Donald Trump
October 22, 2020 - Washington, District of Columbia, USA. - Screen grab from the DONALD TRUMP Facebook page which today released 38 minutes of the White House in-house tape of a CBS 60 Minutes interview with Lesley Stahl that President Trump cut short when he became annoyed at her questioning. Look at the bias, hatred and rudeness on behalf of Minutes and CBS he wrote on the Facebook post. Tonight s anchor, Kristen Welker, is far worse Trump added. Welker is the moderator of tonight s Nashville debate between Donald Trump and Joe Biden. Washington U.S. - ZUMAce6_ 20201022_zaf_ce6_004 Copyright: xFacebookxDonaldxTrumpx

Trump brach das Interview mit der CBS-Journalistin schließlich ab. Bild: www.imago-images.de / Facebook Donald Trump

Trump veröffentlicht abgebrochenes Interview – und beschwert sich über "harte Fragen"

US-Präsident Donald Trump hat ein Interview mit dem TV-Sender CBS vor dem Ausstrahlungstermin veröffentlicht und die kritischen Fragen der Interviewerin scharf verurteilt. Auf Twitter forderte Trump dazu auf, sich "die Voreingenommenheit, den Hass und die Unhöflichkeit" in dem knapp 38-minütigen Gespräch mit der renommierten CBS-Journalistin Lesley Stahl anzuschauen.

Der Republikaner schrieb zudem, die Moderatorin des TV-Duells mit seinem demokratischen Herausforderer Joe Biden am Donnerstagabend, die NBC-Journalistin Kristin Welker, sei noch "weitaus schlimmer". Die TV-Debatte ist die zweite und letzte vor der Wahl am 3. November.

Trump hatte bereits nach dem Gespräch am Dienstag mit der Veröffentlichung vor dem Sendetermin gedroht. Das CBS-Interview für eine Wahl-Sonderausgabe der Sendung "60 Minutes" an diesem Sonntag sollte eigentlich mit Trump und Pence fortgesetzt werden. Trump sagt am Ende der Aufzeichnung aber: "Ich denke, wir hatten genug." Davor beschwerte er sich bei Stahl darüber, dass sie zu Beginn des Interviews sagte: "Sind Sie bereit für ein paar harte Fragen?"

Trump sagte: "So spricht man nicht." Trump beklagte sich erneut darüber, dass Biden von den US-Medien keine harten Fragen gestellt würden.

"Ich habe alle seine Interviews gesehen. Ihm ist nie eine Frage gestellt worden, die schwierig war."

Trump über Biden

Trump beklagt regelmäßig, dass US-Medien zu kritisch über ihn berichten. Diese Medien - denen er die Verbreitung von "Fake News" vorwirft - nennt er "Volksfeinde".

Trump ärgerte sich im Interview über Journalistin

Während des Interviews für "60 Minutes" kam es zu einer Reihe von hitzigen Momenten. So beschwerte Trump sich wiederholt, dass Stahl Äußerungen von ihm aus dem Kontext reiße. Auch ärgerte er sich, als die Interviewerin sagte, er habe in der Vergangenheit Wahlkampfauftritte mit mehr Zuschauern gehabt. "Das sind die größten Auftritte, die wir jemals hatten. Sie kommen hier einfach mit dieser negativen Einstellung hin", sagte der Präsident.

Journalistin Stahl sprach Trump auch darauf an, warum er sich ständig im Angriffsmodus befinde. Der Präsident entgegnete, dass er sich vielmehr so fühle, als würde er sich und sein Amt verteidigen. Darauf antwortete Stahl: "Sie sind sehr aggressiv."

Die Sendung "60 Minutes" gehört zu den erfolgreichsten Formaten im US-Fernsehen. Das Interview soll Teil einer Sonderausgabe über den Republikaner Trump und seinen demokratischen Herausforderer Joe Biden an diesem Sonntag sein. Die 78 Jahre alte TV-Journalistin Stahl arbeitet seit 1991 für "60 Minutes". Sie hatte nach Angaben von CBS 2016 das erste TV-Interview mit Trump nach dessen Wahlsieg geführt. 2018 interviewte sie ihn erneut.

Bei einem Wahlkampfauftritt am Dienstagabend in Erie im US-Bundesstaat Pennsylvania schien Trump CBS zu drohen. "Ihr müsst Euch anschauen, was wir mit "60 Minutes" machen. Ihr werdet einen solchen Kick daraus bekommen", sagte der Präsident vor jubelnden Anhängern. "Lesley Stahl wird nicht glücklich darüber sein."

CBS verteidigte seine Sendung am Donnerstag. "60 Minutes" werde für seine Fairness, seine Tiefgründigkeit und Informationsfülle geschätzt. Die "beispiellose Missachtung" der Abmachung zwischen dem Sender und dem Weißen Haus werde CBS nicht davon abhalten, das Interview wie geplant auszustrahlen.

(hau/dpa)

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