Fußball
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Das neue Tottenham-Stadion ist aktuell die modernste Fußball-Arena Europas. bild: spurs official

Der neue Tottenham-Tempel steht – das sind die 11 spannendsten Stadion-Projekte Europas

Philipp Reich / watson.ch

Das neue Tottenham-Stadion ist endlich fertig. Nach monatelangen Verzögerungen durften die "Spurs"-Fans die neue Arena Ende März zum ersten Mal betreten. Seit 2015 wurde am neuen Tempel gebaut – am Ort, wo einst die White Hart Lane stand. Das neue Schmuckstück der "Spurs" kostete 1.15 Milliarden Euro und ist die modernste Fußball-Arena Europas

Italien

AC und Inter Mailand

Seit Jahren müsste das Mailänder Giuseppe-Meazza-Stadion (auch als San Siro bekannt) dringend renoviert werden. Das ikonische Stadion mit den vier Türmen und einer Kapazität von 80'018 Zuschauern wurde vor dem Champions-League-Final im Frühling 2016 zwar für 23.5 Millionen Euro leicht saniert, doch das war nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Ein Abbau von Barrieren zwischen Tribünen und Spielfeld, neue Toiletten und ein paar zusätzliche VIP-Logen, das war's dann auch schon. Sonst ist seit der WM 1990 nicht viel passiert.

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Es droht der Abriss! Die Tage des San Siro sind gezählt. Video: YouTube/Drone Addicts

Kein Wunder, sind die AC Milan und Inter Mailand mit der aktuellen Situation mehr als unzufrieden. Lange hatten die "Rossoneri" eigene Stadionpläne, doch nun wollen Milan und Inter zusammenspannen. Die beiden Stadtrivalen planen, eine neue Spielstätte gleich neben dem jetzigen Stadion zu bauen und das altehrwürdige San Siro abzureißen. "Die Klubs glauben, dass ein gemeinsames Stadion im Interesse aller Beteiligten aus finanzieller, administrativer und technischer Sicht ist", hieß es in der Erklärung.

Das neue Stadion soll rund 60'000 Plätze haben und im Sommer 2023 bezugsbereit sein. Konkrete Pläne gibt es allerdings noch nicht. Außer, dass die Namensrechte für rund 25 Millionen Euro im Jahr verkauft werden sollen.

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Visualisierung des neuen Milan-Stadions, ... bild: ac milan

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.. das nie kam und wohl auch nie kommen wird. bild: ac milan

AS Roma

Ähnliche Probleme wie in Mailand gibt es in Rom. Das Olimpico wurde zuletzt 2008 renoviert, genügt den Ansprüchen der beiden städtischen Klubs Lazio und AS Roma längst nicht mehr. Deshalb verfolgt die Roma längst eigene Stadionpläne. Seit seinem Amtsantritt im Jahr 2012 bastelt der US-amerikanische Klubpräsident James Pallotta an den Plänen für das "Stadio della Roma", das im Süden der "Ewigen Stadt" am Tiber gelegen aus dem Boden gestampft werden soll.

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Das Stadion-Projekt aus der Vogelperspektive. bild: stadio della roma

Bislang existiert das für 52'000 Zuschauer konzipierte Stadion nur als 3D-Animation und das wird sich wohl so bald auch nicht ändern. Die Stadt hat die Pläne nach anfänglichen Bedenken zwar bewilligt und eigentlich sollten die Bauarbeiten im Stadtteil Tor di Valle auf dem Gelände einer ehemaligen Pferderennbahn im März 2017 beginnen, doch immer wieder gab es Probleme: Fristen wurden verschoben und Korruptionsvorwürfe kamen auf.

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So soll das Stadion von außen, ... bild: stadio della roma

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... so von innen aussehen. bild: stadio della roma

Neun Personen wurden bei einer Untersuchung zum Bau des Stadions festgenommen, darunter auch der Eigentümer der Baugesellschaft. Mittlerweile hat der Wirbel um das Projekt nachgelassen. Noch in diesem Jahr soll der Bau, der inklusive Ausbau der Infrastruktur (öffentlicher Nahverkehr) rund eine Milliarde Euro verschlingen wird, beginnen. Die Eröffnung würde – wenn alles nach Plan läuft – frühestens in drei Jahren über die Bühne gehen.

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So soll das "Stadio della Roma" aussehen. Video: YouTube/AS Roma

AC Fiorentina

Das Stadio Artemio Franchi ist bereits 78-jährig. Für die WM 1990 und 2013 wurde die Heimstätte der AC Fiorentina zwar leicht renoviert, dennoch erfüllt sie die Ansprüche längst nicht mehr. Seit 2017 gibt es konkrete Pläne für ein neues Stadion: Das neue Prachtstück soll rund 40'000 Zuschauer fassen und in unmittelbarer Nähe des Florenzer Flughafens errichtet werden. Die Kosten: knapp 420 Millionen Euro.

Eigentlich hätten in diesem Jahr die Bauarbeiten beginnen sollen, damit man 2021 in die neue Arena hätte ziehen können. Doch wegen finanziellen und politischen Problemen verzögert sich der Baustart auf unbestimmte Zeit. Auf dem "Mercafir"-Areal fanden Ende des letzten Jahres aber immerhin die ersten Bohrungen statt, um den Untergrund zu testen.

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Das "Mercafir"-Stadion steht wohl noch lange nicht. bild: acfiorentina

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Die Fans der "Viola" müssen sich gedulden, bis sie hier jubeln können. bild: acfiorentina

Spanien

FC Barcelona

Das alte Camp Nou ist mit 99'354 Sitzplätzen zwar das grösste Stadion Europas, ist aber ziemlich in die Jahre gekommen. Bei Regen fehlt das Dach, bei schönem Wetter der Sonnenschutz und die alten Sitze erinnern mehr an ein Museum als an eine moderne Fußball-Arena. Deshalb wird die Heimat des FC Barcelona nach den Plänen des japanischen Architekten Nikken Sakkei komplett umgebaut und erweitert.

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Barças Pläne mit dem Camp Nou. Video: YouTube/FC Barcelona

Nach der Renovation verfügt das Stadion über 105'000 Sitzplätze, die allesamt überdacht sein werden. Die Fertigstellung des Großprojekts, das rund 600 Millionen Euro kosten wird, ist für den Beginn der Saison 2023/24 geplant. Lionel Messi wäre dann 36 Jahre alt …

Real Madrid

Verschließbares Dach, komfortablere Sitze bei gleichbleibender Kapazität, eine 360-Grad-Videoleinwand, großzügige Galerien, gastronomische Gaumenfreuden, ein zweiter Fanshop, eine Dachterrasse, ein eSports-Bereich, eine modernisierte Stadion-Tour – aus einer Kultstätte wird ein hochmoderner Fußballtempel. Wenn das Estadio Bernabéu von Real erst einmal umgebaut ist, bietet es alles, was sich das Fan-Herz wünschen kann.

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Reals Pläne mit dem Bernabeu. Video: YouTube/Real Madrid

Das alles hat natürlich seinen Preis: Real rechnet mit Gesamtkosten von 525 bis 575 Millionen Euro, dafür nehmen die Königlichen bei zwei US-amerikanischen Banken einen Kredit auf. Die aktuelle Zuschauerkapazität von 81'044 wird um einige hundert Plätze erhöht. Ende 2022 will man nach 42 Monaten Bauzeit in die neue Arena einziehen, unmittelbar nach dem Ende dieser Saison sollen die Arbeiten am neuen Bernabéu beginnen.

England

Everton

Im Gegensatz zu Stadtrivale Liverpool, das an der Anfield Road auf einen stetigen Ausbau des bestehenden Stadions setzt, plant der FC Everton, den Goodison Park zu verlassen und in einen kompletten Neubau zu ziehen. Nach jahrelanger Suche haben die "Toffees" 2017 am Liverpooler Hafen auf dem Gelände des Bramley Moore Docks einen passenden Ort gefunden und sich mit den Eigentümern auf einen 200-jährigen Mietvertrag geeinigt.

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Sieht so das neue Everton-Stadion aus? Im Herbst wissen wir mehr. bild: twitter

52'000 Zuschauern soll das "New Everton Stadium" Platz bieten, wie in Dortmund soll es seine steile, einrangige Tribüne für die Heimfans geben. Im Stadioninnenraum ist eine große Fanzone geplant, von der aus die Fans einen atemberaubenden Blick auf die Stadt haben werden. Der Einzug in die 580-Millionen-Euro-Arena ist für 2023 geplant. Wie das Stadion genau aussehen wird, soll erst im dritten oder vierten Quartal dieses Jahres bekanntgegeben werden. Im Februar sind allerdings erste Bilder des möglichen Designs geleakt worden.

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Die geplante, einrangige Südtribüne für die Everton-Fans. bild: twitter

Chelsea

Die Stamford Bridge mit ihren 41'629 Plätzen ist Chelsea schon lange zu klein geworden. Deshalb veröffentlichte der Klub schon im Dezember 2015 Pläne für einen kompletten Neubau auf dem heutigen Areal. Das neue Stadion sollte 60'000 Zuschauer fassen und 1,1 Milliarden Euro kosten. Vorbild für die Architekten Herzog & De Meuron war die Westminster Abbey, Metall-Elemente sollten für einen Silberschein sorgen und an eine Kathedrale erinnern. Für die Zeit der Bauarbeiten (bis 2021/22) wäre Chelsea ins Wembley ausgewichen.

So hätte die neue Stamford Bridge aussehen sollen.

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bild: chelseafc

So sieht sie heute aus.

STAMFORD BRIDGE STADIUM, London. Aerial view. Home of Chelsea Football Club. Photographed in August 2006. United Kingdom PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY Copyright: xDamianxGradyx 15313-140-1

Stamford Bridge Stage London Aerial View Home of Chelsea Football Club photographed in August 2006 United Kingdom PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY Copyright xDamianxGradyx 15313 140 1

Bild: imago stock&people

Im März 2018 war der Streit mit einer Anwohner-Familie geschlichtet, es gab grünes Licht für den Baubeginn. Doch Ende Mai stoppte Chelsea wegen des "derzeit ungünstigen Investitionsklimas" die Pläne fürs neue Stadion. Wegen der diplomatischen Krise zwischen Russland und Großbritannien erhielt Präsident Roman Abramowitsch kein neues Investoren-Visum, weshalb ihm laut BBC die Lust auf das teure Großprojekt vergangen ist. Seither hat es keine News mehr zum geplanten Stadion-Neubau gegeben.

Wie eine Kathedrale sollte das Stadion aussehen.

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bild: chelseafc

Deutschland

SC Freiburg

Infrastrukturell sind fast alle Bundesliga-Klubs auf dem neusten Stand, doch vor allem der SC Freiburg hinkt zusammen mit Nürnberg und Hertha BSC – dort ist das Stadionprojekt wie der Flughafenbau ins Stocken geraten – seit Jahren hinterher. Zwar wurde das Schwarzwald-Stadion (früher Dreisamstadion) seit dem Aufstieg 1993 immer wieder erweitert, doch wurde es so auch zu einem wenig komfortablen Flickwerk. Schon in eineinhalb Jahren werden die Breisgauer deshalb am Standort Wolfswinkel in der Nähe des Flughafens in eine neue Arena ziehen.

Das neue Schmuckstück im Nordwesten der Stadt soll 2020 stehen.

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bild: scfreiburg

Die Heim-Stehplatztribüne besteht aus nur einem Rang.

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bild: scfreiburg

Die neue Heimat des SC wird 35'000 Zuschauer fassen, 131 Millionen Euro kosten und soll zur Saison 2020/21 fertiggestellt sein. Ende März erfolgte die Grundsteinlegung; um das Höhenlimit einzuhalten, muss das Spielfeld um sieben Meter abgesenkt werden. Wirtschaftlichkeit, Funktionalität und Nachhaltigkeit stehen im Zentrum, weshalb die neue Spielstätte nach Fertigstellung zu großen Teilen mit erneuerbarer Energie versorgt wird.

Übrigens ...

Ein neues Stadion baut in Deutschland auch der ehemalige Bundesligist Karlsruher SC. Hier gibt's alle Informationen zum neuen Wildpark, der 2022 bezugsbereit sein soll.

Niederlande

Feyenoord Rotterdam

Im Sommer 2023 soll es stehen – das neu grösste Stadion der Niederlande. 63'000 Zuschauer sollen im Neubau direkt am Fluss Nieuwe Maas Platz finden, 365 Millionen Euro wird die Arena bis zur Fertigstellung kosten. Von der alten Feyenoord-Heimat De Kuip soll ein 800 Meter langer Boulevard-Steg zum neuen Stadion führen.

Die Rampe zwischen altem und neuem Feyenoord-Stadion.

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Der Stadionneubau ist ein Teil eines Großbauprojekts im Süden Rotterdams. Im Umfeld sollen Schulen, Geschäfte, Häuser, Büros und Sportkomplexe entstehen. Die geplanten Kosten betragen rund 1.5 Milliarden Euro. Wann mit dem Bau begonnen werden kann, ist allerdings noch unklar. Wohl frühestens 2020.

Das Stadion aus der Luft ...

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bild: oma

.. und von der Nieuwe Maas her gesehen.

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bild: oma

Ungarn

Nationalstadion Budapest

Für die EM 2020, bei der in zwölf europäischen Städten gespielt wird, werden zwei Arenen komplett neu gebaut – das Nationalstadion in Aserbaidschans Hauptstadt Baku und das "Puskás Ferenc Stadion" in Budapest. Das neue ungarische Stadion scheint ein besonderes Schmuckstück zu werden. Seit April 2017 wird auf dem Gelände des alten Stadions die neue Arena errichtet.

Das neue ungarische Nationalstadion wird der neuste Schrei sein, ...

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bild: twitter

... wenn es im November 2019 fertiggestellt ist.

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bild: twitter

Das 610 Millionen Euro teure Prestige-Projekt mit 67'889 Sitzplätzen soll bis November 2019 abgeschlossen sein und wird von der UEFA und der FIFA gleich den Fünf-Sterne-Status erhalten. Das heißt, es können dort europäische Endspiele ausgetragen werden. 2021 soll beispielsweise der Champions-League-Final hier stattfinden. An der EM 2020 werden vier Spiele – drei Gruppenspiele und ein Achtelfinal – in der topmodernen Arena ausgetragen.

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