Religion
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Um trotz der Abstandsregel ihr Festtagsgebet abhalten zu können, versammelten sich hunderte Muslime in Wetzlar auf dem Ikea-Parkplatz. bild: screenshot twitter

Deutscher Ikea schafft es mit Ramadan-Aktion in die internationale Presse

Am Sonntag endete der Fastenmonat Ramadan. Traditionell versammeln sich an diesem Tag Muslime zum gemeinsamen Festtagsgebet und Fastenbrechen, Eid al-Fitr genannt. Doch wegen der Corona-Beschränkungen konnten die Festlichkeiten nicht wie geplant in den Moscheen stattfinden. Kreative Lösungen waren also gefragt.

700 Muslime versammeln sich auf Ikea-Parkplatz

In Wetzlar haben sich Gläubige aus der gesamten Umgebung daher kurzerhand auf einem Ikea-Parkplatz versammelt, um mit dem nötigen Sicherheitsabstand und mitgebrachtem Gebetsteppich gemeinsam beten zu können.

Die beiden Moscheevereine DITIB Wetzlar und die Islamische Gemeinschaft Millî Görüs (IGMG) Wetzlar waren die Veranstalter des Freiluftgebets.

Aktion schafft es in die US-Medien

Sogar in den ausländischen Medien sorgte die Aktion für Aufmerksamkeit. Zuerst berichtete das US-amerikanische Nachrichtenportal TMZ. Die Veranstaltung sei auch ein Vorbild für Kirchen in den USA, die noch immer nach passenden Quarantäneregeln für die Gottesdienste suchten, so das Online-Magazin.

Auch das Medienunternehmen Bloomberg griff das Parkplatz-Gebet auf.

Auch britische Medien wurden auf die Aktion aufmerksam. So schrieb die Tageszeitung "Independet", eine Moschee sie "auf die geniale Idee gekommen", den örtlichen Ikea nach Nutzung des Parkplatzes zu fragen und lobte das Parkplatz-Gebet.

Genehmigung war vorhanden

Die Aktion stieß zumindest auf Twitter aber auch auf Kritik – die Ikea an sich abprallen ließ. Als ein Nutzer auf Twitter, in unterschwellig-feindseliger Sprache, fragte, ob die Aktion genehmigt gewesen sei, verwies Ikea darauf, dass eine Genehmigung vorhanden war und Ikea den Parkplatz zur Verfügung gestellt hatte.

Bei der Durchführung des Gebets sei ein Sicherheits- und Hygiene-Konzepts, das die muslimischen Gemeinden zuvor mit dem Ordnungsamt der Stadt abgestimmt hätten, eingehalten worden, erklärt Ikea gegenüber watson. "Während des Gebets war die Polizei vor Ort, um die Einhaltung des Hygieneregeln zu überprüfen."

Auch zum Hintergründ äußerte man sich. "Auf der Suche nach einem geschützten Ort im Freien, wo sie ihr Gebet zum Ende des Fastenmonats Ramadan abhalten könnten, haben sich Vertreter von drei muslimischen Glaubensgemeinschaften in Wetzlar an das Ikea Einrichtungshaus gewandt." Nach Vorlage der Genehmigung der Veranstaltung habe Ikea seinen Parkplatz für das Gebet zur Verfügung gestellt. Das Unternehmen setze sich für Vielfalt in allen Dimensionen ein. "Dazu gehört auch das Recht auf freie Religionsausübung."

(lau)

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