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Trump und Salvini lassen die Märkte kalt – aber wovor fürchten sie sich?

Philipp Löpfe

Am Wochenende treffen sich die Oberhäupter der G-7-Staaten in Quebec.

Einer, der sich gar nicht auf diesen Städtetrip freut, ist US-Präsident Donald Trump. Er habe sich bei seinen Mitarbeitern darüber beklagt, zwei Tage in Kanada verbringen zu müssen, meldet die "Washington Post".

Der US-Präsident mag es nicht, wenn er seine Nächte weder im Weißen Haus, noch in einem seiner Hotels verbringen kann. Und er hasst es definitiv, wenn er belehrt wird. Genau das wird ihm aber in Quebec blühen. Seine Absicht, Strafzölle auf Stahl und Aluminium und möglicherweise auch auf Autos einzuführen, stößt bei den anderen Staatsoberhäuptern der sieben reichsten Länder auf wenig Gegenliebe.

"Wen kümmert es, wenn Zölle auf Harley Davidson oder Bourbon-Whiskey erhoben werden?"

Thomas Stucki

Einen Vorgeschmack davon hat am vergangenen Wochenende bereits sein Finanzminister Steven Mnuchin erhalten. Er wurde von seinen Amtskollegen geradezu als Aussätziger behandelt. Trump lässt sich lieber feiern. Er soll daher sogar mit dem Gedanken spielen, in letzter Minute seinen Vize Mike Pence nach Quebec zu schicken.

In Rom ist derweil die neue Regierung – eine Koalition der linken Cinque-Stelle-Bewegung und der rechtskonservativen Lega – vereidigt worden. Starker Mann ist dabei Lega-Chef Matteo Salvini. Er macht aus seinem Herzen keine Mördergrube, hetzt gegen Deutschland, droht der Europäischen Zentralbank und macht kein Hehl daraus, dass er lieber heute als morgen aus dem Euro austreten würde.

"Italien exportiert derzeit Kapital in die USA."

Anastassios Frangulidis

Ein US-Präsident, der den freien Welthandel in Frage stellt, eine italienische Regierung, die auf Konfrontationskurs mit Brüssel geht – eigentlich müsste an den Finanzmärkten blanke Panik herrschen. Weit gefehlt.

Die Investoren nehmen gelangweilt davon Kenntnis – und widmen sich den Zahlen, die sie wirklich interessieren. Das zeigen die Ausführungen von zwei Bankökonomen, die am Donnerstag ihre Prognosen für die zweite Jahreshälfte präsentiert haben.

Thomas Stucki, Chief Investment Officer bei der St.Galler Kantonalbank, glaubt nicht an einen drohenden Handelskrieg. "Das sind harmlose Wortgeplänkel", kommentiert er Trumps Strafzölle und die Gegenmaßnahmen der EU. "Nur marginale Bereiche werden davon betroffen. Wen kümmert es, wenn Zölle auf Harley Davidson oder Bourbon-Whiskey erhoben werden?"

Auch Italiens Regierung wird als Papiertiger betrachtet. Die vorherrschende Stimmung in der Finanzgemeinde lässt sich wie folgt umschreiben: Italiens jüngste Regierung wird auseinanderbrechen, bevor sie die Chance hat, den Euro auseinanderbrechen zu lassen.

Anastassios Frangulidis, Chefökonom bei der Pictet Asset Management AG, verweist deshalb auf die relativ gute Verfassung der italienischen Wirtschaft, auf den Primärüberschuss des Staatshaushaltes und auf die Tatsache, dass die Italiener sparen wie blöd. "Italien exportiert derzeit sogar Kapital in die USA", stellt Frangulidis süffisant fest.

Der Zyklus macht sich wieder bemerkbar

Dass die Stimmung an den Börsen nervöser geworden ist, hat weder mit Trump noch mit Salvini zu tun. Es liegt vielmehr in der Natur der Wirtschaftszyklen. Die Weltwirtschaft boomt, doch der Boom hat zumindest in den USA den Höhepunkt bereits überschritten. Stucki und Frangulides sind sich daher einig, dass sich die Weltwirtschaft am Ende eines Aufschwungs befindet.

Konkret bedeutet dies, dass der Konjunkturhimmel zwar noch blau ist, dass sich erste Quellwolken jedoch bereits bemerkbar machen. In den USA hat die Inflation bereits merklich angezogen. Aktuell liegt sie bei zwei Prozent. Gegen Ende des Jahres dürfte sie bei 2,5 Prozent liegen. Die US-Notenbank hat reagiert und zweimal die Leitzinsen erhöht. Weitere dürften folgen. 

Politische Ereignisse lassen sich nicht in Zahlen ummünzen

Ein weiteres untrügliches Zeichen, dass der Aufschwung seinen Zenith überschritten hat, ist die Verflachung der Zinskurve. Darunter versteht man das Phänomen, dass sich langfristige und kurzfristige Zinsen angleichen. In den USA ist dies bereits der Fall. Europa hinkt der amerikanischen Entwicklung hinterher.

Gefährlich wird es, wenn es zu einer Zinsinversion kommt, will heißen: Wenn die kurzfristigen Zinsen höher sind als die langfristigen. Vorläufig ist dies noch nicht der Fall. Stucki und Frangulidis rechnen jedoch damit, dass der Abschwung der Weltwirtschaft spätestens 2020 kommen wird.

Es sei denn, es kommt doch alles ganz anders. Politische Risiken können nicht in ökonomische Modelle eingepreist werden. Deshalb neigen Ökonomen dazu, politische Ereignisse zu unterschätzen.

Sollte Trump tatsächlich einen Handelskrieg vom Zaun brechen, oder sollte Salvini tatsächlich den Euro sprengen, dann geht mehr als ein Wirtschaftszyklus zu Ende. Inverse Zinskurven dürften dann unser kleinstes Problem sein.

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