200810 -- BERLIN, Aug. 10, 2020 -- German Vice Chancellor and Finance Minister Olaf Scholz C and leaders of German Social Democratic Party SPD Norbert Walter-Borjans L, Saskia Esken attend a press conference in Berlin, capital of Germany, Aug. 10, 2020. German Social Democratic Party SPD proposed Olaf Scholz as candidate for Chancellor at the upcoming election in 2021.  GERMANY-BERLIN-SPD-OLAF SCHOLZ-CHANCELLOR CANDIDATE-NOMINATION ShanxYuqi PUBLICATIONxNOTxINxCHN

Norbert Walter-Borjans, Kanzlerkandidat Olaf Scholz und Saskia Esken (v.l.) sind die führenden Köpfe der SPD. Bild: www.imago-images.de / Shan Yuqi

Hartz-IV abschaffen, Tempolimit, mehr Kindergeld: Das plant die SPD

Die SPD-Parteispitze will den deutlichen Ausbau des Sozialstaats und Klimaschutz ins Zentrum ihres Bundestagswahlprogrammes stellen. Wie aus einem Entwurf des Wahlprogramms hervorgeht, der den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Sonntag) vorliegt, verspricht die SPD-Parteispitze etwa die Hartz-IV-Grundsicherung in heutiger Form abzuschaffen und durch ein Bürgergeld zu ersetzen. Dieses beinhalte demnach Mitwirkungspflichten, setze aber konsequent auf Hilfe und Ermutigung. "Sinnwidrige und unwürdige Sanktionen schaffen wir ab", heißt es in dem Entwurf von der SPD-Doppelspitze Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans und Kanzlerkandidat Olaf Scholz. Er wird am Montag im Parteivorstand beraten.

Bei einer Regierungsbeteiligung sollen zudem eine Kindergrundsicherung eingeführt und die steuerlichen Kinderfreibeträge abgeschafft werden. Neben kostenloser Infrastruktur für Kinder wie kostenlose Kitas, Ganztagsschulen und freie Fahrt im Nahverkehr soll es ein neues "existenzsicherndes Kindergeld" geben, das alle bisherigen Familienleistungen zusammenfasst und nach Einkommen der Eltern gestaffelt ist. Der monatliche Basisbetrag solle bei 250 Euro je Kind liegen, der Höchstbetrag bei 528 Euro. Den gesetzlichen Mindestlohn will die SPD auf "mindestens 12 Euro" anheben.

Die SPD will mehr Elektroautos und eine Geschwindigkeitsbegrenzung

Darüber hinaus setzt die SPD-Spitze nach Angaben der Funke Mediengruppe auf Klimapolitik in ihrem Wahlprogramm. Die Partei will dem Entwurf zufolge den Weg zu einem "klimaneutralen Deutschland" beschleunigen und etwa ein Tempolimit von 130 Kilometern pro Stunde auf Autobahnen einführen.

Zudem fordern die Sozialdemokraten, dass 2030 mindestens 15 Millionen Autos voll elektrisch auf den Straßen unterwegs sind. Die Ökostromumlage, mit der jeder Stromkunde den Ausbau der erneuerbaren Energie mitbezahlt, soll laut Bericht bis 2025 abgeschafft werden. Die Kosten der Umlage sollen dann aus dem Bundeshaushalt mit den Einnahmen der CO2-Besteuerung bezahlt werden. Außerdem sei es das Ziel der Partei, Solarenergie voranzutreiben und alle geeigneten Dächer öffentlicher Gebäude sowie gewerblicher Neubauten eine Photovoltaik-Anlage auszustatten.

(lfr/dpa)

Analyse

Baerbock nutzt die TV-Bühne, die ProSieben ihr baut – ganz zum Schluss kommt ein Moment zum Fremdschämen

Die gute Nachricht für die Grünen: Annalena Baerbock hat ihr erstes Fernsehinterview als designierte Kanzlerkandidatin souverän überstanden. Die schlechte Nachricht: Es werden noch deutlich schwierigere Auftritte kommen in diesem Wahlkampf. Denn eigentlich war das kein Interview, sondern eher eine nette Plauderrunde mit den Moderatoren Katrin Bauerfeind und Thilo Mischke.

Baerbock durfte sich erst selbst präsentieren, dann die augenscheinliche Harmonie bei den Grünen loben und schließlich …

Artikel lesen
Link zum Artikel