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Die Krippen-Kinder im Alter von ein bis drei Jahren waren pädagogisch schwer fragwürdiger Behandlung ausgesetzt (Archivbild). Bild: imago stock&people

Erzieherinnen zwangen Kinder zum Essen und Schlafen – Krippe bestätigt Vorwürfe

In der Offenburger Krippe "Mühlbachhopser" wurden Kinder von Erziehern offenbar zum Essen und zum Schlafen gezwungen. Das erklärte die Geschäftsführung am Montagmorgen, wie die "Badische Zeitung" berichtet.

Zwölf Kinder seien von Erziehern in unterschiedlicher Intensität unter Druck gesetzt.

Das hat für die Beteiligten nun Konsequenzen: Die drei beschuldigten Fachkräfte, darunter wohl auch die Leiterin, seien bereits entlassen, zudem sei Anzeige bei der Polizei erstattet, so berichtet die Geschäftsführung der Krippe weiter.

In einer Pressemitteilung des Trägervereins Eltern-Kind-Zentrum Offenburg e.V., über die die "Badische Zeitung" berichtet, heißt es weiter: Die beschuldigten Mitarbeiter seien direkt nach Bekanntwerden der Vorwürfe am 7. Juni freigestellt worden.

Das sind die Vorwürfe gegen die Erzieherinnen

Laut der Geschäftsführung seien die Kinder bei der Einnahme von Mahlzeiten, dem Einhalten der Ruhezeiten und der Bewegungsfreiheit unter Druck gesetzt und eingeschränkt worden, wie die Zeitung weiter berichtet.

Laut dem Bericht kamen die Hinweise auf das Fehlverhalten der drei Erzieherinnen aus dem eigenen Team:

"Nach missglückten Lösungsversuchen mit der pädagogischen Leitung und den eigenen Kollegen sahen sich die restlichen Mitarbeiter gezwungen, die Situation offen zu legen, um die Kinder schützen", heißt es in der Pressemitteilung.

Kinder zum Essen zwingen – kann zu Trauma führen

Es ist nicht der erste Vorfall dieser Art. Bereits im Juni kam ein ähnlicher Fall in Baden-Württemberg ans Licht. 2016 stand auch eine Kindergärtnerin in Augsburg vor Gericht, weil sie den Kindern die Wangen zusammen gedrückt hatte, um ihre Münder zu öffnen – und ihnen Essen hineinzuschieben.

In Kitas und Kindergärten herrscht oft wenig Zeit, die Erzieher stehen unter Druck, dass alle Kinder beim Frühstück oder Mittagessen auch wirklich ihr Essen zu sich nehmen. Zwang aber ist kein geeignetes Mittel. Das kann zu traumatischen Erfahrungen bei Kindern führen.

Geschäftsführer Thomas Hauser sagte am Montag auf einer Pressekonferenz laut der "BZ": "Es geht nun darum, die Vorwürfe aufzuarbeiten, aus den Vorfällen zu lernen und mit dem verbliebenen, sehr engagierten Team eine neue pädagogische Transparenz zu erarbeiten."

(kre)

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    Alle Leser-Kommentare
  • green.sparrow 18.06.2019 13:15
    Highlight Highlight Nichts Neues. In meinem Kindergarten (ehemalige DDR, frühe 2000er) war es Gang und Gäbe, den Kindern das Essen einzuzwingen, darunter auch einem Jungen mit chronischen Magenproblemen, der sich so gut wie täglich während der Mittagsruhe übergeben musste und von den Erzieherinnen dafür auf extrem demütigende Weise bestraft wurde.

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