Coronavirus
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Brettspiele erleben in Corona-Zeiten einen neuen Boom. Bild: www.imago-images.de / Aitor Carrera PortÒ©

Weihnachten mit Angehörigen, genug Intensivbetten: Fünf Meldungen, die Mut machen

maximilian senff

Irgendwann muss doch mal wieder etwas Gutes passieren. Schlechte Corona-Nachrichten häufen sich in den vergangenen Tagen. Wissenschaft und Politik warnen davor, die Kontrolle über das Virus zu verlieren. Was dabei oft untergeht, sind die positiven Meldungen. Ja, auch solche gibt es in dieser Ausnahmesituation.

Watson hat einige mutmachende, aktuelle Meldungen zusammengestellt. Es geht um: Intensivbetten, gemeinsame Weihnachtsfeste, ein kreatives Restaurant, eine Impfstoff-Notzulassung und die boomende Spiele-Branche.

"Wachsam sein, aber nicht panisch": Genug Intensivbetten verfügbar

Mediziner warnen angesichts des aktuellen Infektionsgeschehens und der Lage in deutschen Krankenhäusern vor Panik. "Wir sollten wachsam sein, aber nicht panisch", sagte Clemens Wendtner, Chefarzt der Infektiologie an der München Klinik Schwabing. Grundsätzlich sei die Lage in den deutschen Krankenhäusern bis auf wenige regionale Ausnahmen vergleichsweise ruhig. Trotz neuer Rekordzahlen bei den Neuinfektionen in den vergangenen Tagen könnten die Bundesländer aktuell genügend Intensivbetten vorhalten.

"Wir sind quasi fünf Wochen hinter dem, was wir zum Teil in unseren Nachbarländern sehen", führte Wendtner weiter aus. Neben den Bettenkapazitäten müsse es aber auch "die Menschen hinter den Maschinen geben". Entsprechendes Personal müsse einkalkuliert werden, um auch Patienten mit Nicht-Corona-Erkrankungen zu versorgen. Es dürfe keiner "hinten runterfallen". Außerdem betonte Wendtner, dass die Gesellschaft weiterhin mitgenommen werden müsse, da er bei vielen schon eine gewisse "Corona-Müdigkeit" feststelle.

Besucherkonzept soll Weihnachten mit Angehörigen ermöglichen

Der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, hat angesichts stark ansteigender Corona-Infektionszahlen vor einer erneuten Isolation von Pflegebedürftigen gewarnt. "Isolation um jeden Preis darf nicht sein", sagte Westerfellhaus den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Der Wunsch, Kontakt zu Angehörigen zu haben, sei zu respektieren. Auch ein gemeinsames Weihnachtsfest mit Familienangehörigen müsse Pflegebedürftigen ermöglicht werden.

Mit Blick auf die kommenden Monate und Weihnachten sagte Westerfellhaus, durch ein Besuchermanagement lasse sich gewährleisten, dass Pflegeheimbewohner die Feiertage mit ihren Angehörigen verbringen könnten. Derzeit ist nach Worten des Pflegebeauftragten ein bundeseinheitliches Konzept in Arbeit, um die Pflegeeinrichtungen dabei zu unterstützen. Es sehe unter anderem vor, "dass wir den Mitarbeitern einen Schnelltest zur Verfügung stellen". Diese wüssten dann innerhalb von Minuten, ob sie Viruslast tragen oder nicht. Auf diese Weise hätten Personal, Besucher und Bewohner "eine gute Sicherheit".

Hamburger Restaurant setzt infektionssichere Gewächshäuser ein

Fünf Gewächshäuser stehen auf der Terrasse des Restaurants "Anleger 1870" in Hamburg. Sie sind verglast und bieten einen Blick auf die Außenalster, selbst bei Wind und Wetter. "Wir haben in den Wintervorbereitungen nach Alternativen gesucht, wie wir möglichst viele Gäste bewirten können, damit wir auch in dieser Zeit als Betrieb überleben und die Mitarbeiter nicht in Kurzarbeit schicken zu müssen", so Salar Khazaei, einer von drei Geschäftsleitern, gegenüber der Hamburger Morgenpost.

Um die Hygienemaßnahmen einzuhalten, können die Gäste die Gewächshäuser in zwei verschiedenen Zeitspannen buchen. Jeweils von 17.00 Uhr bis 19.00 Uhr und von 19.30 Uhr bis 22.30 Uhr. So bleibt zwischen durch genug Zeit zum Lüften und Desinfizieren. Die Nachfrage sei bisher sehr groß, da die Gäste gerne aus Schutz vor der Übertragung von Corona separat sitzen wollen würden.

Pfizer und Biontech peilen Notfallzulassung für Impfstoff im November an

Zuletzt mussten zwei Phase-3-Studien großer Pharmakonzerne unterbrochen werden, weil bei Probanden Nebenwirkungen aufgetreten waren. Nun stärkt der US-Pharmakonzern Pfizer die Hoffnung, dass noch in diesem Jahr ein Impfstoff gegen das Coronavirus zugelassen werden könnte. Sollten die Studienergebnisse positiv sein, peilt Pfizer für Ende November eine Zulassung für den Impfstoff an. Das US-Unternehmen entwickelt das Mittel gemeinsam mit der Mainzer Firma Biontech.

Bereits Ende Oktober könnten die beiden Partner wissen, ob der Impfstoff wirksam sei, erklärte Pfizer-Chef Albert Bourla. In der dritten Novemberwoche könnten den Unternehmen dann auch genügend Daten zur Sicherheit des Impfstoffes vorliegen. Unter der Annahme positiver Daten könnte bald nach Erreichen dieser Sicherheitsmarke eine Notfallgenehmigung in den USA beantragt werden. "Wir erwarten, dass wir diesen Meilenstein in der dritten Novemberwoche erreichen", sagte Bourla.

Corona lässt Brettspiel-Branche boomen

Die deutsche Gesellschaftsspiel-Branche hat in der Coronakrise bisher deutlich von steigender Nachfrage profitiert. Laut dem "Branchenverband Spieleverlage" seien die Umsätze quer durch alle Segmente um 21 Prozent gewachsen.

Nach den jeweils etwa zehnprozentigen Umsatzsteigerungen der vergangenen Jahre sei das ein sensationeller Anstieg, sagte Verbandsvorsitzender Hermann Hutter. Spielen als Gemeinschaftserlebnis habe damit einen wichtigen Beitrag in der Krisenzeit geleistet, weil es Menschen Freude bereite, wenn andere Unternehmungen, etwa ein Urlaub, ausfallen müssten. Nicht nur die Hersteller von Gesellschaftsspielen profitieren von der Tatsache, dass die Menschen derzeit gezwungenermaßen mehr Zeit daheim verbringen: Auch die Verkäufe der Computer- und Videospielbranche ziehen ähnlich stark an.

(mit Material von dpa/afp/reuters)

"Ich bin es leid": Virologin Brinkmann mit leidenschaftlichem Appell

Auf der Bundespressekonferenz am Dienstag sprachen unter anderem Jens Spahn und der Vizepräsident des Robert-Koch-Instituts, Lars Schaade. Spahn sprach im Zusammenhang mit Corona von einer "Mammutaufgabe" für Regierung und Gesellschaft.

Zu Gast auf der Bundespressekonferenz war auch Virologin Melanie Brinkmann vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung. Sie kam erstmal einige Minuten zu spät, weil ihr Zug Verspätung hatte. Dafür legte sie dann umso vehementer los.

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