordnete Matt Gaetz sagte in seiner Videoansprache, eine Präsidentschaft Bidens wäre wie ein "Horrorfilm": "Sie (die Demokraten) werden euch entwaffnen, die Gefängnisse leeren, euch zu Hause einsperren und (die zentralamerikanische Gang) MS-13 einladen, bei euch nebenan einzuziehen." Biden sei eine Marionette der "gefährlichen Linken", die die USA schwächen wolle.

"Wir müssen jetzt kämpfen, um Amerika zu retten, oder wir könnten das Land für immer verlieren", sagte der für polemische Äußerungen bekannte Gaetz weiter. Den Präsidenten bezeichnete der Abgeordnete dagegen als "Visionär", der das Land schütze.

Der Abgeordnete Jim Jordan sagte, Trump sei der "Pro-Amerika-Kandidat". Der Amtsinhaber habe Steuern gesenkt, Regularien abgebaut, das Wirtschaftswachstum angekurbelt, die Arbeitslosigkeit gesenkt und ein neues Freihandelsabkommen mit Mexiko und Kanada ausgehandelt. Außerdem baue er die versprochene Grenzmauer zu Mexiko. Die Demokraten dagegen wollten der Polizei, dem Grenzschutz und dem Militär die Finanzmittel streichen - "und euch eure Waffen wegnehmen".

Trump-Sohn verspottet Herausforderer als "Bejing Biden"

Trumps ältester Sohn Donald junior verteidigte vor allem das Corona-Krisenmanagement seines Vaters. Der Präsident habe frühzeitig Einreisen aus China verboten, Krankenhäuser mit Beatmungsgeräten versorgt und den Privatsektor im Kampf gegen das Virus mobilisiert. Jetzt sorge er für die Schaffung von Jobs. "Er hat die großartigste Wirtschaft aufgebaut, die unser Land je gesehen hat - und Präsident Trump wird es wieder tun", sagte der Präsidentensohn.

Donald Trump Jr. pre-records his address to the Republican National Convention at the Mellon Auditorium on Monday, August 24, 2020 in Washington, DC. The novel coronavirus pandemic has forced the Republican Party to move away from an in-person convention to a televised format, similar to the Democratic Party s convention a week earlier. Pool PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxHUNxONLY RNC2020082436a ChipxSomodevilla

Bild: www.imago-images.de / Chip Somodevilla

Besonders scharf griff Trumps Sohn dessen Herausforderer an. Biden sei der Wunschkandidat der chinesischen kommunistischen Partei. "Sie wissen, dass er uns wirtschaftlich und auf der Weltbühne schwächen wird", sagte Donald Trump Jr. Biden sei so schwach, dass die Geheimdienste davon ausgingen, dass die kommunistische Partei Chinas ihn bevorzuge. Donald Trump Jr. verspottete den Herausforderer seines Vaters als "Beijing Biden", auf deutsch: "Peking-Biden". Donald Trump Jr. warf Biden linksradikale Politik vor, die die wirtschaftliche Erholung in der Corona-Krise stoppen würde. Biden spreche bereits von einem erneuten Shutdown - "Es ist Wahnsinn".

In den USA sind bereits mehr als 177.000 Menschen an den Folgen des Coronavirus gestorben, die höchste Zahl weltweit. Die US-Wirtschaft steckt in einer schweren Krise. Trump wird für seinen Umgang mit der Corona-Pandemie viel kritisiert und liegt in Umfragen für die Wahl vom 3. November derzeit hinter Biden.

Trump mit Überraschungsauftritt

Zum Auftakt des Parteitags am Montag hatten die Delegierten in Charlotte (North Carolina) Trump einstimmig als Kandidaten für die Wahl am 3. November nominiert. Der 74-Jährige will die Nominierung bei einer Ansprache im Weißen Haus am Donnerstag annehmen. Bei einem Überraschungsauftritt vor den Delegierten warnte Trump am Montag, die Demokraten wollten die Wahl manipulieren. "Sie versuchen, die Wahl von den Republikanern zu stehlen", sagte er, ohne Belege zu liefern. "Die einzige Möglichkeit, wie sie uns diese Wahl wegnehmen können, ist, wenn das eine manipulierte Wahl ist."

Die Republikaner sehen ihren am Montag begonnenen Parteitag als Startschuss für eine Aufholjagd. Trump will mit dem Thema Sicherheit punkten und bezeichnet sich als "Präsident von Recht und Ordnung". Er baut auch darauf, dass es der US-Wirtschaft vor der Corona-Krise sehr gut ging und viele Wähler ihm nach wie vor große Wirtschaftskompetenz zusprechen. Trump setzt zudem auf rechte Kernthemen wie das Recht auf Waffenbesitz.

Der viertägige Parteitag in Charlotte im Bundesstaat North Carolina wurde wegen der Corona-Krise stark eingeschränkt, die meisten Redner halten ihre per Video übertragenen Ansprachen in der Hauptstadt Washington. Der am Montag offiziell zum Präsidentschaftskandidaten gekürte Trump will seine Nominierungsrede am Donnerstag im Weißen Haus halten, was auch in den eigenen Reihen auf Kritik stößt: Für gewöhnlich sind Wahlkampfauftritte im Amtssitz des Präsidenten tabu.

Trumps Ehefrau Melania wird ihre Parteitagsrede am Dienstag im Rosengarten des Weißen Hauses halten. Die Demokraten hatten ihren Parteitag vergangene Woche abgehalten und Biden dabei formell zu ihrem Präsidentschaftskandidaten gekürt.

(hau/mit dpa und afp)

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