Bayern
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In Bayern werden muslimische und jüdische Kinder mit rassistischen Briefen bedroht

lars wienand

Unsicherheit und Ängste bei Eltern: In Bayern droht ein Unbekannter Gewalttaten auf Kindergärten an. Er hat ein rassistisches und menschenverachtendes Ultimatum gesetzt.

Die bayerische Polizei fährt wegen Drohbriefen gegen Kindergärten und Kitas verstärkt Streife an Einrichtungen im Raum Unterhaching. In Briefen mit Hakenkreuzen darauf sind "mehrere Drohszenarien" skizziert worden, wenn jüdische und muslimische Kinder weiter die Einrichtungen besuchen.

Am Montag um 10 Uhr sollten diese Kinder "verschwunden" sein, berichtet der "Merkur" zum Inhalt. Mindestens elf Betreuungseinrichtungen für Kinder haben die menschenverachtende Post erhalten.

Nach dem Eingang der Briefe am Freitag war erwogen worden, die Einrichtungen zunächst zu schließen. Zumindest zum Teil waren die Schreiben in den Einrichtungen eingeworfen worden. Die Polizei geht nach den bisherigen Erkenntnissen allerdings davon aus, dass es sich um leere Drohungen handelt und keine konkrete Gefahr besteht.

Zeichen setzen gegen absurden Hass

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Video: watson/Felix Huesmann, Leon Krenz, Lia Haubner

Vergiftete Süßigkeiten und Anschlag mit Lkw

Die Mails mit Gewaltphantasien deuteten auf eine verwirrte Person hin. In den Briefen ist von vergifteten Süßigkeiten die Rede und davon, Kinder mit einem Lkw zu überfahren, berichtet die "Abendzeitung".

"Tal der Seligen" nannte die "Süddeutsche Zeitung" Unterhaching und die umliegenden Orte wegen der extrem niedrigen Kriminalitätsrate. Unterhachings Polizeichef Stefan Schraut berichtete, dass die Polizei dort noch bei Bürgern anruft, wenn ein Bürgerhinweis zu einem Erfolg geführt hat.

Gerade kann die Polizei Hinweise sehr gut gebrauchen, denn im Idyll ist die Verunsicherung groß: Wer schickt die Briefe mit Hakenkreuzen, in denen Kindern mit Vergiftung und mit Gewalttaten gedroht wird? Wer beruft sich dabei darauf, im Namen des deutschen Volks zu handeln?

Polizei überwacht Einrichtungen verstärkt

Streifen seien auch am Dienstag "und sicher auch in den nächsten Tagen" immer wieder an den Einrichtungen, hieß es von der Inspektion. Es sei denn, der Absender wird vorher gefunden. Im Labor werden die Briefe auf Fingerabdrücke und DNS untersucht.

Wie verheißungsvoll Spuren sind, will die Polizei in München nicht sagen. Beamte waren aber auch in den Einrichtungen. Die Gemeinde schickte am Montag den Eltern einen Brief und ist auch weiter in engem Kontakt mit den Einrichtungen.

Bild

Mit diesem Brief informiert die Gemeinde Unterhaching Eltern über die Bedrohungslage.

Erste Briefe wurden nach Angaben der Polizei bereits am 3. Juli verschickt. Da waren nicht Kindergärten die Adressaten, sondern etwa kirchliche Einrichtungen sowie Behörden. Auch hier dürfte der Inhalt als volksverhetzend zu werten sein, heißt es von der Polizei.

Dieser Artikel erschien zuerst auf t-online.de

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