Klima
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Bild: getty images/screenshot/montage: watson

Die CDU blamiert sich mit Post zu Klimaschutz und E-Autos

Die CDU und Social Media, das ist häufig keine ganz einfache Beziehung. Nachdem die Partei sich in den vergangenen Monaten zuerst mit diversen Peinlichkeiten zur EU-Urheberrechtsreform in die Nesseln gesetzt hat (man erinnere sich an die "Bots" und die Uploadfilter-Debatte) und dann vom Youtuber Rezo "zerstört" wurde, blamierte die Union sich jetzt mit einem Tweet über Elektroautos.

Dabei sollte es eigentlich eine gute Nachricht sein, ein Lichtblick in der Debatte um mögliche Auswege aus der Klimakrise:

"Deutschland hat Norwegen bei den E-Autos überholt."

Falsch ist das nicht: In Deutschland wurden laut dem "Electromobility Report 2019" in den ersten sechs Monaten dieses Jahres schon 48.000 E-Autos und Plugin-Hybrid-Fahrzeuge zugelassen. In Norwegen, einem Vorreiter der E-Mobilität waren es im selben Zeitraum 44.000.

Das Problem mit den absoluten Zahlen

Das mag zwar nach einer tollen Erfolgsnachricht klingen. Auf Twitter wiesen viele Nutzer jedoch schnell auf ein "kleines" Detail hin, das in dem CDU-Tweet nicht berücksichtigt wurde: Deutschland hat deutlich mehr Einwohner als Norwegen.

Auch die Klimademonstranten von Fridays for Future machten das deutlich:

Norwegen hat etwa 5,3 Millionen Einwohner, Deutschland hingegen rund 82,8 Millionen. In absoluten Zahlen schlägt Deutschland Norwegen zwar, bei der Betrachtung der viel aussagekräftigeren relativen Zahlen, liegt Deutschland jedoch weit zurück.

Wenigstens gibt es was zu lachen

Auf Twitter sorgte der Triumph-Tweet der Union für einigen Spott. Ein Nutzer wies etwa darauf hin, dass Deutschland nach einer solchen Rechnung ja auch katholischer wäre als der Vatikan:

Sollte sich Deutschland vielleicht lieber intergalaktisch vergleichen?

Fehlen Mathe-Kenntnisse, oder Social-Media-Skills?

Die Fortsetzung gibt es dann vielleicht bald als Video:

(fh)

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watson hat die junge Unionspolitikerin Jenna Behrends zum Interview getroffen. Wir haben mit ihr über die Leiden von Familien in der Corona-Krise gesprochen, über Kinderbetreuung im Home-Office – und darüber, warum Kinder kein Privatvergnügen sind.

CDU und CSU haben seit Längerem ein Problem: Junge Menschen wählen sie nicht besonders oft. Das zeigen Wahlanalysen wie nach der Europawahl 2019, das belegen Umfragen unter jüngeren Menschen. Die Unionsparteien tun sich außerdem in vielen Großstädten schwer – und besonders in den deutschen Metropolen Berlin, Hamburg und München. Und dass CDU und CSU weiblicher werden müssen, sagen Politiker von Angela Merkel über Annegret Kramp-Karrenbauer bis Markus Söder seit Jahren.

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