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In Leipzig kam es zu Angriffen auf Polizisten. Bild: Sebastian Willnow/dpa

Polizist bei Silvester-Ausschreitungen schwer verletzt

Verletzungen durch Feuerwerkskörper, Alkoholvergiftungen oder Brände: Die Silversternacht bedeutet für Einsatzkräfte Dauerbereitschaft. Schließlich müssen die Menschen im Notfall versorgt werden.

Leider kommt es dabei auch zu Angriffen auf Einsatzkräfte. Zuletzt in Leipzig. Dort wurde ein Polizeibeamter schwer verletzt. Was genau passiert ist und wie die Polizei auf den Vorfall reagierte, lest ihr im Überblick.

Das ist passiert

Im Leipziger Viertel Connewitz trafen Polizisten auf Gewalttäter. Ein Beamter wurde bei den Zusammenstößen schwer verletzt und verlor infolge der Angriffe das Bewusstsein.

Noch in der selben Nacht musste er notoperiert werden, wie aus einem Polizeibericht hervorgeht. Weiter heißt es, dass Unbekannte die Beamten mit Steinen, Flaschen und Feuerwerkskörper angriffen. Doch dabei blieb es nicht.

So habe eine Gruppe versucht, einen brennenden Einkaufswagen mitten in eine Einheit Bereitschaftspolizisten zu schieben, berichtet die Polizei. Die Beamten seien außerdem mit Pyrotechnik beschossen worden. Neben dem Schwerverletzten erlitten drei weitere Polizisten leichte Verletzungen.

Die Verantwortlichen wurden noch nicht gefasst

Bisher ist noch nicht klar, wer genau den Angriff begangen hat oder was die Motive dahinter waren. Laut Polizeibericht sperrte die Polizei nach den Angriffen den Tatort zur Untersuchung ab. Weiter heißt es, dass es noch in derselben Nacht zu neun Festnahmen kam – drei Personen wurden bereits freigelassen.

Das Landeskriminalamt (LKA) Sachsen ermittelt im Fall des schwerverletzten Polizisten wegen versuchten Mordes. Zuvor ging die auf Linksextremismus spezialisierte Sonderkommission LinX von versuchtem Totschlag aus. Tatumstände und Verletzungen führten dazu, dass das LKA den Fall hochstufte. Außerdem geht es um Delikte wie Landfriedenbruch und Körperverletzung.

Wie schätzt die Polizei den Vorfall ein?

Leipzigs Polizeipräsident Torsten Schulze ist über den Vorfall entsetzt:

"Polizeibeamte sind Menschen. Es ist erschreckend, wie skrupellos Personen in der Silvesternacht am Connewitzer Kreuz durch offensichtlich organisierte Angriffe schwerste Verletzungen von Menschen verursachen beziehungsweise in Kauf nehmen."

Auch der sächsische Innenminister Roland Wöller (CDU) äußerte sich dazu und spricht sogleich von gezielten und bewussten Angriffen auf Menschenleben. Weiter sagt er, dass so ein menschenverachtendes Verhalten nicht geduldet und entsprechend geahndet werde.

Die Linkenpolitikerin Jule Nagel machte der Polizei nach der Silvesternacht schwere Vorwürfe. Sie kritisierte "wirre Einsatzmanöver" und "ekelhafte Polizeigewalt".

Dass die Polizei im Leipziger Viertel Connewitz in einen Konflikt gerät, war nicht das erste Mal. So kam erst Mitte Dezember zu einem Zusammenstoß, als hunderte Demonstranten gegen "Gentrifizierung, Bullen und Demonstranten" auf die Straße gingen.

(tkr)

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