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Audi soll bei der Aufklärung des Diesel-Skandals betrogen haben

05.07.2019, 12:18

Es ist ein Skandal im Skandal – und ein äußerst schwerer Vorwurf: Der Autobauer Audi soll die Aufklärung des Diesel-Skandals fast zwei Jahre lang bewusst behindert haben. Das berichtet der "Spiegel" in seiner aktuellen Ausgabe.

Darum geht es bei den Vorwürfen:

  • Der "Spiegel" beruft sich bei seinem Bericht auf Ermittlungsakten der Staatsanwaltschaft München II.
  • Der (bekannte) Hintergrund: 2015 wurden in Dieselmodellen von Audi und anderen deutschen Autobauern illegale Abschaltvorrichtungen entdeckt, die dafür sorgten, dass die Fahrzeuge Abgastests bestanden.
  • Der jetzt gemachte Vorwurf: Audi soll die Abschalteinrichtungen, die dem Unternehmen bekannt waren, bei Gesprächen mit dem Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) verschwiegen haben.
  • Der "Spiegel" berichtet von einem Beispiel: Am 26. November 2015 hätten die Manager dem KBA eine Präsentation zur umstrittenen Aufwärmstrategie vorgestellt, mit der die Autos den Abgastest bestehen würden. Der entscheidende Passus, durch den die Illegalität klar geworden wäre, sei kurz vor dem Termin jedoch gestrichen worden.
  • Audi-Manager sollen das KBA und das Bundesverkehrsministerium bis 2017 getäuscht und so die Aufklärung der Diesel-Affäre verschleppt haben.

Warum der Bericht zu Audi so brisant ist

Der Abgas- oder Diesel-Skandal hat den Ruf der deutschen Autobauer-Branche auch international schwer geschädigt. VW, Audi, Daimler und BMW sind seitdem damit beschäftigt, ihr ramponiertes Image wieder aufzupolieren.

Der Bericht des "Spiegels" aber zeigt: Auch zwei Jahre nach Entdeckung der illegalen Aktivitäten betrog Audi weiterhin die Behörden.

Wie geht es weiter?

Im Sommer will die Staatsanwaltschaft München Anklage gegen den Ex-Audi-Chef Rupert Stadler und drei weiteren hochrangigen Audi-Managern erheben. Dabei geht es laut dem "Spiegel" um Betrug und Falschbeurkundung.

(ll)

Wirtschaftsweise senken Konjunkturprognose für 2021 erneut ab

Die sogenannten Wirtschaftsweisen haben ihre Konjunkturprognose erneut abgesenkt und rechnen nun für 2021 mit einem Wachstum von nur noch 2,7 Prozent. Grund dafür seien die "vielfältigen Liefer- und Kapazitätsengpässe", erklärte der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung am Mittwoch. Im Frühjahr war das Gremium noch von einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts von 3,1 Prozent und vor einem Jahr von 3,7 Prozent ausgegangen.

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