Großbritannien
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Schottische Regierungschefin nennt Johnson-Regierung "gefährlich"

Schottlands Regierungschefin Nicola Sturgeon hat den neuen britischen Premierminister Boris Johnson nach einem Treffen am Montag in Edinburgh hart kritisiert.

Das sagte Johnson zu der Kritik:

Johnson zeigte sich bei seinem ersten Besuch in Schottland als Premierminister hingegen "zuversichtlich, dass wir ein Abkommen bekommen".

Der britische Premier sagte, es sei jedoch "auch richtig, dass wir uns auf kein Abkommen vorbereiten". Journalisten gegenüber bekräftigte er, dass das von seiner Vorgängerin Theresa May mit der EU ausgehandelte Austrittsabkommen "tot" sei.

Am Wochenende berichtete der britische "Telegraph" jedoch, die Regierung plane eine nie dagewesene Informationskampagne zum No-Deal-Brexit mit Anzeigen, Flugblättern und Werbespots, die etwa 100 Millionen Pfund kosten solle. Johnson installierte auch eine sechsköpfige Gruppe von Konservativen, die sich auch um Vorkehrungen für den No-Deal-Fall kümmern soll.

Der Brexit ist derzeit, sollte es keinen Aufschub geben, für den 31. Oktober datiert. Die EU hat Nachverhandlungen am Austrittsabkommen ausgeschlossen.

Das würde ein No-Deal-Brexit wirtschaftlich bedeuten:

Deutsche und britische Unternehmen fürchten sich zunehmend vor den schweren Folgen eines drohenden Brexits ohne Abkommen.

Nach Angaben des britischen Industrieverbandes CBI sind weder Großbritannien noch die EU ausreichend auf einen ungeregelten Austritt vorbereitet.

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) hält angesichts der Brexit-Unsicherheit einen Einbruch der deutschen Exporte nach Großbritannien für möglich. DIHK-Präsident Eric Schweitzer sagte der Deutschen Presse-Agentur in Berlin:

"Ein No-Deal-Szenario wäre die schlechteste Option für die deutsche Wirtschaft. Belastend wären vor allem hohe Zölle. Großbritannien hat als Handelspartner für die deutschen Unternehmen bereits deutlich an Bedeutung verloren."

(ll/afp)

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