Politik
Markus SOEDER Ministerpraesident Bayern und CSU Vorsitzender mit Mund-Nasenschutz,Maske,Mundschutz-geht zu Fuss zum Prinz Carl Palais, Einzelbild,angeschnittenes Einzelmotiv, Halbfigur,halbe Figur. Pressekonferenz der Bayerischen Staatsregierung nach Schul-Digitalisierungsgipfel in der Staatskanzlei im Prinz Carl Palais in Muenchen am 23.07.2020. *** Markus SOEDER State Premier of Bavaria and CSU Chairman with Mouth Nose Protector, Mask, Mouth Protector walking to Prince Carl Palais, single image, cut single motif, half figure, half figure Press conference of the Bavarian State Government after School Digitization Summit in the State Chancellery in the Prince Carl Palais in Munich on 23 07 2020

"Wir müssen damit rechnen, dass Corona mit voller Wucht wieder auf uns zukommt", sagte der bayerische Ministerpräsident. Bild: www.imago-images.de / Frank Hoermann/SVEN SIMON

Söder lehnt weitere Corona-Lockerungen strikt ab – Kür des Kanzlerkandidaten erst im März?

CSU-Chef Markus Söder hat sich angesichts der steigenden Zahl an Neuinfektionen gegen weitere Lockerungen von Corona-Auflagen ausgesprochen. "Wir müssen damit rechnen, dass Corona mit voller Wucht wieder auf uns zukommt", sagte der bayerische Ministerpräsident der "Bild am Sonntag". "Wenn wir nicht aufpassen, kann bei uns wieder eine Situation wie im März entstehen", so Söder. "Es ist absolute Wachsamkeit gefragt und deshalb ist jetzt nicht die Zeit für neue Lockerungen oder naive Unvorsichtigkeit." Das Virus bleibe eine "Daueraufgabe, die uns permanent unter Stress setzt".

Viele Menschen seien im Umgang mit dem Virus leider leichtsinniger geworden, so Söder weiter. "Dazu gehören auch die extremen Lockerer und Verschwörungstheoretiker, die alle Maßnahmen schnellstens aufheben wollten." Jeder, der das Coronavirus unterschätze, sei widerlegt worden. Die zweite Welle sei praktisch doch schon da: "Sie schleicht durch Deutschland." Es gelte daher, noch aufmerksamer zu sein und rasch und konsequent zu reagieren.

Söder glaubt nicht an Fußballspiele mit Zuschauern

Vor diesem Hintergrund lehnte Söder auch Fußballspiele mit Zuschauern zum Start der neuen Saison ab: "Ich bezweifle, dass wir im August weitere Lockerungen beschließen können. Daher bin ich auch als Fußballfan sehr skeptisch zum Start der Bundesliga. Geisterspiele ja, aber Stadien mit 25 000 Zuschauern halte ich für sehr schwer vorstellbar." Das wäre das falsche Signal und auch der Bevölkerung schwer zu vermitteln, wenn man dafür Unmengen von Testkapazitäten aufbrauchen würde.

Söder plädierte zugleich dafür, im Herbst ein weiteres Rettungspaket für die Automobilzulieferer, die Luft- und Raumfahrt sowie den Maschinenbau schnüren. Zudem sollten die Regelungen zum Kurzarbeitergeld aus seiner Sicht bis weit ins nächste Jahr verlängert werden.

Söder: Kür des Kanzlerkandidaten kann auch erst im März stattfinden

In dem Interview ging es auch um die Kanzlerkandidatur, bei der spekuliert wird, dass Söder nach ihr greifen könnte. Der CSU-Chef plädiert nun dafür, dass sich die Union bei der Nominierung des Kanzlerkandidaten mehr Zeit lässt. "Wir werden uns nach dem CDU-Parteitag einen Zeitpunkt für die Festlegung des Kanzlerkandidaten überlegen. Das muss nicht unbedingt der Januar sein, das kann auch erst im März 2021 stattfinden", sagte der bayerische Ministerpräsident der "Bild am Sonntag". "Ein zu langer Wahlkampf neben einer aktiven Kanzlerin ist wenig sinnvoll."

Anfang Juni hatte Söder noch erklärt, die Frage, wer als Kanzlerkandidat der Union antrete, werde voraussichtlich im Januar nach der Wahl des neuen CDU-Chefs entschieden. Die Bundestagswahl findet voraussichtlich im Herbst 2021 statt. Die CDU kommt Anfang Dezember zu einem Parteitag in Stuttgart zusammen, um einen neuen Parteivorsitzenden zu wählen. Die CSU trifft sich eine Woche später in Nürnberg.

"Es gibt gute Gründe, warum die CSU nie den Kanzler gestellt hat"

Um den CDU-Vorsitz - und so indirekt auch um die Kanzlerkandidatur - bewerben sich Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet, der Wirtschaftspolitiker Friedrich Merz und der Außenpolitiker Norbert Röttgen. Bei der Frage nach der Kanzlerkandidatur der Union liegen alle drei in Umfragen aber weit hinter Söder zurück. Der wiederum versichert immer wieder, sein Platz sei in Bayern.

Natürlich freue es ihn, dass man ihm laut Umfragen auch andere Aufgaben zutraue, bekräftigte Söder in der "Bild am Sonntag". "Aber gleichzeitig wollen mich die Bayern als Ministerpräsidenten behalten." Das ist für ihn sehr wichtig. "Die CDU hat das Vorschlagsrecht für den Kanzlerkandidaten und war immer die Kanzlerpartei. Es gibt gute Gründe, warum die CSU nie den Kanzler gestellt hat." Er werde mit voller Kraft mithelfen, dass es Deutschland gut gehe - "aber meine Aufgabe ist in Bayern".

3
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
3Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Rolf 02.08.2020 09:41
    Highlight Highlight König Söder ist also gegen weitere Lockerungen . Ist dem selbsternannten Gesundheitsspezialisten schon aufgefallen das trotz stark steigender Infektionszahlen seit vielen Wochen keine Änderung der schweren Verläufe und Todeszahlen festzustellen ist ? Nur zur Erinnerung : Bei Beginn der "Pandemie" lag Bayern bei den Todeszahlen auf Platz vier . Nach dem energischen Durchgreifen von Herrn Söder auf Platz eins . Nirgendwo in Deutschland versterben mehr Menschen an Covid19 als in Bayern . Und der will uns erzählen was richtig ist ?
    • Jaisalmer 02.08.2020 12:24
      Highlight Highlight Wieso König?
      Nur Verunglimpfung und Halbwahrheiten bringen keinen weiter.
      Bayern war besonderes betroffen, weil viele aus dem Skiurlaub aus Ischgl wieder kamen.
      Hast du das in deine Rechnung mit einbezogen?
    • Thorsten 02.08.2020 14:26
      Highlight Highlight Hab ich ihn auch schon erzählt, bringt nix.

Völkische Mädchengruppen tauchen in und um Dresden auf

Eine bisher unbekannte, offensichtlich völkische Mädchengruppe hat sich mutmaßlich am Wochenende in der Nähe von Dresden getroffen. Darauf weist ein Bild hin, das mutmaßlich im Elbsandsteingebirge, in der Nähe der sächsischen Hauptstadt, geschossen worden ist.

Verbreitet hat das Foto der Twitter-Account des Bündnisses "Dresden Nazifrei", ein seit 2009 aktiver Zusammenschluss antifaschistischer Gruppen und Personen aus Dresden und der angrenzenden Region.

Verstörend wirkt das Bild besonders, …

Artikel lesen
Link zum Artikel