Italien
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Bild: iStockphoto/watson montage

Warum Italiens Lehrer jetzt lernen, wie sie den Teufel besiegen können

Kinder begegnen dem Teufel ja jeden Tag. Er kommt in Form von Drogen, Alkohol und Versuchungen, denen "diese Jugendlichen" eben so ausgesetzt sind. Das glaubt offenbar zumindest die Regierung in Italien – und bietet Lehrern jetzt Exorzismus-Lehrstunden an, damit sie ihren verdammten Schülern helfen können. Über 200 staatlich angestellte Pädagogen haben sich schon angemeldet.

Laut einem Bericht des Magazins Daily Beast kosten die Kurse rund 400 Euro und bekommen Unterstützung von der internationalen Hochschule päpstlichen Rechts "Regina Apostolorum" in Rom. Bereits im vergangenen Jahr waren dort 250 Priester aus rund 50 Ländern auf einer Konferenz zusammengekommen, um mehr über das Austreiben von Dämonen zu lernen. (bbc)

Der Kampf gegen den Teufel

Im Mai steht die Neuauflage des Kurses "Exorzimus und Gebete der Befreiung an" – mitmachen dürfen auch Laien. Sie müssen lediglich vorher in einem Bewerbungsschreiben belegen, warum sie unbedingt gegen Satan kämpfen lernen wollen.

Das Interesse scheint groß, nach Angaben der katholischen Kirche gibt es in Italien im Jahr rund 500.000 Exorzismen durch speziell ausgebildete Priester. Auch in Deutschland, so vermuten Kenner der Szene, gebe es rund zehn Exorzismen am Tag – sie verteilen sich demnach allerdings über Freikirchen, die esoterische Szene und finden etwa auch in kleinen muslimischen Gemeinden statt. (Deutschlandfunk).

Exorzismus für den Laien

Es geht im Falle von Italiens Lehrern übrigens weniger um den mittelalterlichen Akt der Teufelsaustreibung, wie wir ihn aus Filmen kennen. Eher bringen die Priester in Rom ihren Schülern die sogenannten "Befreiungsgebete" bei.

Dabei handelt es sich um eine Art spirituelle Begleitung, um den "Besessenen" wieder zurück zum Licht zu führen. Demnach können auch Laien sie durchführen, die keine vom Vatikan ausgebildeten Exorzisten sind. Mit Hilfe der Kurse sollen die Interessierten allerdings auch verstehen können, wie genau diese Experten arbeiten, falls der Nachbar eben doch einmal in fremden Zungen spricht.

Und dem Vatikan ist die Sache ernst. Gegenüber Vatican News sagte der langjährige Exorzist, Pater Cesare Truqui: Es sei von hoher Wichtigkeit, die Symptome einer Besessenheit richtig zu erkennen. Dazu gehören etwa die "wütende Ablehnung" von religiösen Artefakten wie Kruzifixe oder geweihtem Wasser. Und das Sprechen alter Sprachen wie Latein.

Spinnt Italiens Regierung?

Berechtigte Frage. Hinter der plötzlichen Unterstützung der Teufels-Bekämpfer steckt natürlich ein ganz weltliches Phänomen: Politik.

Dass ausgerechnet das Bildungsministerium unter der Rechtsaußen-Regierung mit Matteo Salvinis Lega-Partei die Ausbildung von Exorzisten unterstützt, ist sicher kein Zufall. Es gibt Kreise in der höchst katholischen Kirche, für die Exorzismen eine Art Machtinstrument darstellen, der auch der eigenen Daseinsberechtigung hilft. Ob man es glaubt, oder nicht, solche Kreise verfügen noch immer über viel Einfluss. Ihre Interessen zu bedienen und damit kirchliche Unterstützung auf die eigene Seite zu ziehen, bringt Salvini innenpolitisch Vorteile.

Gleichzeitig kann er mit den knalligen Überschriften zur Satans-Bekämpfung (wie sie ja auch dieser Text hat) davon ablenken, wie marode das italienische Schulsystem wirklich ist.

(mbi)

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Video: watson/Marius Notter, Julia Dombrowski

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