Musik
Wacken, 1. August 2013 - 
Rammstein (Till Lindemann, Richard Zven Kruspe, Paul H. Landers, Oliver Riedel, Christoph Schneider, Christian Lorenz) bei einem Konzert im Rahmen des Wacken Open Air 2013 | Verwendung weltweit

Sex gibt es bei Rammstein für gewöhnlich viel, Liebe ist da seltener ... Bild: xim.gs / Marco Maas

Rammstein setzt auf Bühne in Polen Zeichen, das dessen Regierung nerven wird

Den Aufreger beherrscht Rammstein im Schlaf. Vor kurzem erst setzte die Band etwa mit dem Zuschaustellen eines Schlauchboots im Mittelmeer in ihrem Video zum Song "Ausländer" eine viel diskutiertes Zeichen. Nun hat die Band bei einem Konzert in der polnischen Stadt Chorzów erneut ausgeholt – auch diesmal mit einem Schlauchboot, jetzt lesen Fans in der Aktion der Band allerdings ein Zeichen gegen Homophobie. Dazu gleich mehr.

Sind sie politisch oder nicht?

Seit jeher spaltet die Frage nach den politischen Hintergedanken von Rammstein Fans und Kritiker weltweit. Fest steht: Die Band ist alles andere als unpolitisch, Keyboarder Flake selbst sagte der deutschen Ausgabe des "Rolling Stone" kürzlich:

"Es geht uns nicht darum, Leute zu schocken. Wir wollen provozieren, Leute in Bewegung bringen. Das ist das Gegenteil von Entertainment."

Rolling Stone, Juni 2019

Rammstein versteht es wie kaum eine andere Band, mit politischer Uneindeutigekeit zu provozieren. Provokation ist hier ein geschicktes PR-Instrument.

Dieses Mal ist es ein bisschen anders ...

Zuletzt hatte die Band bei einem Konzert in Frankfurt ein "Willkommen"-Schild hochgehalten, Kritiker lasen darin eine Solidaritätsbekundung für die Seenotrettung im Mittelmeer. Interpretationssache.

Mit ihrer jüngsten Aktion – der Drummer der Band Christoph Schneider schwenkte während des Konzerts im polnischen Chorzów eine Regenbogen-Flagge, ein internationales Symbol für die LGBTQI-Bewegung – hat Rammstein sich nun deutlicher positioniert.

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Die Fahne steht in zahlreichen Kulturen weltweit für Aufbruch, Veränderung und Frieden, und sie gilt als Zeichen der Toleranz und Akzeptanz, der Vielfalt von Lebensformen, der Hoffnung und der Sehnsucht.

Dass die Band dieses Symbol dramaturgisch auch noch an der Stelle des Konzerts zeigt, an der die Bandmitglieder in Schlauchbooten über das Publikum getragen werden, ist auf jeden Fall ein starkes Statement und eine Geste für die dortige LGBTQI-Gemeinde.

Hier ein Bild:

Bild

screenshot youtube

Du siehst die Regenbogenfahne ca. ab 8:20:

abspielen

Video: YouTube/Christoph Peter Jacob Patyk

Deshalb ist das in Polen ein besonders starkes Statement:

Polens Bevölkerung ist in weiten Teilen ländlich, katholisch, und werkonservativ geprägt. Das führt zu einer weiten Verbreitung von homophobem Gedankengut. Erst am vergangenen Wochenende kam es zu Übergriffen auf der Gay-Pride-Demo in Bialystok.

Ein breites Bündnis aus Kirche, Politik und Medien macht gegen die Rechte von Homosexuellen in Polen mobil. Seit Monaten fahren diese Gruppen eine Kampagne, die die LGBT-Bewegung als Gefahr für Familie, Staat und Gesellschaft zu stigmatisieren versucht. Ein polnischer Schriftsteller beschrieb im Gespräch mit der "DW" die zunehmende Aggression:

"Lokale Politiker erklären immer wieder neue Gegenden Polens als 'LGBT-rein', wie seinerzeit 'judenrein'. Das trifft uns und setzt uns zu, sogar den Harten."

(hd)

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