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 FRANCE TURKEY / EURO 2020 Team Turkey celebrates equalization during the France-Turkey match, on October 14, 2019, at the Stade de France for the qualifications of Euro 2020. PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY JulienxMattiax/xLexPictorium LePictorium0216575 PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY imagoximages/LexPictorium imago images 94117362

Der Soldatenjubel könnte für die Türkei schwerwiegende Folgen haben. Bild: imago images/Le Pictorium/julien mattia

Türkischer Sportminister rechtfertigt Salut-Jubel der Fußballer mit Griezmann-Foto

Der wiederholte Salut-Jubel der türkischen Nationalspieler bei den EM-Quali-Spielen gegen Albanien und Frankreich sorgt weltweit für Aufregung. Und der Jubel, mit dem sich die Fußballer mit der umstrittenen Militär-Offensive von Präsident Recep Tayyip Erdogan gegen die Kurdenmiliz YPG in Nordsyrien solidarisierten, wird für die Türkei Folgen haben.

Die Uefa hatte bereits nach dem 1:0 am Freitagabend gegen Albanien wegen einem "möglichen provokativen politischen Verhalten" Ermittlungen angekündigt. Am Donnerstag tagt die dafür zuständige Kontroll-, Ethik- und Disziplinarkammer. Möglich sind Geldstrafen, Platzsperren und Punktabzüge.

Letzteres könnte der Türkei gar die EM-Teilnahme kosten. In der Quali-Gruppe H stehen die Türken mit 19 Punkten zwei Runden vor Schluss auf Platz eins, vier Punkte vor den drittplatzierten Isländern. Im Falle eines Punktabzugs der Türkei könnten die Isländer an der Mannschaft von Trainer Senol Günes vorbeiziehen. In der vorletzten Runde kommt es in der Türkei zum Direktduell.

Knifflige Aufgabe für Uefa

Die Uefa, die in ihren Statuten politische Bekundungen jeder Art verbietet, hat nun die knifflige Aufgabe, das richtige Strafmaß für die Türkei zu finden. Sportrechtlich wird für die Uefa-Zuständigen entscheidend sein, ob die Militärgesten aus ihrer Sicht spontane, individuelle Aktionen waren oder geplante politische Statements einer ganzen Mannschaft.

Die Türken werden auf ersteres plädieren. Doch anders als beim umstrittenenen Schweizer Doppeladler-Fall während der WM 2018, als Xherdan Shaqiri, Granit Xhaka und Stephan Lichtsteiner die Adler-Geste nur beim Torjubel formten (Der Doppeladler ist das Symbol Albaniens, d. Red.), zeigten die türkischen Spieler den Soldatenjubel gegen Albanien und Frankreich nicht nur beim Torjubel, sondern auch nach dem Spiel auf dem Rasen beziehungsweise in der Garderobe.

WM 2018, Serbien - Schweiz 2018.06.16 Kaliningrad Pilka nozna Mistrzostwa Swiata w Rosji Rosja 2018 Serbia - Szwajcaria N/z Granit Xhaka of Switzerland celebrates scoring a goal Foto Norbert Barczyk / PressFocus 2018.06.16 Kaliningrad Football 2018 FIFA World Cup WM Weltmeisterschaft Fussball in Russia Serbia v Switzerland Credit: Norbert Barczyk / PressFocus / NEWSPIX.PL --- Newspix.pl PUBLICATIONxNOTxINxPOL 20180622NB0163

Unter anderem Granit Xhaka jubelte bei der WM 2018 mit dieser politischen Geste. Bild: imago/newspix/Norbert Barczyk

Nach dem Skandalspiel zwischen Serbien und Albanien im Jahr 2014, als eine Drohne mit nationalistischer Flagge ins Stadion gesteuert wurde und es deshalb zu Auseinandersetzungen und schließlich zum Spielabbruch kam, wurden die beiden Verbände mit einer Buße von rund 90.000 Euro, null Punkten und Serbien zusätzlich mit zwei Geisterspielen bestraft.

Eine ähnlich harte Strafe gilt im aktuellen Soldatenjubel-Fall aber als unwahrscheinlich. Denn die Uefa müsste den türkischen Spielern einwandfrei nachweisen, dass sie mit der Geste die umstrittene Türkeioffensive in Nordsyrien befürwortet haben, was sich rechtlich als schwierig erweisen könnte.

Skurriler Griezmann-Vergleich

Der türkische Sportminister Mehmet Kasapoglu versucht derweil, den Militärjubel der Fußballer mit einem abenteuerlichen Vergleich zu rechtfertigen. "Bezüglich der Ermittlungen rufe ich zur Besonnenheit auf", erklärte er am Dienstag im türkischen Fernsehen und warf dem europäischen Fußball-Verband vor, gleiche Fälle verschieden zu gewichten.

Kasapoglu zeigte ein Bild von Antoine Griezmann, das ihn nach dem WM-Titel beim Salutieren vor Präsident Emmanuel Macron zeigt. "Die Leute, die damals kein Wort über Griezmanns herrliche Aktion verloren haben, versuchen nun unserem Soldatengruß eine andere Bedeutung zu verleihen."

Bild

bild: screenshot iha tv

Für Kasapoglu ist klar, dass die ganze Aufregung rund um den Militärgruß nur vom derzeitigen Erfolg der türkischen Nationalmannschaft ablenken soll. "Diejenigen, die versuchen von ihrem eigenen Versagen auf dem Platz abzulenken, sollten davon absehen. Die Ergebnisse sind eindeutig. Wir führen."

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(pre)

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