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Alles Gute zum Kiffer-Tag! Wir erklären, was es mit "420" auf sich hat

Jodok meier/watson.ch

Der 20. April wird von einer immer breiteren (qualmenden) Masse als Kiffer-Feiertag zelebriert. Diese Bewegung kommt – oh, Wunder – aus den USA, stößt aber zusehends auch in unseren Breitengraden auf praktizierende Zustimmung. Deshalb ein kurzer Überblick, was eigentlich dahinter steckt.

Die Legende

Der Wind trug in den frühen 1970er-Jahren sorgsam ein Gerücht über den Pazifik, ehe er es an der San Rafael High School in den Schoß von fünf Freunden, sie sollen fortan "die Waldos" genannt werden, legte. Das Gerücht, so zart und zerbrechlich es war, musste einem Paradies entsprungen sein, handelte es sich doch um eine verlassene Marihuana-Plantage in Point Reyes, lediglich 45 Auto-Minuten von der High School entfernt.

420 Waldos

Die Waldos, einige Jahre nach ihrer High-School-Zeit. Bild: 420waldos

Die Waldos ließen sich von diesem lieblichen Sirenengesang (und nur von dem!) den Kopf vernebeln und beschlossen, die Plantage zu finden. Als Treffpunkt galt die Louis-Pasteur-Statue der High School. Und zwar um 4.20 PM (oder einfach zwanzig nach vier am Nachmittag), weil ab dann der Schulalltag ruhte. Auf den Fluren der Schule erinnerten sich die Waldos gegenseitig mit der kryptischen Bezeichnung "4.20 Louis" an die bevorstehenden Expeditionen.

Die sagenumworbene Statue von Louis Pasteur an der San Rafael High School.

Die sagenumworbene Statue von Louis Pasteur an der San Rafael High School. Bild: Wikipedia

Obwohl sie niemals fündig wurden, gönnten sich die Jungspunde auf diesem und anderen Abenteuern, die sie Safaris nannten, gehörig Marihuana. Daraufhin wurde "420" (four-twenty) bald nur noch für Marihuana-Konsum verwendet. Die mit den Waldos befreundete Band "The Grateful Dead" übernahm den Slang-Code und trug diesen an eine breitere Masse. Der Samen der Legende ward gesät.

Flagge 420

Erste Flagge zur Feier des "420". Bild: 420waldos

Die echten Waldos

Die fünf Freunde gab es wirklich. Die Sache mit der Schatzsuche nach der Plantage kann wohl kaum je bestätigt werden. Jedenfalls betreiben die fünf Freunde eine eigene Homepage mit ihrer Geschichte, Fotos und Beweisen ihrer Urheberschaft, die du hier findest. Obwohl solche urbanen Trends und Traditionen immer schwer zurückzuverfolgen sind, scheint die Geschichte der Waldos die am besten nachzuvollziehende zu sein.

Die Auswirkung

So oder so ähnlich (eher "so ähnlich" als "so", vermutlich) hat sich die Geburtsstunde von "420" zugetragen. Damit wird mit dem Mythos aufgeräumt, dass es sich bei "420" um einen Polizei-Code für stattfindenden Marihuana-Konsum handelt oder die Bezeichnung im Zusammenhang mit dem Geburtstag eines gewissen Adolf Hitler steht.

Erst in den 1990ern jedoch wurde die wirklich breite Masse darauf aufmerksam, als die Cannabis-affine "High Times" über verteilte Flyer berichtete, die Menschen dazu aufforderte, am 20. April (amerikanische Schreibweise 4/20) um 4.20 PM Marihuana zu rauchen. In der Folge wurden von diversen Gruppierungen Veranstaltungen organisiert und der Hype so ins Rollen gebracht.

Und heutzutage am 20. April so:

Denver Marihuana Cannabis Rally

420-Rally in Denver, Colorado, 2016 Bild: imago

Die Subkultur rund um "420"

Natürlich ist auch dieser "Feiertag" politisch leicht eingefärbt, verlangen doch viele an den sogenannten Rallys die Legalisierung von Marihuana. Dies steht meist jedoch nicht im Zentrum. Es geht mehrheitlich um das friedliche Kollektiv-Kiffen.

Dabei entwickelte sich in den letzten Jahren, unter anderem durch Social Media, ein derart großer Hype um den 20. April, dass dies Auswirkungen auf die unmittelbare Umwelt hat, wie folgende Bilder bezeugen:

Straßenschilder sind nicht mehr sicher:

Auch Hotels gehen auf Nummer sicher vor Vandalismus:

Auch für die Cops ist es ein Fest:

Marihuana-Mogul Snoop Dogg freut sich natürlich auch auf 420 ...

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